Amazon-Aktie: KI-Boom treibt Kursziel auf 350 US-Dollar
Die US-Investmentbank Morgan Stanley (ISIN: US6174464486) sorgt für kräftigen Rückenwind bei den Papieren von Amazon (ISIN: US0231351067). In einer aktuellen Studie hat Analyst Brian Nowak den Technologie- und E-Commerce-Giganten zum „Top Pick“ unter den US-Technologiewerten gekürt. Gleichzeitig bestätigte der Experte seine Einstufung mit „Overweight“ und schraubte das Kursziel von zuvor 335 auf nunmehr 350 US-Dollar nach oben.
An der Technologiebörse Nasdaq reagierten Anleger bereits zum Wochenauftakt euphorisch auf die Neueinschätzung und trieben das Papier um knapp fünf Prozent nach oben auf einen Schlusskurs von 262,45 US-Dollar. Auch im heutigen Handel gegen Mittag behauptet die Amazon-Aktie ihre jüngsten Aufschläge auf diesem Kursniveau und notiert an den deutschen Handelsplätzen wie der Börse Stuttgart fest im Bereich von 234,20 Euro.
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Amazon Web Services (AWS) und die „Rule of 90“ als Kurstreiber
Im Zentrum der optimistischen Prognose von Morgan Stanley steht die Cloud-Sparte Amazon Web Services (AWS). Nach Einschätzung von Brian Nowak unterschätzt die Wall Street weiterhin das langfristige Umsatz- und Gewinnpotenzial des Cloud-Geschäfts im Zuge des Booms rund um Künstliche Intelligenz (KI). Durch die beschleunigte Bereitstellung neuer KI-Infrastrukturen sowie steigende Liefermengen von Grafikprozessoren des Chipherstellers Nvidia (ISIN: US67066G1040) erwartet der Analyst eine deutliche Wachstumsbeschleunigung.
Konkret kalkuliert Morgan Stanley für AWS mit einem Umsatzplus von 47 Prozent im Jahr 2027 sowie weiteren 42 Prozent im Jahr 2028. Damit sieht Nowak die Cloud-Tochter in den Jahren 2027 und 2028 auf dem besten Weg zur sogenannten „Rule of 90“. Diese Kennziffer beschreibt eine außergewöhnliche finanzielle Dynamik, bei der die Summe aus jährlicher Umsatzwachstumsrate und operativer Gewinnmarge die Marke von 90 Prozent erreicht oder übertrifft. Zum Vergleich: Im zweiten Quartal kam AWS bei einem Umsatzwachstum von 36,7 Prozent und einer operativen Marge von 39,3 Prozent bereits auf einen kombinierten Wert von 76 Punkten.
Sollte dieser Sprung gelingen, dürfte der Gesamtkonzern laut den Berechnungen von Morgan Stanley im Jahr 2028 einen Gewinn je Aktie (EPS) von rund 16,50 US-Dollar erwirtschaften. Langfristig hält Nowak für AWS – ausgehend von einer aktuellen annualisierten Umsatzrate von etwa 169 Milliarden US-Dollar – sogar einen Jahresumsatz von einer Billion US-Dollar für erreichbar.
Weitere Wachstumskatalysatoren für die Amazon-Aktie: KI-Shopping und Robotik
Neben der reinen Cloud-Infrastruktur hebt die Analyse weitere strategische Hebel hervor, die für eine Neubewertung der Amazon-Aktie sprechen:
- KI-Plattform Bedrock: Die zunehmende Verbreitung von Amazons eigener KI-Plattform Bedrock bei Unternehmenskunden sorgt für zusätzliche wiederkehrende Erlöse im Cloud-Segment.
- Agentengestützter E-Commerce: Amazon ist durch sein dichtes Logistiknetzwerk und die loyale Prime-Kundenbasis hervorragend positioniert, um vom Trend des KI-gestützten Onlineshoppings zu profitieren. Zudem hält Nowak perspektivisch eine Kooperation mit Meta Platforms (ISIN: US30303M1027) im Bereich des sozialen Handels für denkbar.
- Effizienzsteigerung durch Robotik: Der konsequente Einsatz von Automatisierung und Robotik in den weltweiten Logistikzentren drückt die Stückkosten schneller als bisher modelliert. Für jede weiteren zehn Prozent des weltweiten Paketvolumens, die über automatisierte Fulfillment-Center abgewickelt werden, veranschlagt Morgan Stanley jährliche Kosteneinsparungen in Höhe von zwei bis vier Milliarden US-Dollar.
Einordnung für Anleger: Chancen und Risiken im Blick
Mit dem neuen Kursziel von 350 US-Dollar – und einem von Morgan Stanley skizzierten Bullen-Szenario von 410 US-Dollar bei einem Bären-Szenario von 220 US-Dollar – reiht sich die Investmentbank in den überwiegend positiven Grundtenor der Wall Street ein. Das durchschnittliche Analystenkursziel am Markt bewegt sich derzeit knapp oberhalb von 330 US-Dollar.
Dennoch sollten Investoren auch die Kehrseite der massiven Expansion beachten: Die hohen Investitionsausgaben (CapEx) für den Ausbau der KI-Rechenzentren belasten kurzfristig den freien Cashflow, während Engpässe bei der Energieversorgung die sofortige Auslastung neuer Serverkapazitäten bremsen können. Entscheidend für die weitere Kursentwicklung wird daher sein, wie schnell Amazon seine Milliardeninvestitionen in den kommenden Quartalen in messbares Gewinnwachstum bei AWS ummünzen kann.

Jahreschart Amazon Aktie, Quelle: https://oct.mymarkets.com
Dieser Text wurde unter Einsatz von KI-Tools erstellt und redaktionell überarbeitet.