SpaceX und der ETF-Fehler: Vorsicht
ETFs auf Indizes sind eine vermeintlich risikoarme Angelegenheit, heißt es immer wieder. Sie kaufen in einen breit streuenden Index. Beim MSCI World habe ich Ihnen bereits meine Kritikpunkte im Beitrag vom 15.6. benannt. Nun bleiben indes weitere kritische Anmerkungen, die am Ende Ihre Sicherheit erhöhen sollten. Denn ETFs lauten (wenn sie passiv sind) auf Indizes. Die Frage ist immer, welche Indizes dahinterstehen und wie diese gebildet werden. Der Börsengang von SpaceX ist hier durchaus ein Problem.
Index-Aufnahme bringt Indizes durcheinander
SpaceX wird in Indizes aufgenommen werden. Bei einem Börsenwert von über 2 Billionen Dollar wird das Unternehmen annähernd mit der Hälfte dessen bewertet, was Nvidia auf die Waage bringt. Das wird an den Börsen für Veränderungen sorgen. Das Unternehmen wird deshalb schnell auch die ETFs berühren.
Ende Juni bis Anfang Juli sollte die Nasdaq SpaceX schon in den Index Nasdaq 100 aufnehmen. Dieser Börsengang darf nach den Regeln für „Mega-IPOs“ nun schon nach 15 Tagen zur Aufnahme in den Index führen. 15 Tage (!) werden alles ändern. Die Aktie wird nicht automatisch aufgenommen, aber es kann bzw. wird zügig passieren.
Was allerdings wird dann passieren? Dann werden vor allem die großen institutionellen Anleger, die den Nasdaq abbilden oder sich daran orientieren, zugreifen und SpaceX kaufen müssen. Das heißt gleich zweierlei: Der Kurs der Aktie wird zumindest tendenziell quasi automatisch in die Höhe schießen (verglichen damit, dass die Institutionellen nicht kaufen müssten). Und zum Zweiten wird dies auch den Wert und die Zusammensetzung des Nasdaq 100 verändern.
S&P 500 in einem Jahr betroffen
Sollte z. B. der Nasdaq 100 dann bildlich gesprochen durch die Decke gehen, ist dies quasi ein selbst erzeugtes Feuerwerk. Schön für Sie, wenn Sie einen solchen ETF auf den Nasdaq im Portfolio haben. Schlecht für Sie, weil dies eher eine technische Korrektur ist. Wie viel SpaceX langfristig wert ist und wie sich der Nasdaq entwickelt, wird dann in einigen Tagen noch nicht zu erkennen sein. Die Vorgänge verzerren das Bild schlicht.
Die für mich gute Nachricht, weil ich ein konservativerer Investor bin: Der S&P 500 ist noch nicht betroffen. Dort gelten noch die alten und in diesem Fall guten Regeln: Der Börsengang darf erst in einem Jahr in dem Index berücksichtigt werden. Sie werden dann beim S&P 500 eine wesentlich ruhigere Entwicklung zumindest in Bezug auf die neue Emission und folgende Emissionen der KI-Branche sehen.
Damit ist zumindest das Bild, das der S&P 500 abgibt, auch aus ETF-Sicht (für mein Empfinden) besser und fairer. Das heißt, ich würde bezogen auf die Schwankungen dem S&P 500 künftig sogar eher folgen als dem Nasdaq 100.
Stichwort ETF und Sicherheit allerdings: Indizes sind ein (fast echter) Marktdurchschnitt. Das ist ohnehin ein Kompromiss. SpaceX und dessen Börsenerfolg dokumentieren natürlich, dass wir alle daran interessiert sind, auch etwas mehr zu verdienen als nur im Mittel. Zumindest für die vergangenen Jahre und Jahrzehnte sticht im Vergleich zu großen Index-Investitionen, wie kürzlich gezeigt, zum Beispiel ein Unternehmen heraus, das auf den ersten Blick mittlerweile sogar langweilig ist: Apple.
Das Unternehmen erwähne ich daher heute noch einmal. Es ist nicht nur im S&P 500 vertreten, sondern auch im Nasdaq 100, im Dow Jones Industrial Average (dem großen bekannten Index) und im MSCI World. Es ist also quasi überall dabei, aber dennoch herausragend.
Apple: Im Nasdaq 100, im S&P 500, im MSCI World und im Dow Jones – WKN: 865985 – ISIN: US0378331005

Quelle: https://fundamental.aktienscreener.com/US0378331005/EI/apple-inc/data