Nike-Absturz: Sparprogramm reißt Adidas & Puma mit
Ein trüber Handelstag für die Aktionäre in der Sportartikelbranche. Der Branchenprimus Nike hat nach Vorlage seiner jüngsten Quartalszahlen und eines düsteren Ausblicks am Markt für eine Schockwelle gesorgt, die auch die europäischen Konkurrenten Adidas und Puma spüren.
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Nike-Aktie (ISIN: US6541061031) bricht nach schwachem Ausblick ein
Der weltgrößte Sportartikelhersteller aus den USA präsentierte am späten Donnerstagabend (Ortszeit) Zahlen, die den Markt schwer enttäuschten. Zwar lag der Gewinn je Aktie im abgelaufenen Quartal mit 0,48 US-Dollar leicht über den Schätzungen der Analysten, doch der Umsatz verfehlte mit 11,21 Milliarden US-Dollar die Erwartungen. Besonders alarmierend: Im wichtigen Wachstumsmarkt China brachen die Erlöse währungsbereinigt um drastische 26 Prozent ein.
Doch es war vor allem der Ausblick, der die Anleger in die Flucht schlug. Das Management prognostiziert für das laufende Geschäftsjahr nun einen Umsatzrückgang im hohen einstelligen Prozentbereich. An den deutschen Börsenplätzen reagierte die Nike-Aktie am frühen Freitagnachmittag mit einem massiven Kursrutsch und notiert aktuell bei rund 32,50 Dollar, ein Absturz von mehr als 8 Prozent im Vergleich zum Vortag.
Neues Sparprogramm „Pace“ fordert Stellenabbau
Um dem Wachstumsdruck und der internen Krise entgegenzuwirken, greift Nike zu harten Maßnahmen. Mit dem groß angelegten Restrukturierungsprogramm namens „Pace“ will das Unternehmen bis zum Jahr 2031 kumulativ etwa 2,5 Milliarden US-Dollar einsparen. Allerdings geht dieser operative Umbau zunächst mit enormen Kosten einher: Vorsteuerbelastungen in Höhe von rund 1,0 Milliarde US-Dollar, hauptsächlich bedingt durch Abfindungen und Stellenstreichungen, verdeutlichen den Ernst der Lage beim US-Giganten.
Auswirkungen auf die deutsche Konkurrenz: Adidas (ISIN: DE000A1EWWW0) und Puma (ISIN: DE0006969603)
Die Schockwellen aus den USA erreichten am heutigen Handelstag unweigerlich auch den deutschen Aktienmarkt. Vorbörslich gerieten die Papiere von Adidas und Puma in Sippenhaft stark unter Druck, konnten sich jedoch im Laufe des Vormittags erfreulicherweise wieder etwas stabilisieren.
Die Adidas-Aktie verzeichnet gegen Mittag nur noch leichte Schwankungen und handelt im Bereich von rund 144 Euro. Analysten wie Wendy Liu von JPMorgan senkten heute zwar das Kursziel für Adidas leicht auf 210 Euro, behielten jedoch die Einstufung „Overweight“ bei, da die breite Produktpipeline des Unternehmens weiterhin überzeugt.
Ähnlich sieht das Bild beim kleineren Konkurrenten Puma aus. Die Puma-Aktie gibt leicht nach und bewegt sich stabil um die Marke von 22 Euro. Marktbeobachter und Analysten betonen zunehmend, dass die aktuellen Probleme bei Nike zu einem großen Teil hausgemacht seien. Für Adidas und Puma könnte die fundamentale Schwäche des US-Giganten auf mittlere Sicht sogar Chancen bieten, um dem Marktführer weitere lukrative Marktanteile abzunehmen.