Robinhood-Aktie unter Druck: Krypto-Geschäft bricht ein

Robinhood-Aktie unter Druck: Krypto-Geschäft bricht ein
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Der US-Neobroker Robinhood Markets (ISIN: US7707001027) sieht sich nach der Vorlage seiner jüngsten Quartalsbilanz mit spürbarer Skepsis an der Wall Street konfrontiert. Obwohl das kalifornische Finanztechnologie-Unternehmen auf Konzernebene einen neuen Rekordumsatz präsentieren konnte, reagierten Marktteilnehmer empfindlich auf einen massiven Rückgang im Handel mit digitalen Vermögenswerten sowie auf eine verfehlte Gewinnprognose. An der US-Technologiebörse Nasdaq stand das Papier nach dem bereits deutlichen Rücksetzer zur Wochenmitte auch im Handelsverlauf am Donnerstag weiter unter Abgabedruck. Auf den europäischen Handelsplätzen zeigte sich bereits am frühen Morgen ein ähnliches Bild: Hier notierte der Titel bei 79,95 Euro und verzeichnete damit ein Minus von rund einem Prozent.

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Krypto-Flaute belastet die Bilanz von Robinhood

Ein detaillierter Blick in die Bücher zum dritten Quartal offenbart eine deutliche Verschiebung innerhalb der Ertragsstruktur. Zwar kletterte der gesamte Nettoumsatz von Robinhood im Jahresvergleich um zwölf Prozent auf den Rekordwert von 1,42 Milliarden US-Dollar, lag damit jedoch leicht unter den im Vorfeld von Analysten geschätzten 1,43 Milliarden US-Dollar.

Als größter Bremsklotz erwies sich das Geschäft mit Kryptowährungen. Infolge einer spürbar geringeren Volatilität und nachlassender Handelsaktivitäten an den Märkten für digitale Assets brachen die Krypto-Transaktionserlöse im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 55 Prozent auf nur noch 120 Millionen US-Dollar ein. Das entsprechende Handelsvolumen ging insgesamt um 38 Prozent auf rund 50 Milliarden US-Dollar zurück – sowohl auf der hauseigenen Robinhood-App als auch auf der übernommenen Krypto-Börse Bitstamp handelten Kunden deutlich zurückhaltender.

Auch unter dem Strich mussten Anleger Abstriche hinnehmen. Der Nettogewinn sank im Jahresvergleich um 14 Prozent auf 476 Millionen US-Dollar. Das verwässerte Ergebnis je Aktie (EPS) fiel um 16 Prozent auf 0,51 US-Dollar und verfehlte damit den Marktkonsens von 0,55 bis 0,56 US-Dollar deutlich. Belastend wirkten sich hierbei unter anderem nicht realisierte Bewertungsverluste in Höhe von 67 Millionen US-Dollar im Zusammenhang mit dem Robinhood Ventures Fund I aus. Zudem gaben die Nettozinserträge aufgrund geringerer Wertpapierleihen und gesunkener kurzfristiger Zinssätze um neun Prozent auf 415 Millionen US-Dollar nach.

Prognosemärkte und Optionen stützen Robinhood-Umsatz

Dass die Gesamterlöse von Robinhood trotz der Krypto-Schwäche zulegen konnten, ist vor allem dem rasanten Wachstum in anderen Handelssegmenten zu verdanken. Insgesamt stiegen die transaktionsbasierten Einnahmen um 19 Prozent auf 867 Millionen US-Dollar. Wichtigster Umsatzpfeiler blieb der Optionshandel, der um 31 Prozent auf 399 Millionen US-Dollar zulegte, während die Erlöse aus dem klassischen Aktienhandel um 41 Prozent auf 121 Millionen US-Dollar anzogen.

Zum neuen Wachstumsmotor entwickelten sich zudem die sogenannten Prognosemärkte (Event-Kontrakte), bei denen Nutzer auf den Ausgang realer wirtschaftlicher, politischer oder sportlicher Ereignisse setzen können. In diesem Segment vervielfachte sich der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um mehr als das Sechsfache auf 173 Millionen US-Dollar und überholte damit erstmals die Einnahmen aus dem Krypto-Geschäft. Marktbeobachter weisen jedoch darauf hin, dass auch dieses Geschäftsfeld stark von kurzfristigen Handelsaktivitäten abhängt und teilweise mit regulatorischen Unsicherheiten behaftet ist.

Solides Kundenwachstum bei Robinhood Gold

Abseits des reinen Transaktionsgeschäfts konnte der Broker beim Ausbau seiner Plattform-Basis punkten. Die Zahl der zahlenden Abonnenten des Premium-Dienstes Robinhood Gold wuchs im Jahresvergleich um 34 Prozent beziehungsweise 1,3 Millionen auf einen neuen Höchststand von 5,2 Millionen Nutzern. Die verwalteten Vermögenswerte auf der Plattform kletterten auf 396 Milliarden US-Dollar, gestützt durch kräftige Netto-Mittelzuflüsse von 16 Milliarden US-Dollar im dritten Quartal. Auch der Start in das Schlussquartal verlief mit Nettoeinlagen von über 13 Milliarden US-Dollar im Oktober vielversprechend.

Ausblick für die Robinhood-Aktie

Für die Marktteilnehmer bleibt die zentrale Frage, wie nachhaltig Robinhood seine Ertragsströme stabilisieren kann. Der jüngste Quartalsbericht verdeutlicht, dass das Unternehmen zwar erfolgreich neue Geschäftsfelder erschließt, die Abhängigkeit von spekulativen Handelsvolumina jedoch weiterhin hoch ist. Während einige Wall-Street-Häuser ihre Kursziele nach den Zahlen nach unten korrigierten, nutzten prominente Investoren wie die Fondsgesellschaft Ark Invest von Cathie Wood den jüngsten Kursrücksetzer an der Nasdaq bereits für Zukäufe in Millionenhöhe. Für Anleger wird in den kommenden Monaten entscheidend sein, ob neue Produktinitiativen wie der 24-Stunden-Aktienhandel und der Ausbau der eigenen Blockchain-Infrastruktur die zyklischen Schwankungen im Krypto-Sektor dauerhaft kompensieren können.