Moderna stürmt NASDAQ 100: BioNTech unter Zugzwang
Ein historischer Wechsel im prestigeträchtigen US-Tech-Index steht bevor: Der US-Impfstoffhersteller Moderna rückt in den NASDAQ 100 auf und verdrängt den Unterhaltungskonzern Warner Bros. Discovery. Der Vollzug dieses Wechsels zum 9. Oktober bringt nicht nur frisches Kapital für die US-Amerikaner, sondern verleiht auch dem globalen mRNA-Wettbewerb mit dem Mainzer Konkurrenten BioNTech eine neue Dynamik.
Moderna-Aktie im Fokus: Aufstieg in die Tech-Elite
Die Entscheidung der Index-Betreiber markiert einen Meilenstein für Moderna (ISIN: US60770K1079). Durch den Aufstieg in den Auswahlindex der 100 größten Nicht-Finanzunternehmen an der Nasdaq profitiert das Unternehmen von sogenannten Indexeffekten. ETFs und passive Fonds, die den NASDAQ 100 physisch nachbilden, sind nun gezwungen, die Papiere in ihre Portfolios aufzunehmen.
Am frühen Nachmittag unserer Zeit präsentierten sich die Aktien von Moderna in einer robusten Verfassung und notierten bei rund 191 US-Dollar. Im direkten Kontrast dazu steht der Absteiger Warner Bros. Discovery (ISIN: US9344231041). Der Medienriese muss den Index verlassen, was in der Regel zu automatischen Verkäufen durch Indexfonds führt. Die Papiere von Warner Bros. Discovery bewegten sich zuletzt im Bereich von 30,95 US-Dollar.
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ETF-Zuflüsse beflügeln Moderna
Die bevorstehenden Kapitalzuflüsse sind für Moderna ein willkommener Rückenwind. Das Unternehmen investiert massiv in die Pipeline jenseits der Corona-Vakzine, insbesondere in personalisierte Krebsimpfstoffe und RSV-Präparate. Der Zugang zu einem noch breiteren, institutionellen Investorenpool durch die Indexaufnahme könnte die Stellung am Kapitalmarkt weiter festigen.
Das Duell der mRNA-Giganten: Druck auf BioNTech?
Für den Mainzer Rivalen BioNTech (ISIN: US09075V1026) bedeutet der Indexaufstieg des US-Konkurrenten vor allem einen Reputationsgewinn für Moderna im wichtigen US-Heimatmarkt. Dennoch halten sich die Papiere der Deutschen wacker. Gegen Mittag deutscher Zeit notierte die BioNTech-Aktie bei 86,50 Euro und verzeichnete damit leichte Zugewinne im europäischen Handel.
Auch BioNTech treibt seine Pipeline in der Onkologie aggressiv voran. Zwar profitiert das deutsche Unternehmen nicht von den spezifischen US-Index-Zuflüssen des NASDAQ 100, verfügt aber über immense Barreserven, um seine ambitionierte Forschung unabhängig zu finanzieren.
Fazit:
Der Stühlerücken im NASDAQ 100 verschafft der Moderna-Aktie kurzfristig eine hervorragende Ausgangslage, getrieben durch algorithmische Umschichtungen passiver Portfolios. Das langfristige Rennen zwischen Moderna und BioNTech wird jedoch in den Laboren und durch künftige behördliche Zulassungen entschieden. Anleger sollten die erhöhte Handelsaktivität rund um den Stichtag am 9. Oktober genau beobachten.