Steuer auf Buchgewinne im Depot? Ein Albtraum!

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Was derzeit in den Niederlanden geplant wird, ist für viele Anleger ein Schock. Der Staat will künftig teils sogar nicht realisierte Aktiengewinne besteuern – also Gewinne, die nur auf dem Papier existieren.

Wenn sich dieses Modell durchsetzt, wäre das ein Frontalangriff auf den langfristigen Vermögensaufbau. Und viele Anleger fragen sich bereits völlig zurecht: Könnte so etwas irgendwann auch in anderen europäischen Ländern kommen?

Die Niederlande planen mit dem neuen Gesetz „Wet werkelijk rendement box 3“ eine radikale Änderung der Vermögensbesteuerung. Hintergrund ist ein Gerichtsurteil gegen das bisherige System fiktiver Renditen. Künftig soll die tatsächliche Wertentwicklung besteuert werden.

Das klingt zunächst harmlos. Die Realität ist es nicht.

Der Staat kassiert, obwohl Sie nichts verkauft haben

Konkret bedeutet das: Steigt Ihr Depot im Wert, soll darauf sofort Steuer fällig werden – selbst wenn Sie keine einzige Aktie verkauft haben. Der geplante Steuersatz liegt bei rund 34 bis 36 %.

Steigt ein Depot also beispielsweise um 10.000 Euro, könnten bis zu 3.600 Euro Steuer fällig werden. Und zwar auf einen Gewinn, den Sie nie realisiert haben.

Das ist der eigentliche Skandal.

Denn damit greift der Staat direkt die Grundlage langfristigen Investierens an.

Jahrzehntelang galt an der Börse ein einfaches Prinzip: Kaufen, halten, Vermögen wachsen lassen. Genau dieser sogenannte Buy-and-Hold-Ansatz wird durch eine Steuer auf Buchgewinne massiv beschädigt.

Das Liquiditätsproblem ist brandgefährlich

Noch gravierender ist das praktische Problem dahinter. Woher soll das Geld für die Steuer kommen, wenn gar nichts verkauft wurde? Viele Anleger müssten Aktien verkaufen, nur um die Steuer bezahlen zu können.

Damit entsteht ein absurdes System: Der Staat zwingt Anleger womöglich mitten in starken Börsenphasen zu Verkäufen.

Besonders problematisch wird das bei heftigen Kursschwankungen. Denn steigt ein Depot stark, kassiert der Fiskus sofort. Fallen die Kurse später wieder, bleibt die zuvor gezahlte Steuer trotzdem erst einmal weg.

Genau deshalb kritisieren viele Experten das Modell extrem scharf. Denn besteuert werden teilweise Gewinne, die später vielleicht komplett verschwunden sind.

Was bedeutet das für Sie als Anleger?

Für die Börse wäre so ein Modell brandgefährlich. Es würde langfristiges Investieren unattraktiver machen und könnte Kapital aus Aktienmärkten verdrängen. Besonders betroffen wären normale Privatanleger, die über Jahre Vermögen aufbauen wollen.

Mein Rat als Experte: Beobachten Sie solche politischen Entwicklungen sehr genau. Die größte Gefahr für Vermögensaufbau sind oft nicht Börsencrashs, sondern politische Eingriffe. Wer investiert, braucht Verlässlichkeit, Eigentumsschutz und faire Regeln.

Genau deshalb sollten Anleger solche Pläne sehr ernst nehmen – und sich nicht darauf verlassen, dass so etwas „niemals bei uns“ passieren könne