Alphabet: Gigantische KI-Pläne belasten
Der Tech-Riese Alphabet (die Muttergesellschaft von Google) schlägt derzeit hohe Wellen an der Börse – allerdings sorgt das bei den Anlegern momentan eher für Sorgenfalten als für Jubelstürme.
Warum korrigiert die Aktie?
Hinter dem jüngsten Kursrückgang stecken vor allem zwei fundamentale Themen. Gigantische Investitionen und der damit verbundene Kapitalbedarf. Anfang Juni hat Alphabet eine massive Kapitalerhöhung über den Markt gerollt. Insgesamt wurden rund 85 Milliarden US-Dollar durch die Ausgabe neuer Aktien erlöst.
Ein prominenter Großinvestor war hierbei Warren Buffetts Berkshire Hathaway, die allein 10 Milliarden US-Dollar beigesteuert haben. Alphabet rüstet massiv auf. Etwa die Hälfte des Geldes fließt direkt in den Ausbau der globalen KI-Infrastruktur und Rechenzentren, um im Bereich Künstliche Intelligenz die Marktführerschaft gegen Microsoft und Co. zu verteidigen. Die andere Hälfte dient der Deckung von Kosten.
Das Problem für die Börse
Die schiere Masse an neuen Aktien verwässert den Gewinn pro Aktie kurzfristig. Zudem verunsichern die extrem steigenden Investitionskosten die Anleger, da KI-Technologie zwar stark wächst (Google Cloud wuchs im Q1 um 63 %), aber enorm viel Kapital verschlingt. Weiterer Druck wurde durch die Nachricht von Talentverlusten unter den KI-Mitarbeitern erzeugt.

Alphabet im Wochenchart – ISIN: US02079K1079
Bewertung und charttechnischer Blick
Ein Blick auf den aktuellen Chart zeigt eine insgesamt beeindruckende Aufwärtsbewegung. Dabei ist das KGV für 2026 mit 24 im historischen Vergleich günstig. Vom Niveau unter 100 US-Dollar im Frühjahr 2023 kletterte das Papier bis auf ein Rekordhoch von über 404 US-Dollar.
Nun sehen wir einen Rücksetzer zur orangen 20-Wochenlinie. Der RSI-Indikator liegt mit rund 54 im neutralen Bereich, was zeigt, dass der überkaufte Zustand der Vormonate erst einmal abgebaut wurde.
Fazit
Die fundamentalen Zahlen von Alphabet stimmen. Dennoch ist die Aktie kurzfristig technisch angeschlagen. Wenn die Anleger im Bereich der 20-Wochenlinie zugreifen, ist der Weg nach oben wieder frei. Bis dahin bleibt das Papier eine Wette darauf, dass sich die gigantischen KI-Investitionen in der Zukunft bezahlt machen.