Amphenol-Aktie: KI-Boom treibt Umsatz über 10 Milliarden
Der US-amerikanische Technologiespezialist Amphenol (ISIN: US0320951017) hat im dritten Quartal 2026 einen historischen Meilenstein erreicht. Angetrieben durch den weltweiten Ausbau von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz (KI) sowie die fortschreitende Elektrifizierung in zahlreichen Industrien durchbrach der Hersteller von Steckverbindern, Sensoren und Verkabelungssystemen erstmals in seiner Unternehmensgeschichte die Umsatzmarke von zehn Milliarden US-Dollar in einem einzelnen Quartal. Die Erwartungen der Wall Street wurden dabei auf breiter Front übertroffen.
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Amphenol mit Rekordquartal: Die Finanzkennzahlen im Detail
Im abgelaufenen dritten Jahresviertel steigerte Amphenol seine Erlöse im Vorjahresvergleich um beeindruckende 65 Prozent auf den Rekordwert von rund 10,2 Milliarden US-Dollar. Analysten hatten im Vorfeld im Schnitt lediglich mit einem Umsatz von etwa 9,44 bis 9,49 Milliarden US-Dollar gerechnet. Besonders bemerkenswert ist die Qualität dieses Wachstums: Zwar trugen strategische Zukäufe – darunter die jüngste Akquisition von CommScope – maßgeblich zur Expansion bei, doch auch das rein organische Wachstum lag bei außergewöhnlich starken 37 Prozent.
Auch auf der Ergebnisseite überzeugte der Konzern mit hoher Kostendisziplin und operativer Hebelwirkung. Die bereinigte operative Marge weitete sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 220 Basispunkte auf einen Spitzenwert von 29,7 Prozent aus. Der bereinigte verwässerte Gewinn je Aktie (EPS) schoss infolgedessen um 74 Prozent auf 0,80 US-Dollar nach oben (Vorjahr: 0,46 US-Dollar) und ließ die Konsensschätzung der Marktbeobachter von 0,72 US-Dollar klar hinter sich. Der freie Cashflow erreichte mit 1,6 Milliarden US-Dollar ebenfalls eine neue Bestmarke.
KI-Rechenzentren als Wachstumsmotor für Amphenol
Als wichtigster Treiber hinter den Rekordzahlen erwies sich erneut das Segment IT-Datacom, das mittlerweile fast die Hälfte (48 Prozent) der gesamten Konzernerlöse ausmacht. In diesem Bereich verdoppelte sich der Umsatz in US-Dollar gerechnet nicht nur, sondern legte um 117 Prozent zu – organisch betrug das Plus 77 Prozent. Nach Angaben des Managements entfallen inzwischen rund drei Viertel der Umsätze in der Datacom-Sparte auf Produkte, die direkt in KI-Anwendungen und entsprechenden Hochleistungs-Rechenzentren zum Einsatz kommen.
Darüber hinaus zeigte sich die Nachfrage auch in den weiteren Endmärkten äußerst robust. Sowohl im Verteidigungssektor als auch in der Industrieautomation, der Automobilbranche und bei mobilen Endgeräten verzeichnete Amphenol deutliche Zuwächse. In fünf von sieben Endmärkten gelang dem Unternehmen ein organisches Wachstum von über 20 Prozent.
Auftragsbestand wächst: Höhere Dividende und Aktienrückkäufe
Dass der Nachfrageschub keineswegs an Dynamik verliert, belegt der Blick auf die Auftragsbücher. Der Auftragseingang sprang im dritten Quartal im Jahresvergleich um 99 Prozent auf den Rekordwert von 12,17 Milliarden US-Dollar nach oben. Das sogenannte Book-to-Bill-Verhältnis – das Verhältnis von Auftragseingang zu Umsatz – lag bei sehr starken 1,19 zu 1. Aufträge laufen somit weiterhin deutlich schneller ein, als sie ausgeliefert werden können.
Aufgrund dieser komfortablen Ausgangslage schraubte der Vorstand seine Prognose für das Gesamtjahr 2026 nach oben und erhöhte zudem die Umsatz- und Gewinnerwartungen für den Zukauf CommScope. Für das laufende vierte Quartal stellt die Unternehmensführung im Mittel einen Umsatz von rund 10,4 Milliarden US-Dollar sowie ein bereinigtes Ergebnis je Aktie zwischen 0,81 und 0,83 US-Dollar in Aussicht, was ebenfalls über den bisherigen Markterwartungen liegt.
Zusätzlich lässt Amphenol seine Aktionäre direkt am geschäftlichen Erfolg teilhaben: Das Management verkündete eine Anhebung der Quartalsdividende um 20 Prozent auf 0,15 US-Dollar je Anteilsschein. Flankiert wird dieser Schritt von einem neuen, auf drei Jahre angelegten Aktienrückkaufprogramm im Volumen von vier Milliarden US-Dollar, das im Januar 2027 in Kraft tritt.
Kursreaktion der Amphenol-Aktie an der NYSE
An der Heimatbörse, der New York Stock Exchange (NYSE), nahmen Anleger das Zahlenwerk und den angehobenen Ausblick wohlwollend auf. Nachdem die Amphenol-Aktie im vorbörslichen US-Handel zunächst zeitweise um über sechs Prozent auf bis zu 83,15 US-Dollar angesprungen war, pendelte sich das Papier im regulären Handelsverlauf auf einem solideren Niveau ein. Am späten US-Nachmittag notierte der Titel an der NYSE bei 81,03 US-Dollar, was einem Tagesplus von rund 3,6 Prozent gegenüber dem Vortagesschlusskurs von 78,21 US-Dollar entspricht.