Steuer-Schock in Frankreich: Vinci & Eiffage auf Talfahrt

Steuer-Schock in Frankreich: Vinci & Eiffage auf Talfahrt
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Die Haushaltskonsolidierung der französischen Regierung schlägt an den europäischen Finanzmärkten hohe Wellen. Ein neuer Entwurf für das Budget 2027 sieht eine drastische Erhöhung der Abgaben auf Transport- und Mautinfrastrukturen vor. Die Quittung für diese Pläne bekamen die großen heimischen Infrastruktur- und Versorgerkonzerne am heutigen Dienstag postwendend präsentiert: Die Papiere der Branchenriesen brachen im Pariser Handel massiv ein und markierten neue Tiefststände.

Neue Steuerpläne belasten Infrastrukturwerte massiv

Im Kern der Marktturbulenzen steht die sogenannte „Taxe sur l’exploitation des infrastructures de transport de longue distance“ (TEITLD). Diese Sonderabgabe für Betreiber von Verkehrsinfrastruktur, darunter große Autobahn- und Flughafen-Konzessionäre, soll laut den aktuellen Haushaltsplänen drastisch angehoben werden. Geplant ist offenbar eine Erhöhung des Steuersatzes von bisher 4,6 Prozent auf bis zu 12,2 Prozent. Der französische Fiskus will damit die Einnahmen von derzeit rund 600 Millionen Euro auf etwa 1,4 Milliarden Euro pro Jahr mehr als verdoppeln. Die Mehreinnahmen sollen ab 2028 in einen Fonds fließen, der die Anpassung bestehender Verkehrsinfrastrukturen an den Klimawandel finanziert.

Für die betroffenen Unternehmen ist dies ein herber Schlag, der sich unmittelbar in den aktuellen Börsenkursen widerspiegelt.

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Kurssturz bei der Vinci-Aktie (ISIN: FR0000125486)

Der Bau- und Konzessionsriese Vinci, der in Frankreich einen Großteil der Autobahnen sowie zahlreiche Flughäfen betreibt, geriet am Dienstag direkt ins Fadenkreuz der Verkäufer. Analysten von Morgan Stanley reagierten rasch und schätzen, dass die Steuererhöhung den Nettogewinn des Unternehmens um bis zu neun Prozent schmälern könnte. Dies entspreche einer potenziellen Bewertungsanpassung von 4,50 bis 5,00 Euro je Aktie.

Die Anleger reagierten im heutigen Tagesverlauf äußerst nervös. Die Vinci-Aktie gab am französischen Handelsplatz zeitweise um 2,8 Prozent nach und notierte am Nachmittag bei rund 108,05 Euro. Zuvor hatte das Papier mit 104,95 Euro im Sitzungsverlauf gar ein neues 52-Wochen-Tief erreicht.

Eiffage-Aktie im Abwärtssog (ISIN: FR0000130452)

Noch härter traf es den Konkurrenten Eiffage, der unter anderem ein riesiges Netz an französischen Mautautobahnen verantwortet. Anders als im Flughafensektor, wo höhere Kosten leichter auf die Fluggesellschaften abgewälzt werden können, haben Autobahnbetreiber weitaus weniger Spielraum für Preisanpassungen. Die französische Regierung hat bereits signalisiert, dass sie die Mautpreise streng überwachen wolle, um eine Weitergabe der Steuerlast an die Autofahrer zu verhindern.

Auch hier straften die Investoren das Papier ohne Zögern ab: Die Eiffage-Aktie verlor im Tagesgeschäft rund 3,3 Prozent und notierte zuletzt im Bereich von 102,50 Euro. Das heute neu markierte Jahrestief lag bei 100,70 Euro und verdeutlicht den aufkommenden Verkaufsdruck.

Ausblick für Anleger: Dividenden und Gewinne in Gefahr?

In der aktuellen Situation steht nicht nur die kurzfristige Profitabilität, sondern langfristig auch die Ausschüttungspolitik der Infrastruktur-Konzerne auf dem Prüfstand. Bisher glänzten Unternehmen wie Vinci und Eiffage durch zuverlässige Cashflows und attraktive Dividendenrenditen, die sie zu beliebten Basisinvestments für konservative Aktionäre machten.

Sollte der aktuelle Haushaltsentwurf in Paris tatsächlich Gesetz werden, drohen dauerhafte Ergebnisbelastungen, solange die Konzerne dies nicht durch effizienteres Wirtschaften oder juristische Schritte abfedern können. Die Betreiber haben in der Vergangenheit bereits verdeutlicht, dass solche Vorhaben in ihren Augen den Geist laufender Konzessionsverträge verletzen. Für Anleger bedeutet dies: Bis der französische Finanzrahmen für 2027 abschließend verabschiedet ist, bleibt die politische Entwicklung der entscheidende Kursfaktor. Wer in diesem Sektor investiert ist, sollte auf anhaltende Volatilität vorbereitet sein.