Partners Group verkauft Bubble-Tea-Kette Gong Cha an Bain Capital
Der Schweizer Private-Markets-Spezialist Partners Group hat den Ausstieg aus seiner Beteiligung an der asiatischen Getränkekette Gong Cha offiziell besiegelt. Im Rahmen einer weitreichenden Transaktion veräußert die Beteiligungsgesellschaft TA Associates das Unternehmen an Bain Capital. Durch diesen Eigentümerwechsel liquidiert die Partners Group zeitgleich ihre Position, die sowohl aus privaten Kreditlinien als auch aus einer Minderheitsbeteiligung am Eigenkapital bestand.
Der Verkauf markiert das Ende einer rund siebenjährigen Halteperiode, in der das ursprünglich aus Taiwan stammende Unternehmen eine aggressive internationale Expansionsstrategie verfolgte. Mit dem Deal generiert die Zuger Investmentgesellschaft frisches Kapital, um neue Transaktionen im asiatischen Raum zu finanzieren und das Portfolio im Bereich Direct Lending strategisch umzuschichten.
Strategischer Exit nach rasantem Filialwachstum
Der Einstieg der Schweizer erfolgte im Jahr 2019. Damals stellte die Partners Group (ISIN: CH0024608827) als alleiniger Kreditgeber ein Finanzierungspaket in Höhe von über 200 Millionen US-Dollar zur Verfügung, um die Übernahme von Gong Cha durch TA Associates zu stützen. Zusätzlich sicherte sich der Vermögensverwalter einen direkten Anteil am Eigenkapital des Unternehmens. Gong Cha, das sich auf frisch gebrühte Tees und individualisierbare Bubble-Tea-Getränke fokussiert, galt bereits damals als einer der wichtigsten Akteure in diesem expandierenden Nischenmarkt.
Unter der Ägide von TA Associates und der Partners Group erlebte der Getränkeanbieter ein massives Flächenwachstum. Die Anzahl der weltweiten Filialen erhöhte sich innerhalb der Investitionsperiode von rund 1.000 auf knapp 2.200 Standorte. Gleichzeitig weitete das Unternehmen seine geografische Präsenz von 17 auf 33 Länder aus. Strategische Zukäufe, darunter der Erwerb von Master-Franchise-Rechten für 170 Stores in den USA, forcierten das Umsatzwachstum. Heute setzt die Kette jährlich über 150 Millionen Getränke ab. Ein wesentlicher technologischer Treiber war zudem die Einführung der sogenannten „Digital Kitchen“, eines innovativen Betriebsmodells zur Automatisierung der Getränkezubereitung.
Finanzielle Dimensionen und Marktreaktion
Obwohl die Partners Group keine detaillierten Angaben zum exakten Verkaufspreis oder der individuellen Kapitalrendite veröffentlichte, ordnen Marktbeobachter das Volumen der Transaktion als beachtlich ein. Vorangegangene Berichte von Nachrichtenagenturen aus dem Mai des laufenden Jahres hatten einen potenziellen Unternehmenswert von bis zu zwei Milliarden US-Dollar in den Raum gestellt. Am Aktienmarkt zeigten sich die Papiere der Partners Group im Anschluss an die Vollzugsmeldung unauffällig mit leichten Gewinnmitnahmen, da der Deal im Vorfeld bereits durch Marktspekulationen teilweise eingepreist war.
Das Branchenumfeld für Bubble Tea hat sich in den vergangenen Jahren zu einem hochprofitablen Markt entwickelt. Analysten beziffern das weltweite Branchenvolumen für das Jahr 2026 auf schätzungsweise 3,6 bis 4,2 Milliarden US-Dollar. Trotz der immer wieder aufkommenden gesundheitspolitischen Debatten rund um den hohen Zuckergehalt der Getränke verzeichnet der Sektor weiterhin hohe Wachstumsraten, insbesondere bei jüngeren Konsumentenschichten. Die Automatisierung der Zubereitungsprozesse ermöglicht es den Betreibern zudem, die operativen Margen im margenschwachen Filialgeschäft signifikant zu steigern.
Fokus auf neue Kreditfinanzierungen in Asien
Mit dem realisierten Exit bestätigt die Partners Group ihre strategische Ausrichtung im asiatischen Private-Credit-Segment. Das Management betonte im Zuge der Transaktion, dass Gong Cha während der Halteperiode zahlreiche Wachstumschancen optimal genutzt habe. Das Unternehmen habe exakt in das Beuteschema des Vermögensverwalters gepasst, welches primär darin besteht, stark wachsende Firmen mit klaren Wettbewerbsvorteilen über passgenaue Kreditlösungen zu finanzieren.
Für den breiteren Finanzmarkt signalisiert der Deal, dass der asiatische Konsumgütersektor nach wie vor hochgradig attraktiv für großvolumige Private-Equity-Transaktionen ist. Die Partners Group kündigte an, die frei gewordenen Mittel für künftige Investitionen im asiatisch-pazifischen Raum vorzuhalten. Angesichts der komplexen makroökonomischen Rahmenbedingungen suchen institutionelle Investoren verstärkt nach robusten Geschäftsmodellen, die unabhängig von konjunkturellen Schwankungen einen stabilen Cashflow generieren. Die Schweizer Investmentgesellschaft dürfte sich bei künftigen Allokationen folglich auf Unternehmen konzentrieren, die durch technologische Skalierbarkeit und starke Markenpräsenz im asiatischen Wachstumsmarkt überzeugen.