Lockheed Martin: Trägt der Boom auch die Dividende?

Lockheed Martin: Trägt der Boom auch die Dividende?
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Weltweit steigen die Verteidigungsausgaben. Viele Staaten bestellen neue Flugzeuge, Raketen und Luftabwehrsysteme oder füllen ihre geleerten Bestände wieder auf. Lockheed Martin gehört zu den größten Profiteuren dieser Entwicklung.

Für Sie als Dividenden-Anleger stellt sich jedoch eine andere Frage: Kommt der Auftragsboom auch bei der Dividende an? Oder fließt ein großer Teil des zusätzlichen Geldes zunächst in den Ausbau der Produktionskapazitäten?

Aufträge für rund drei Jahresumsätze

An fehlender Nachfrage dürfte das Wachstum vorerst nicht scheitern. Im 2. Quartal erhielt Lockheed Martin neue Aufträge über 65 Mrd. US-Dollar. Dadurch stieg der Auftragsbestand auf den Rekordwert von 230 Mrd. US-Dollar. Das entspricht ungefähr dem Dreifachen des Umsatzes aus dem vergangenen Geschäftsjahr.

Der größte Einzelauftrag ist ein mehrjähriger Vertrag über 35 Mrd. US-Dollar für die Produktion von THAAD-Abfangraketen. Auch bei anderen Raketen- und Luftabwehrsystemen fährt Lockheed Martin die Fertigung hoch. Der Konzern kann dadurch über mehrere Jahre mit vergleichsweise gut planbaren Einnahmen rechnen.

Der hohe Auftragsbestand schafft eine gute Grundlage für verlässliche Ausschüttungen. Er führt jedoch nicht automatisch zu höheren Gewinnen. Lockheed Martin muss die bestellten Systeme zunächst produzieren und ausliefern. Erst dann verwandeln sich die Aufträge schrittweise in Umsatz und freien Cashflow.

Mehr Produktion erfordert hohe Investitionen

Genau darin liegt derzeit die größte Herausforderung. Die Nachfrage nach Raketen, Flugzeugen und Abwehrsystemen ist teilweise höher als die vorhandene Produktionskapazität. Lockheed Martin erweitert deshalb Fertigungsanlagen, beschafft zusätzliche Maschinen und arbeitet bei einzelnen Programmen enger mit anderen Rüstungskonzernen zusammen.

Allein 2025 investierte das Unternehmen mehr als 3,5 Mrd. US-Dollar in zusätzliche Kapazitäten und neue Technologien. Diese Ausgaben belasten zunächst den Cashflow, sollen aber höhere Produktionsmengen ermöglichen. Entscheidend ist daher nicht, ob Lockheed Martin genügend Aufträge erhält, sondern wie schnell und profitabel der Konzern sie abarbeiten kann.

Die jüngsten Zahlen zeigen, dass dies zunehmend gelingt. Der Umsatz stieg im 2. Quartal um 11% auf 20,1 Mrd. US-Dollar. Der freie Cashflow erreichte 2,9 Mrd. US-Dollar. Für das Gesamtjahr rechnet das Management inzwischen mit einem freien Cashflow von mehr als 7 Mrd. US-Dollar.

23 Jahre steigende Dividenden

Lockheed Martin zahlt derzeit eine Quartalsdividende von 3,45 US-Dollar je Aktie. Auf das Jahr hochgerechnet sind das 13,80 US-Dollar. Zuletzt wurde die Ausschüttung um rund 5% erhöht. Damit erhöhte Lockheed Martin die Dividende bereits das 23. Jahr in Folge.

Mit einer Dividendenrendite von rund 2,4% zählt die Aktie nicht zu den klassischen Hochdividendenwerten. Ihre Stärke liegt vielmehr in der Kombination aus regelmäßig steigenden Ausschüttungen und gut planbaren Einnahmen. Zusätzlich kauft Lockheed Martin eigene Aktien zurück. Dadurch verteilt sich der Gewinn künftig auf weniger Aktien.

Ganz frei von Risiken ist das Geschäft dennoch nicht. Verzögerungen, technische Probleme oder höhere Kosten können bei großen Rüstungsprojekten erhebliche Belastungen verursachen. Wie schnell steigende Umsätze tatsächlich zu höheren Gewinnen führen, hängt deshalb auch von der Umsetzung der einzelnen Programme ab.

Was bedeutet das für Sie als Dividenden-Anleger?

Der Rekordauftragsbestand schafft eine gute Grundlage für weitere Dividendenerhöhungen. Zugleich zeigt der freie Cashflow, dass Lockheed Martin trotz hoher Investitionen ausreichend Mittel erwirtschaftet, um die Ausschüttung zu finanzieren.

Größere Dividendensprünge sind daraus jedoch nicht automatisch abzuleiten. Ein erheblicher Teil des Geldes wird weiterhin für zusätzliche Kapazitäten und Aktienrückkäufe benötigt. Entscheidend bleibt deshalb, ob Lockheed Martin den Rekordauftragsbestand in den kommenden Jahren profitabel abarbeitet und damit den freien Cashflow dauerhaft steigert.