Microsoft-Zahlen: Azure-Wachstum treibt Gewinn massiv an

Microsoft-Zahlen: Azure-Wachstum treibt Gewinn massiv an
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Microsoft (ISIN: US5949181045) ist mit beeindruckenden Finanzkennzahlen in das erste Quartal des neuen Geschäftsjahres 2027 gestartet. Der US-Technologieriese konnte die Erwartungen der Wall Street sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn deutlich übertreffen. Als zentraler Wachstumsmotor erwies sich einmal mehr das Cloud-Geschäft rund um die Plattform Azure, das von der ungebrochenen Nachfrage nach Anwendungen für Künstliche Intelligenz (KI) profitiert.

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Umsatz und Nettogewinn von Microsoft übertreffen Prognosen

Im abgelaufenen ersten Geschäftsquartal (per Ende September) steigerte der Softwarekonzern seinen Gesamtumsatz im Vorjahresvergleich um 19 Prozent auf 92,3 Milliarden US-Dollar. Analysten hatten im Vorfeld im Durchschnitt lediglich mit Erlösen von rund 90,6 Milliarden US-Dollar gerechnet. Noch deutlicher fiel die positive Überraschung auf der Ergebnisseite aus: Das operative Ergebnis kletterte um 21 Prozent auf 45,9 Milliarden US-Dollar, was einer bemerkenswerten operativen Marge von fast 50 Prozent entspricht.

Unter dem Strich stand ein nach US-Rechnungslegungsstandards (GAAP) ermittelter Nettogewinn von 36,6 Milliarden US-Dollar – ein kräftiger Sprung von 32 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das verwässerte Ergebnis je Aktie (GAAP) legte ebenfalls um 32 Prozent auf 4,92 US-Dollar zu. Auf bereinigter Basis (Non-GAAP), bei der unter anderem Effekte aus den Beteiligungen an OpenAI ausgeklammert werden, erzielte Microsoft einen Gewinn von 4,89 US-Dollar je Aktie und schlug damit die Konsensschätzungen von rund 4,72 US-Dollar souverän.

Cloud-Sparte und Azure-Boom als zentrale Wachstumstreiber

Das Herzstück der starken operativen Entwicklung bleibt die Cloud-Sparte. Der Umsatz im übergeordneten Bereich Microsoft Cloud wuchs im Jahresvergleich um 30 Prozent (währungsbereinigt 31 Prozent) auf 63,9 Milliarden US-Dollar. Besonders dynamisch präsentierte sich die Cloud-Plattform Azure, deren Erlöse um 48 Prozent in die Höhe schnellten. Damit übertraf Microsoft nicht nur die Marktprognosen von knapp 45 Prozent, sondern auch die eigenen Zielsetzungen.

Erstmals schlüsselte das Management aus Redmond den konkreten Umsatzbeitrag von Azure explizit in Dollar auf: Mit 33,17 Milliarden US-Dollar im abgelaufenen Quartal wird deutlich, welche enorme wirtschaftliche Größenordnung die Infrastruktur-Sparte inzwischen erreicht hat. Zudem kletterte der kommerzielle Auftragsbestand (Commercial Remaining Performance Obligation) auf 677 Milliarden US-Dollar, was die hohe Planungssicherheit und die anhaltend robuste Nachfrage von Unternehmenskunden nach Cloud- und KI-Lösungen unterstreicht. Für das laufende zweite Geschäftsquartal stellte die Konzernführung bei Azure sogar eine weitere währungsbereinigte Wachstumsbeschleunigung auf 49 bis 50 Prozent in Aussicht.

Investitionsausgaben im Fokus: Microsoft-Aktie im Sektor-Sog

Ein entscheidendes Detail für Marktteilnehmer waren die Investitionsausgaben (CapEx). Angesichts des milliardenschweren Wettlaufs um den Ausbau von KI-Rechenzentren blicken Investoren derzeit äußerst sensibel auf die Ausgabendisziplin der großen Technologiekonzerne. Microsoft investierte im ersten Quartal reine Sachanlagen in Höhe von rund 39,4 Milliarden US-Dollar (beziehungsweise 45,2 Milliarden US-Dollar inklusive Finanzierungsleasing) und blieb damit im Rahmen der Erwartungen, während der Konzern weiterhin starke Cashflows generierte und 10,2 Milliarden US-Dollar über Dividenden und Aktienrückkäufe an seine Anteilseigner ausschüttete.

An der Börse sorgte das Zahlenwerk unmittelbar nach der Veröffentlichung zunächst für deutliche Kauflaune, die den Titel im nachbörslichen US-Handel zeitweise um mehr als vier Prozent nach oben trieb. Im weiteren Verlauf konnte sich das Papier jedoch einem breit angelegten Abverkauf im Technologiesektor nicht entziehen. Nachdem enttäuschende Ausblicke anderer Branchengrößen am Vortag neue Grundsatzdebatten über die langfristige Rentabilität der massiven KI-Investitionen entfacht hatten, gaben die Papiere ihre anfänglichen Gewinne wieder ab. Auch am heutigen Freitagvormittag zeigt sich die Microsoft-Aktie im deutschen Handel auf Tradegate etwas leichter und notiert mit rund 470,30 Euro knapp 0,6 Prozent im Minus. Fundamental hat der Konzern jedoch eindrucksvoll untermauert, dass sich seine Milliardeninvestitionen in künstliche Intelligenz bereits heute in hochprofitablen Umsätzen auszahlen.