KI-Boom: Microsoft und Amazon glänzen, Alphabet strauchelt
Die jüngste Berichtssaison der großen Technologiekonzerne hat einen deutlichen Wendepunkt in der Bewertung von Künstlicher Intelligenz (KI) markiert. Die Reaktionen der Märkte auf die Bilanzen der sogenannten Hyperscaler zeigen eindrucksvoll: Anleger differenzieren bei der KI-Rallye immer genauer.
Es reicht nicht mehr aus, lediglich massive Investitionen in die Zukunftstechnologie anzukündigen. Entscheidend für die Gunst der Börse ist mittlerweile die unmittelbare Berechenbarkeit der KI-Erlöse. Während Microsoft und Amazon für ihr Cloud- und KI-Geschäft gefeiert werden, musste Alphabet an der Börse Federn lassen.
Microsoft und Amazon: KI-Dienste kurbeln das Cloud-Wachstum an
Für Microsoft (ISIN: US5949181045) und Amazon (ISIN: US0231351067) geht die Strategie voll auf. Beide Unternehmen konnten nachweisen, dass ihre gigantischen Investitionen in Rechenzentren bereits heute handfeste Umsatzsprünge abwerfen.
Microsoft verzeichnete im abgelaufenen Fiskalquartal ein enormes Wachstum in seiner Azure-Sparte, die durch die Integration von KI-Diensten und Microsoft 365 Copilot angetrieben wird. Analysten loben das robuste Geschäftsmodell, das sich auch in der aktuellen Kursentwicklung widerspiegelt: Am frühen Montagnachmittag notierte die Microsoft-Aktie bei starken 423,70 Euro. Seit der Vorlage der Quartalszahlen Ende Juli hat das Papier im Zuge von Hochstufungen und starkem Azure-Wachstum eine beeindruckende Aufwärtsbewegung von zeitweise rund 30 Prozent hingelegt.
Ein ähnliches Bild zeigt sich bei Amazon. Die Cloud-Sparte AWS verzeichnete mit einem Plus von über 36 Prozent das stärkste Wachstum seit 18 Quartalen. Die Nachfrage nach KI-Diensten führt dazu, dass Cloud-Kapazitäten in weiten Teilen auf Jahre im Voraus ausgebucht sind. Dies gibt den Anlegern die nötige Planungssicherheit. Die Amazon-Aktie präsentierte sich am Montagnachmittag am deutschen Markt entsprechend solide und notierte bei rund 229,30 Euro.
Alphabet Aktie unter Druck: Die Angst vor uferlosen Ausgaben
Deutlich kritischer blickt der Markt derzeit auf Alphabet (ISIN: US02079K3059). Der Google-Mutterkonzern konnte zwar beim Umsatz die Erwartungen schlagen, doch der Blick auf die enormen Investitionsausgaben (CapEx) für KI-Infrastruktur schreckte die Anleger ab. Da Alphabet das Cloud-Wachstum im direkten Vergleich zu Microsoft und Amazon in den Augen einiger Analysten nicht mit derselben Vehemenz in einen entsprechend starken Cashflow-Anstieg ummünzen konnte, geriet das Papier zeitweise spürbar unter Druck.
Zusätzlich belasten derzeit regulatorische Sorgen und juristische Auseinandersetzungen das Sentiment rund um den Suchmaschinenriesen. Am Montagnachmittag bewegte sich die Alphabet-Aktie (Class A) bei rund 299,25 Euro – ein Kursniveau, das die aktuelle Zurückhaltung der Anleger in puncto Rendite-Erwartungen der massiven KI-Investitionen widerspiegelt.
Der zweite Blick: Value-Investoren wittern bei Alphabet ihre Chance
Dennoch wäre es verfrüht, Alphabet im KI-Rennen abzuschreiben. Die aktuelle Schwächephase lockt bereits das institutionelle Großkapital an. So wurde jüngst bekannt, dass beispielsweise die Investmentholding Berkshire Hathaway von Star-Investor Warren Buffett massiv bei Alphabet eingestiegen ist und eine Position von rund 48 Millionen Aktien aufgebaut hat. Mit einem vergleichsweise moderaten Kurs-Gewinn-Verhältnis gilt Alphabet unter den Tech-Giganten für institutionelle Investoren derzeit als attraktiv bewertet.
Fazit: Der Markt hat die Phase der blinden Euphorie hinter sich gelassen. KI-Investitionen müssen sich auszahlen. Microsoft und Amazon liefern diese Beweise in ihren Bilanzen bereits, während Alphabet noch Überzeugungsarbeit bei der langfristigen Margenentwicklung leisten muss. Für Anleger bedeutet dies: Ein genauer Blick auf die Free-Cashflow-Rendite und das tatsächliche Cloud-Wachstum ist in der aktuellen Marktphase unerlässlich.

Jahreschart Alphabet Aktie, Quelle: https://oct.mymarkets.com/
Dieser Text wurde unter Einsatz von KI-Tools erstellt und redaktionell überarbeitet.