Boeing 737 Max: Software-Fehler sorgt für Lieferstopps

Boeing 737 Max: Software-Fehler sorgt für Lieferstopps
© Florence Piot | stock.adobe.com
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Der US-Flugzeugbauer Boeing (ISIN: US0970231058) sieht sich bei seinem wichtigsten Flugzeugtyp, der 737 Max, mit neuen technischen Hürden konfrontiert. Ein kürzlich entdeckter Software-Fehler in den Systemen der Maschine sorgt für Unmut bei großen US-Fluggesellschaften und hat inzwischen auch die US-Luftfahrtbehörde FAA auf den Plan gerufen. Die Thematik überschattet die Bemühungen des Konzerns, die noch ausstehenden Zertifizierungen für die Modellvarianten Max 7 und Max 10 voranzutreiben.

VNAV-Ausfall bei der Boeing 737 Max

Kern des Problems ist das Flight Management Computer (FMC) System, genauer gesagt die Software-Versionen 14 und 14.1. Wie aus aktuellen Berichten des Wall Street Journal hervorgeht, kann sich die vertikale Navigationsautomatik (VNAV) unter ganz bestimmten Umständen unerwartet deaktivieren. Dies geschieht in der Regel dann, wenn Piloten einen sogenannten Präzisionsanflug mit eingeschaltetem Autopiloten abbrechen (Go-Around) und anschließend die vorprogrammierte Flugroute im System ändern.

Schaltet sich die VNAV-Funktion in diesem kritischen Moment ab, wechselt das Flugzeug in einen simpleren Steig- oder Sinkflugmodus. Der Autopilot bleibt zwar grundsätzlich aktiv, die Piloten müssen die vertikale Flugbahn jedoch stärker manuell überwachen und anpassen. Branchenkenner weisen darauf hin, dass dies die Arbeitsbelastung der Crew in einer ohnehin stressigen Flugphase – dem Durchstarten in geringer Höhe – unnötig erhöht.

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FAA greift ein und Airlines ziehen Konsequenzen

Boeing selbst stuft den Fehler nicht als akutes Sicherheitsrisiko ein und betont, dass alle Piloten darauf trainiert seien, das Flugzeug auch ohne die VNAV-Unterstützung sicher zu fliegen und zu landen. Dennoch schrillen bei den Regulierungsbehörden die Warnsysteme. Die US-Luftfahrtbehörde FAA hat angekündigt, ein sogenanntes „Corrective Action Review Board“ (CARB) einzuberufen, um das Software-Problem detailliert zu untersuchen.

Die Fluggesellschaften wollen indes kein unnötiges Risiko eingehen. Große amerikanische Betreiber wie Southwest Airlines und United Airlines haben bereits reagiert und Boeing mitgeteilt, dass sie vorerst keine neuen 737-Max-Maschinen abnehmen werden, die mit den betroffenen Software-Versionen ausgestattet sind. Stattdessen fordern die Airlines die Installation einer bewährten, älteren Software-Generation, bis Boeing einen finalen Patch entwickelt hat. Die Ingenieure des Konzerns arbeiten laut Unternehmensangaben bereits mit Hochdruck an einer dauerhaften Lösung.

Auswirkungen auf die Boeing-Aktie (ISIN: US0970231058)

Für Anleger stellt sich die Frage, wie schwerwiegend dieser erneute Rückschlag für Boeing langfristig ist. Am Vormittag des heutigen Handelstages zeigt sich die Boeing-Aktie trotz der negativen Schlagzeilen relativ unbeeindruckt. Im vorbörslichen US-Handel verzeichnete die Aktie nur ein leichtes Minus von rund 0,6 Prozent. Die Papiere tendieren in der Vorbörse jedoch weitgehend stabil und verzeichnen lediglich leichte Schwankungen nahe ihrer jüngsten Schlussstände. Ein breiter Abverkauf bleibt aus, da der Markt das Problem aktuell als lösbares Software-Thema einstuft und nicht als fundamentales Konstruktionsdesaster.

Dennoch bleibt die Situation für das Unternehmen angespannt. Boeing wartet dringend auf die endgültigen FAA-Zulassungen für die Max-Varianten 7 und 10. Jeder weitere Fehler, der die Aufmerksamkeit der Regulierungsbehörden auf sich zieht, könnte diesen sensiblen Zertifizierungsprozess weiter in die Länge ziehen und die mittelfristigen Auslieferungsziele des Unternehmens belasten. Investoren sollten die kommenden Updates der FAA und die Auslieferungszahlen des Konzerns in den nächsten Wochen genau im Auge behalten.