Citigroup: 40 % mehr Gewinn im Q3 – Aktie unter Druck

Citigroup: 40 % mehr Gewinn im Q3 – Aktie unter Druck
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Die US-Großbank Citigroup (ISIN: US1729674242) hat im dritten Quartal 2026 operativ überzeugt und die Erwartungen der Wall Street deutlich übertroffen. Angetrieben von einem florierenden Wertpapier- und Devisenhandel sowie Zuwächsen im Firmenkundengeschäft kletterte der Nettogewinn im Jahresvergleich um 40 Prozent auf 5,25 Milliarden US-Dollar (Vorjahreszeitraum: 3,75 Milliarden US-Dollar). Trotz des starken Zahlenwerks reagierten die Anleger an der Heimatbörse New York Stock Exchange (NYSE) zuletzt verhalten und schickten das Papier aufgrund eines vorsichtigen Ausblicks nach unten.

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Citigroup übertrifft im dritten Quartal die Erwartungen

Im abgelaufenen Jahresviertel steigerte das Finanzinstitut seinen verwässerten Gewinn je Aktie (EPS) um 53 Prozent auf 2,85 US-Dollar. Damit ließ die Bank die Konsensschätzungen der Analysten, die laut Daten von Bloomberg und FactSet im Schnitt bei 2,65 bis 2,66 US-Dollar gelegen hatten, klar hinter sich.

Beim Vorjahresvergleich ist zu berücksichtigen, dass das dritte Quartal 2025 durch eine Wertberichtigung (Goodwill Impairment) in Höhe von 714 Millionen US-Dollar nach Steuern im Zusammenhang mit dem Teilverkauf der mexikanischen Tochter Banamex belastet war. Doch auch bereinigt um diesen Sondereffekt legte der Nettogewinn um beachtliche 17 Prozent zu, während das bereinigte Ergebnis je Aktie um 27 Prozent stieg.

Die Gesamterträge der Citigroup wuchsen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 8 Prozent auf 23,8 Milliarden US-Dollar und markierten damit den höchsten Drittquartalsumsatz des Instituts seit einem Jahrzehnt. Die Eigenkapitalrendite auf das materielle Stammkapital (RoTCE), eine für Investoren zentrale Profitabilitätskennzahl, verbesserte sich um 180 Basispunkte auf 11,5 Prozent.

Starker FICC-Handel und Services als Wachstumstreiber

Maßgeblichen Anteil am Erfolg hatte die Handelssparte (Markets), deren Gesamterlöse um 6 Prozent zulegten. Insbesondere der Handel mit festverzinslichen Wertpapieren, Währungen und Rohstoffen (FICC) erwies sich als verlässliche Stütze: Mit einem Umsatzplus von 4 Prozent auf 4,4 Milliarden US-Dollar verzeichnete der Bereich das beste dritte Quartal seit mindestens zehn Jahren und übertraf die Analystenprognosen von 4,3 Milliarden US-Dollar. Noch dynamischer entwickelte sich der Aktienhandel (Equities), der dank einer starken Nachfrage im Bereich Prime Services um 14 Prozent auf 1,7 Milliarden US-Dollar ansprang.

Darüber hinaus glänzten weitere Kernsegmente der Großbank:

  • Services: Die Sparte für den globalen Zahlungsverkehr und das Cash-Management von multinationalen Konzernen und Institutionen steigerte ihre Erlöse um 15 Prozent auf 6,6 Milliarden US-Dollar.
  • Wealth Management: In der Vermögensverwaltung kletterten die Umsätze ebenfalls um 15 Prozent. Das Netto-Neugeld (Net New Investment Assets) erreichte im Quartal 38 Milliarden US-Dollar.
  • Banking: Die Erträge im Bankgeschäft legten um 6 Prozent auf 1,7 Milliarden US-Dollar zu. Innerhalb des Investmentbankings (plus 9 Prozent) sorgte vor allem das Geschäft an den Aktienkapitalmärkten (ECM) mit einem Zuwachs von 77 Prozent für Rückenwind, was leichte Rückgänge im Beratungs- und Fremdkapitalgeschäft kompensierte.

Die operativen Aufwendungen sanken auf berichteter Basis um 2 Prozent auf 14,0 Milliarden US-Dollar (bereinigt um den Banamex-Sondereffekt aus dem Vorjahr ergab sich ein moderater Anstieg von 3 Prozent). Die Aufwands-Ertrags-Relation (Efficiency Ratio) verbesserte sich auf rund 58,5 Prozent. Zudem schüttete die Citigroup im abgelaufenen Quartal 4,1 Milliarden US-Dollar über Dividenden und Aktienrückkäufe an ihre Anteilseigner aus und hob die Quartalsdividende um 12 Prozent auf 0,67 US-Dollar je Aktie an.

Citigroup-Aktie: Warum der Kurs trotz Rekordumsatz nachgibt

Obwohl Vorstandschefin Jane Fraser betonte, dass die Bank auf einem guten Weg sei, ihr Renditeziel für das Gesamtjahr 2026 von über 11 Prozent (RoTCE) zu übertreffen, reagierte die Börse mit Gewinnmitnahmen. Nach der Vorlage der Quartalszahlen geriet die Citigroup-Aktie im US-Handel an der NYSE spürbar unter Druck und ging am gestrigen Dienstag mit einem Abschlag von 5,6 Prozent aus dem Handel. Auch zur Wochenmitte zeigt sich das Papier im Umfeld nachgebender Kursziele zunächst verhalten.

Marktbeobachter führen die Kursreaktion vor allem auf den vorsichtigen Ausblick des Managements für das laufende Schlussquartal zurück. So wies die Bankführung auf die typische saisonale Abschwächung im Handelsgeschäft im vierten Quartal hin, die ähnlich wie im Vorjahr zu einem spürbaren Rückgang der Handelsumsätze gegenüber dem Vorquartal führen könnte. Zudem sorgten leicht rückläufige Nettozinsmargen sowie eine höhere Risikovorsorge im Kreditkartengeschäft bei einigen Investoren für Zurückhaltung.

Mehrere Analysehäuser passten infolgedessen am Mittwoch ihre Bewertungen an: Während die Royal Bank of Canada ihr Kursziel von 150 auf 135 US-Dollar reduzierte, nahmen auch Jefferies (von 160 auf 155 US-Dollar), Goldman Sachs (von 156 auf 155 US-Dollar) und TD Cowen (von 150 auf 148 US-Dollar) leichte Korrekturen vor. Dennoch stufen zahlreiche Experten wie TD Cowen das Papier weiterhin als Kauf ein und werten den jüngsten Rücksetzer angesichts der intakten langfristigen Restrukturierung als Überreaktion des Marktes.