PayPal-Schock: Mega-Deal geplatzt, Aktie stürzt ab!

Smartphone-Bildschirm mit Zahlungs-Apps wie PayPal, Zelle und Google Pay.
MichaelVi / stock.adobe.com
Inhaltsverzeichnis

Die Hoffnungen auf einen historischen Paukenschlag in der Finanztechnologie-Branche haben sich in Luft aufgelöst. Wie aus übereinstimmenden Berichten internationaler Finanzmedien wie Bloomberg und Reuters hervorgeht, haben der Zahlungsabwickler Stripe und der Finanzinvestor Advent International ihre Pläne für eine Übernahme des Branchenpioniers PayPal überraschend begraben. Die Reaktion an den Märkten ließ nicht lange auf sich warten und schickte die Papiere auf eine rasante Talfahrt.

PayPal Aktie (ISIN: US70450Y1038) im freien Fall

Nachdem die Gerüchteküche in den vergangenen Wochen kräftig gebrodelt hatte, ist die Realität für Aktionäre nun bitter. Ohne die in Aussicht gestellte Übernahmeprämie brach der Kurs massiv ein. Am Freitagvormittag notierte die PayPal Aktie im Xetra-Handel bei rund 45,26 Euro und verzeichnete damit einen drastischen Verlust von über 14 Prozent zum Vortag. Bereits im nachbörslichen US-Handel am Vorabend rutschte das Papier nach den ersten Berichten zweistellig ab. Damit wurden die jüngsten Kursgewinne, die durch die vorangegangenen Übernahmespekulationen befeuert worden waren, schlagartig ausradiert.

Stripe und Advent ziehen sich zurück: Keine 50 Milliarden Dollar

Noch im Juli hatte das Konsortium aus Stripe und Advent informierten Kreisen zufolge ein erstes Angebot von 60,50 US-Dollar je Aktie vorgelegt. Dies hätte PayPal mit mehr als 53 Milliarden US-Dollar bewertet. Das PayPal-Management und der Verwaltungsrat hielten diese Offerte jedoch für unzureichend. Dem Vernehmen nach sahen die Verantwortlichen den inneren Wert des Unternehmens unterschätzt und fürchteten zudem potenziell hohe regulatorische Hürden.

Statt das Angebot nachzubessern, hat das Käufer-Konsortium nun offenbar gänzlich das Interesse verloren und die Verhandlungen abgebrochen. Für das nicht börsennotierte Unternehmen Stripe, das inzwischen selbst eine deutlich höhere Bewertung als der Platzhirsch PayPal genießt, wäre der Zukauf ein gigantischer Schritt gewesen, um die eigene Marktmacht im Endkunden-Segment auf einen Schlag auszubauen.

Ausblick: PayPal muss nun aus eigener Kraft wachsen

Der geplatzte Deal lenkt den Fokus der Börse nun schonungslos zurück auf die operativen Fakten. PayPal steht vor enormen strategischen Herausforderungen. Die Konkurrenz durch Tech-Giganten wie Apple und Google im Checkout-Bereich wächst unaufhaltsam. Nun muss das Unternehmen unter der Leitung von CEO Enrique Lores aus eigener Kraft beweisen, dass die aktuellen Umstrukturierungsmaßnahmen greifen und langfristig profitables Wachstum sichern.

Zwar zeigte das abgelaufene Quartal ein solides Umsatzplus, doch die Geduld der Investoren wird nach dem heutigen Kurssturz erneut auf eine harte Probe gestellt. Die kommenden Wochen werden entscheidend sein, um zu beobachten, ob die PayPal Aktie auf dem jetzigen Niveau einen charttechnischen Boden findet oder ob enttäuschte Spekulanten für weiteren Verkaufsdruck sorgen.