Fed-Signal weckt Hoffnungen: Zinspause stützt Aktienmärkte
Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) sorgt für Aufatmen auf dem Börsenparkett. Nach einer Phase der geldpolitischen Verunsicherung schlug Fed-Gouverneur Christopher Waller zuletzt überraschend taubenhafte Töne an. Der Währungshüter signalisierte, dass er bei der kommenden Zinssitzung im September für eine Zinspause stimmen könnte – vorausgesetzt, die anstehenden makroökonomischen Daten bestätigen eine Abkühlung der Preisdynamik. Diese Aussicht wirkte wie ein Befreiungsschlag für die globalen Märkte und löste eine spürbare Erleichterungsrallye aus.
Entspannung am Anleihemarkt: Renditen geben nach
Die unmittelbare Reaktion auf Wallers Äußerungen zeigte sich dort, wo der Druck zuletzt am stärksten lastete: am Anleihemarkt. Die Aussicht auf ein Aussetzen der Zinserhöhungen bremste den rasanten Anstieg der US-Staatsanleiherenditen spürbar ein. So gab die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen US-Staatsanleihen merklich nach und pendelte sich am Freitagvormittag im Bereich von 4,74 Prozent ein. Zuvor hatten Marktakteure eine höhere Wahrscheinlichkeit für einen weiteren Zinsschritt eingepreist, was die Renditen nach oben getrieben und riskante Anlageklassen belastet hatte. Die nun in Aussicht gestellte Zinspause nimmt diesem Aufwärtstrend vorerst den Wind aus den Segeln.
DAX und S&P 500 im Aufwind
Von der sinkenden Zinsangst profitierten die globalen Aktienmärkte massiv. An der Wall Street schöpften die Anleger neue Zuversicht. Der S&P 500 (ISIN: US78378X1072) verzeichnete kräftige Gewinne und notierte am Freitagmittag im Bereich von 7.747 Punkten – der Leitindex rückt damit wieder näher an seine erst im Sommer markierten historischen Höchststände heran.
Auch der deutsche Aktienmarkt ließ sich von den positiven Vorgaben aus den Vereinigten Staaten anstecken. Der DAX (ISIN: DE0008469008) eroberte nach einer zuvor eher schwächeren Handelswoche seine wichtige psychologische Hürde zurück und notierte gegen Freitagmittag bei rund 26.049 Punkten. Technologiewerte und zinssensible Branchen zählten dabei zu den stärksten Profiteuren der entspannteren Zinsaussichten.
Datenabhängigkeit bleibt das Zünglein an der Waage
Trotz des aktuellen Optimismus mahnt die US-Notenbank zur Vorsicht. Fed-Gouverneur Waller betonte unmissverständlich, dass sein Votum eng an die kommenden Wirtschaftsdaten geknüpft ist. Sollten die Inflationsdaten für den Monat August überraschend hoch ausfallen und den jüngsten Disinflationstrend umkehren, stehe eine Zinserhöhung Mitte September weiterhin ausdrücklich auf der Agenda.
Für Anleger bedeutet das: Der Fokus richtet sich nun voll und ganz auf den anstehenden US-Arbeitsmarktbericht sowie die kommenden Verbraucherpreiszahlen. Diese Indikatoren werden final darüber entscheiden, ob die Fed tatsächlich den Fuß vom Bremspedal nimmt oder ob der Zinsgipfel noch nicht erreicht ist. Bis dahin bleibt die Zinsfantasie der stärkste Treiber für die laufende Erholung an den Finanzmärkten.