Johnson & Johnson: Dividenden-König für ruhige Nerven
Gestern habe ich Ihnen mit Fastenal eine Aktie vorgestellt, mit der Sie ein stark Tech-lastiges Depot breiter aufstellen können. Heute knüpfe ich daran an – mit einem Klassiker unter den defensiven Werten: Johnson & Johnson.
Der Gesundheitskonzern hat vergangene Woche Quartalszahlen vorgelegt. Die Aktie gab danach deutlich nach. Für langfristig orientierte Anleger könnte sich daraus eine interessante Gelegenheit ergeben.
Johnson & Johnson: breit aufgestellter Gesundheitskonzern
Marken wie „Listerine“ oder „Penaten“ gehören nicht mehr zu Johnson & Johnson. Das Konsumgütergeschäft hat der Konzern 2023 unter dem Namen „Kenvue“ an die Börse gebracht. Heute konzentriert sich das 1886 gegründete Traditionsunternehmen auf zwei Sparten: Pharma, etwa mit Krebs- und Immunologie-Medikamenten, sowie Medizintechnik für Chirurgie, Orthopädie, Herz und Augen.
Die Nachfrage nach Medikamenten und Medizintechnik hängt kaum von der Konjunktur ab – und schon gar nicht vom KI-Boom. Das macht die Aktie zu einem stabilisierenden Baustein im Depot.
Zahlen mit Licht und Schatten
Im dritten Quartal stieg der Umsatz um 5,9% auf 25,4 Mrd. Dollar. Das Pharmageschäft wuchs um 7,7%, obwohl der Patentablauf des früheren Kassenschlagers Stelara deutlich bremst. Die Medizintechnik legte dagegen nur um 2,5% zu und blieb hinter den Erwartungen zurück.
Der bereinigte Gewinn je Aktie sank um 7,5% auf 2,59 Dollar. Hauptgrund sind Kosten für eine Übernahme und eine Kooperation, mit denen der Konzern seine Pipeline stärkt. Die Erwartungen der Analysten wurden dennoch übertroffen. Für das Gesamtjahr hob das Management die Prognose leicht an und rechnet jetzt mit 11,05 bis 11,15 Dollar je Aktie.
Zudem könnte ein langjähriger Belastungsfaktor bald wegfallen: Für die Klagen rund um talkumhaltigen Babypuder hat Johnson & Johnson einen Vergleich über mindestens 5,5 Mrd. Dollar vorgeschlagen. Ob er zustande kommt, ist allerdings noch offen.
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Seit 64 Jahren steigende Dividenden
Unternehmen, die ihre Ausschüttung mindestens 50 Jahre in Folge erhöht haben, werden „Dividenden-Könige“ genannt. Bei Johnson & Johnson dauert diese Serie bereits 64 Jahre. Im April wurde die Quartalsdividende um 3% auf 1,34 Dollar angehoben. Das entspricht einer Dividendenrendite von rund 2,1%.

Quelle: TradingView
Rücksetzer im langfristigen Aufwärtstrend
Im April hatte ich Ihnen die Aktie nach einem Rücksetzer vorgestellt und mittelfristig Kurse um 270 Dollar als realistisch bezeichnet. Dieses Ziel wurde im Sommer erreicht. Anfang September markierte die Aktie bei 281 Dollar ein neues Rekordhoch. Nach den Zahlen fiel der Kurs um fast 6%, vom Hoch aus beträgt der Rückgang rund 10%.
Der langfristige Aufwärtstrend ist dadurch nicht gefährdet. Die 200-Tage-Linie bei rund 244 Dollar wurde bei dem Rücksetzer bestätigt und bildet eine wichtige Unterstützung.
Johnson & Johnson eignet sich gut als defensives Basisinvestment für langfristig orientierte Anleger. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 21 für 2027 ist die Aktie angesichts der Qualität angemessen bewertet. Wer sein Depot breiter aufstellen möchte, findet im aktuellen Rücksetzer eine gute Gelegenheit.