Berkshire Hathaway: Neuer Chef lässt das Geld arbeiten

Berkshire Hathaway: Neuer Chef lässt das Geld arbeiten
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Das ist quasi ein vorgezogenes Geburtstagsgeschenk für den Berkshire-Großaktionär Warren Buffett (die Börsen-Legende wird am 30. August stolze 96 Jahre alt). Die von Buffett 60 Jahre lang geführte US-amerikanische Investment-Holding hat im 2. Quartal 2026 erneut prächtig verdient. Der operative Gewinn stieg um 16% auf 12,98 Mrd. US-Dollar.

Auch der Umsatz entwickelte sich erfreulich: Er legte um rund 10% auf 101,8 Mrd. US-Dollar zu. Der ausgewiesene Nettogewinn hat sich sogar mehr als verdoppelt und erreichte 25,67 Mrd. Dollar nach 12,37 Mrd. Dollar im Vorjahr.

Hier sollten Sie allerdings genauer hinschauen: Ein erheblicher Teil des Anstiegs stammt aus nicht realisierten Kursgewinnen im Aktienportfolio. Berkshire selbst warnt deshalb davor, den Nettogewinn als Maßstab für die operative Entwicklung zu verwenden.

Eisenbahn und Energie überzeugen

Die Eisenbahntochter BNSF steigerte ihren Gewinn um 6% auf 1,56 Mrd. US-Dollar. Noch stärker präsentierte sich Berkshire Hathaway Energy: Der Gewinn kletterte um 27% auf 891 Mio. US-Dollar. Auch die zahlreichen Industrie-, Dienstleistungs- und Handelsunternehmen des Konzerns entwickelten sich sehr gut. Ihr Ergebnis erhöhte sich von 3,60 auf 4,47 Mrd. US-Dollar.

Ein Wermutstropfen bleibt allerdings das Versicherungsgeschäft. Vor allem Geico enttäuschte: Der versicherungstechnische Gewinn des Autoversicherers reduzierte sich deutlich. Steigende Schadensfälle und höhere Marketingausgaben belasteten die Profitabilität. Für Sie als Anleger ist das ein Punkt, den Sie im weiteren Jahresverlauf im Auge behalten sollten.

Greg Abel setzt Buffetts Cash-Berg ein

Noch interessanter als die Quartalszahlen ist die Kapitalallokation. Unter dem neuen Berkshire-Chef Greg Abel beginnt das Unternehmen, den über Jahre aufgebauten gigantischen Liquiditätsbestand einzusetzen. Ende Juni verfügte der Konzern noch über rund 365 Mrd. US-Dollar an Cash und kurzfristigen Anlagen, nach dem Rekordwert von rund 380 Mrd. US-Dollar drei Monate zuvor.

Allein im 2. Quartal kaufte Berkshire eigene Aktien im Wert von rund 4,5 Mrd. US-Dollar zurück. Gleichzeitig wurde Berkshire erstmals seit 14 Quartalen wieder zum Netto-Käufer von Aktien und investierte rund 20 Mrd. US-Dollar mehr in Wertpapiere als verkauft wurden. Besonders bemerkenswert: Rund 10 Mrd. US-Dollar flossen in Alphabet-Aktien. Hinzu kam die Übernahme des US-Hausbauers Taylor Morrison.

Berkshire bleibt ein Qualitätsanker

Damit sendet Abel ein wichtiges Signal: Berkshire sitzt nicht mehr nur auf einem gigantischen Cash-Berg, sondern beginnt, Kapital wieder gezielt einzusetzen. Genau das dürfte auf Dauer entscheidend sein.

Für Sie als langfristig orientierten Anleger bleibt Berkshire Hathaway damit interessant. Der Konzern vereint starke Versicherungsaktivitäten, Eisenbahn, Energie, Industrieunternehmen und ein milliardenschweres Aktienportfolio. Gleichzeitig verfügt Berkshire über eine außergewöhnliche finanzielle Schlagkraft für weitere Übernahmen und Aktienrückkäufe.

Die Zahlen zeigen: Auch ohne Warren Buffett an der Spitze funktioniert das Berkshire-Modell. Jetzt kommt es darauf an, ob Greg Abel das Kapital ebenso diszipliniert und wertorientiert einsetzen kann wie sein legendärer Vorgänger.