Amazon: Milliardenanleihe und Satelliten-Ausbau

Amazon: Milliardenanleihe und Satelliten-Ausbau
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Der Tech-Gigant Amazon baut nicht nur seine globale Infrastruktur massiv aus, sondern sichert sich dafür auch frisches Kapital auf neuen Wegen. Gleich zwei strategische Meilensteine meldet der Konzern in dieser Woche: Zum einen feierte Amazon ein höchst erfolgreiches Debüt am britischen Anleihemarkt, zum anderen beschleunigt das Unternehmen den Ausbau seines Satelliten-Breitbandprojekts – vormals bekannt als Project Kuiper, mittlerweile umbenannt in Amazon Leo.

Erfolgreiches Debüt von Amazon am Pfund-Anleihemarkt

Um die enormen Investitionskosten für Künstliche Intelligenz und die globale Cloud-Infrastruktur zu stemmen, diversifiziert Amazon zunehmend seine Finanzierungsquellen. Nun hat der US-Konzern erstmals Anleihen in britischen Pfund begeben und dabei insgesamt 4,25 Milliarden Pfund (umgerechnet rund 5,8 Milliarden US-Dollar) eingesammelt.

Die Nachfrage der institutionellen Investoren war gewaltig: Die Orderbücher waren in der Spitze mit über 11 Milliarden Pfund massiv überzeichnet. Platziert wurden vier Tranchen mit Laufzeiten von drei bis zu 19 Jahren. Der Schritt zeigt eindrucksvoll, dass der Markt dem Cloud- und E-Commerce-Riesen weiterhin sehr viel Kapital zur Verfügung stellt, auch wenn die extrem hohen Investitionsausgaben der sogenannten Hyperscaler in letzter Zeit an der Wall Street vereinzelt kritischer beäugt wurden.

Amazon Leo: Europas Ariane 6 profitiert vom Satelliten-Wettlauf

Neben dem KI-Ausbau verschlingt auch der Weltraum Milliarden. Auf dem International Space Summit in Paris gab Amazon am Mittwoch bekannt, sechs weitere Raketenstarts bei dem europäischen Raumfahrtunternehmen Arianespace gebucht zu haben. Damit erhöht sich die Zahl der geplanten Flüge mit der neuen Schwerlastrakete Ariane 64 für den Tech-Giganten auf insgesamt 24.

Das Megaprojekt, das dem Starlink-Netzwerk von SpaceX Konkurrenz machen soll, firmiert inzwischen unter dem Namen „Amazon Leo“ und macht deutliche Fortschritte. Die zusätzlichen Flüge ab 2029 vom Weltraumbahnhof in Französisch-Guayana sollen dabei helfen, die geplante Konstellation von über 3.200 Satelliten in den niedrigen Erdorbit zu befördern. Allein im laufenden Jahr 2026 hat Arianespace bereits 100 Amazon-Satelliten erfolgreich ins All gebracht.

Wie reagiert die Amazon-Aktie (ISIN: US0231351067)?

Trotz des rasanten Expansionstempos und der damit verbundenen Vorabkosten zeigt sich die Amazon-Aktie (ISIN: US0231351067) an den Börsen bemerkenswert widerstandsfähig. Im europäischen Handel am Donnerstagvormittag pendelte das Papier bei rund 216 Euro und hielt damit ein vergleichsweise stabiles Niveau.

Die aktuelle Marktreaktion macht deutlich: Anleger vertrauen mehrheitlich darauf, dass sich die gigantischen Investitionen in die Cloud-, KI- und Satelliten-Infrastruktur langfristig in Form von neuen, hochprofitablen Einnahmequellen auszahlen werden. Der Einstieg in den Markt für weltweites Satelliten-Breitband bietet Amazon nicht nur die Chance auf ein neues Milliardengeschäft, sondern dürfte mittelfristig auch das konzerneigene E-Commerce-Wachstum in entlegeneren Regionen der Erde beflügeln.

Wir werden die weiteren strategischen Schritte des Unternehmens für Sie engmaschig verfolgen.