Saab-Aktie: Auftragsboom treibt Gewinn im 3. Quartal
Die anhaltend hohe Nachfrage nach Verteidigungsgütern in Europa beschert dem schwedischen Rüstungs- und Technologiekonzern Saab AB (ISIN: SE0021921269) ein außergewöhnlich starkes drittes Quartal. Mit einem vervielfachten Auftragseingang, einem neuen Rekord beim Auftragsbestand sowie deutlichen Zuwächsen bei Umsatz und Gewinn übertraf das Unternehmen die Erwartungen der Marktteilnehmer auf breiter Front.
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Saab-Aktie legt nach starken Quartalszahlen in Stockholm zu
An der Heimatbörse in Stockholm reagierten Anleger am Freitagvormittag erfreut auf das Zahlenwerk. Die Saab-Aktie kletterte im Handelsverlauf um bis zu 2,7 Prozent auf 651,70 Schwedische Kronen (SEK) und markierte in der Spitze sogar ein Tageshoch bei 652,80 SEK, nachdem das Papier bei 638,20 SEK in den Handel gestartet war. Während der schwedische Leitindex OMXS30 nahezu unverändert notierte, konnte sich der Rüstungstitel dank der starken fundamentalen Impulse deutlich positiv vom Gesamtmarkt abheben.
Auftragseingang bei Saab explodiert um 216 Prozent
Das herausragende Merkmal des Zwischenberichts ist die enorme Dynamik bei den Neubestellungen. Im dritten Quartal schoss der Auftragseingang im Jahresvergleich um 216 Prozent von 20,86 Milliarden SEK auf 65,83 Milliarden SEK nach oben. Damit ließ Saab die Konsensschätzungen der Analysten, die im Vorfeld je nach Erhebung zwischen 55,6 und 59 Milliarden SEK gelegen hatten, deutlich hinter sich. Das sogenannte Book-to-Bill-Verhältnis erreichte im abgelaufenen Quartal einen beeindruckenden Wert von 3,2.
Dadurch wuchs der gesamte Auftragsbestand (Order Backlog) des Konzerns auf das Rekordniveau von 364,2 Milliarden SEK an. Maßgeblich für diesen Schub waren mehrere strategische Großaufträge:
- Gripen-Kampfflugzeuge: Ein Großauftrag über 16 Kampfjets des Typs Gripen E für die Ukraine schlägt mit 24,6 Milliarden SEK zu Buche.
- Luftgestützte Aufklärung: Für das Überwachungsflugzeug GlobalEye verbuchte Saab eine Bestellung im Volumen von 10,1 Milliarden SEK.
- Marinesysteme für Deutschland: Ein Auftrag im Wert von 8,7 Milliarden SEK umfasst Systeme für die neuen Fregatten der deutschen Marine.
Deutliches Umsatzplus und überproportionales Gewinnwachstum
Auch bei der Abarbeitung der vollen Auftragsbücher zeigte der Konzern im saisonal üblicherweise schwächeren Sommerquartal eine hohe operative Stärke. Der Quartalsumsatz stieg um rund 30 Prozent (organisch um 30,6 Prozent) von 15,87 Milliarden SEK im Vorjahreszeitraum auf 20,55 Milliarden SEK. Haupttreiber dieser Entwicklung waren insbesondere die Sparten Surveillance (Überwachung) und Naval (Marine).
Noch dynamischer entwickelte sich die Ertragskraft des Unternehmens:
- Operatives Ergebnis (EBIT): Der Betriebsgewinn legte um 42 Prozent von 1,37 Milliarden SEK auf 1,95 Milliarden SEK zu und übertraf damit ebenfalls die Analystenerwartungen. Die entsprechende EBIT-Marge verbesserte sich von 8,7 Prozent auf 9,5 Prozent.
- Nettogewinn und Ergebnis je Aktie: Unter dem Strich verdiente Saab 1,43 Milliarden SEK nach 975 Millionen SEK im Vorjahresquartal. Der Gewinn je Aktie (EPS) erhöhte sich um 45 Prozent von 1,77 SEK auf 2,57 SEK.
- Operativer Cashflow: Durch hohe Kundenanzahlungen verzeichnete der operative Mittelzufluss einen massiven Sprung auf 6,79 Milliarden SEK, verglichen mit lediglich 142 Millionen SEK im Vorjahreszeitraum. Die Nettoliquidität stieg auf 8,68 Milliarden SEK.
Langfristiger Ausblick für Saab bleibt durch Kapazitätsausbau gestützt
Vorstandschef Micael Johansson betonte bei der Vorlage der Zahlen in Stockholm, dass sich die veränderte sicherheitspolitische Lage weiterhin direkt in konkreten Beschaffungsprogrammen der Staaten niederschlägt. Um den historischen Auftragsbestand von über 364 Milliarden SEK effizient abzuarbeiten, investiert Saab fortlaufend in den Ausbau seiner Produktionskapazitäten sowie in die Absicherung seiner Lieferketten. Zudem bieten laufende Verhandlungen – etwa über GlobalEye-Aufklärungsflugzeuge in Kanada – weiteres Potenzial für zukünftige Auftragseingänge.