Werden BMW & Mercedes zu Roboterbauern?
Sie dachten, Autobauer bauen Autos? Vielleicht bald nicht mehr nur das. Weltweit drängen immer mehr Hersteller in einen neuen Markt: humanoide Roboter. Also menschenähnliche Maschinen, die laufen, greifen und eigenständig arbeiten können.
Was nach Science-Fiction klingt, ist technisch näher am E-Auto, als Sie denken.
60 Prozent gleiche Technik
Analysten schätzen, dass sich die Hardware – also die physische Technik – von Elektroautos und humanoiden Robotern zu über 60 Prozent überschneidet. Gemeint sind Bauteile wie Sensoren (fühlen und messen die Umgebung), Elektromotoren (bewegen Arme und Beine), Batterien (Energiespeicher) und Chips (Mini-Computer im Gerät).
Ein humanoider Roboter ist vereinfacht gesagt ein aufrecht stehendes Elektrofahrzeug mit Armen und Beinen statt Rädern.
Kein Wunder also, dass Unternehmen wie Tesla mit dem Optimus-Projekt vorangehen. Auch Hyundai Motor Company ist über Boston Dynamics aktiv. In China mischen Hersteller wie BYD, Nio oder Xpeng bereits mit.
Und was ist mit Deutschland?
Die spannende Frage lautet: Ziehen BMW AG und Mercedes-Benz AG nach?
Beide Konzerne verfügen über genau die Infrastruktur, die man auch für Robotik braucht: Batterietechnik, KI-Software (künstliche Intelligenz, also lernfähige Programme), Fertigungsstraßen und globale Lieferketten. Wer heute Elektroautos baut, hat viele Bausteine für humanoide Roboter bereits im Haus.
Hinzu kommt: Fabriken könnten Roboter zuerst im eigenen Betrieb einsetzen – etwa in der Montage. Das senkt Kosten und schafft einen internen Testmarkt.
Was bedeutet das für Sie?
Wir leben im Zeitalter der Elektrifizierung. Alles wird elektrisch, vernetzt und intelligent – vom Auto über die Drohne bis zum Roboter. Für Autobauer eröffnet sich damit ein potenziell riesiger Zusatzmarkt.
Noch ist das Zukunftsmusik. Doch an der Börse wird Zukunft bekanntlich früh gehandelt. Wenn Investoren erkennen, dass Autobauer mehr sind als nur Autohersteller, kann das Fantasie freisetzen.
Für Sie heißt das: Die Branche wandelt sich schneller, als es auf den ersten Blick scheint. Wer heute Batterien und Chips beherrscht, könnte morgen nicht nur Mobilität – sondern auch Robotik mitgestalten.