Constellation Energy: Google-Deal als Wendepunkt?

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Die KI-Rechenzentren brauchen gewaltige Mengen Strom. Davon sollten eigentlich Stromerzeuger wie Constellation Energy profitieren. Die Aktie hatte in diesem Jahr dennoch einen schweren Stand. Ein Großauftrag von Google könnte jetzt die Wende einleiten. Ob sich ein genauerer Blick lohnt, schauen wir uns heute an.

Größter Atomstrom-Produzent der USA

Constellation Energy aus Baltimore ist der größte Betreiber von Kernkraftwerken in den USA. Das Unternehmen wurde 2022 vom Versorger Exelon abgespalten. Durch die Übernahme von Calpine erzeugt Constellation seit diesem Jahr auch in großem Stil Strom aus Gas und Erdwärme.

Gefragt ist vor allem der Atomstrom. Er ist rund um die Uhr verfügbar und CO2-frei. Genau das suchen Tech-Konzerne für ihre Rechenzentren. Mit Microsoft und Meta hat Constellation bereits langfristige Verträge geschlossen.

Google-Deal sorgt für Planbarkeit

Anfang Oktober folgte Google. Der Mutterkonzern Alphabet hat einen Stromabnahmevertrag über 20 Jahre unterzeichnet. Damit rüstet Constellation elf Reaktoren auf und schafft 890 Megawatt zusätzliche Leistung. Das entspricht etwa einem neuen Kernkraftwerk. Die Investitionen belaufen sich auf über 4,3 Mrd. Dollar. Hinzu kommt ein 15-jähriger Liefervertrag über 2.700 Megawatt aus bestehenden Kraftwerken.

Der Deal ändert kurzfristig wenig, macht die Gewinnentwicklung aber für viele Jahre planbarer und dürfte ab 2028 einen zusätzlichen Schub liefern. Die erste Zusatzleistung ist für 2028 geplant, die volle Kapazität erst bis 2032. Welchen Preis Google zahlt, ist zudem nicht bekannt.

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Prognose angehoben

Operativ läuft es ordentlich. Im zweiten Quartal stieg der Umsatz um 23% auf 7,50 Mrd. Dollar und blieb damit leicht unter den Erwartungen. Der bereinigte Gewinn kletterte von 1,91 auf 2,55 Dollar je Aktie und lag deutlich über der Analystenschätzung von 2,29 Dollar. Die Jahresprognose hob das Management auf 11,50 bis 12,50 Dollar je Aktie an.

Anfang November folgen die Zahlen zum dritten Quartal. Analysten erwarten einen Gewinn von knapp 4 Dollar je Aktie. Auf Basis der Gewinnschätzungen für 2027 liegt das KGV bei rund 22. Angesichts des starken Wachstums lässt diese Bewertung durchaus Luft nach oben.

Quelle: TradingView

200-Tage-Linie im Fokus

Mit dem Kurssprung nach der Google-Meldung ist die Aktie über die 200-Tage-Linie gestiegen, die aktuell bei gut 285 Dollar verläuft. Mit der neuerlichen Marktschwäche nach den Inflationsdaten wurde der gleitende Durchschnitt zunächst wieder unterboten. Gestern schloss der Kurs bei 275 Dollar.

Entscheidend ist jetzt, ob sich der Kurs über dem gleitenden Durchschnitt etablieren kann. Ein Anstieg über das Hoch nach der Google-Meldung bei rund 310 Dollar wäre ein Zeichen für eine nachhaltige Trendwende. Bleibt die Aktie dagegen unter der 200-Tage-Linie, wäre der Ausbruch vorerst gescheitert. Constellation ist ein direkter Profiteur des KI-Strombedarfs und der Google-Deal stärkt die langfristige Perspektive. Charttechnisch steht die Aktie aber erst am Anfang einer möglichen Wende. Wer sich für den Wert interessiert, sollte eine Bestätigung abwarten, idealerweise mit den Zahlen Anfang November.