Novo Nordisk: Aktie unter Druck trotz neuer Prognose
Der dänische Pharmariese Novo Nordisk (ISIN: DK0062498333) schickt in diesen Tagen gemischte Signale an die Finanzmärkte. Obwohl das Unternehmen dank der anhaltend hohen Nachfrage nach seinen Blockbuster-Präparaten Wegovy und Ozempic die Jahresprognose nach oben schraubt, trüben milliardenschwere Abschreibungen und juristischer Gegenwind die Stimmung der Investoren.
Wegovy und Ozempic treiben die Prognose
Das Kerngeschäft von Novo Nordisk floriert weiterhin. Die Dänen konnten im zweiten Quartal 2026 den währungsbereinigten Umsatz um 7 Prozent auf knapp 78,5 Milliarden dänische Kronen steigern. Vor allem die orale Variante des Abnehm-Medikaments Wegovy erweist sich in den USA als massiver Erfolg. Allein seit der dortigen Markteinführung verzeichnete der Konzern mehr als fünf Millionen Verschreibungen für dieses Präparat.
Diese anhaltende Dynamik im Bereich der GLP-1-Produkte veranlasste das Management dazu, die Erwartungen für das Gesamtjahr 2026 anzupassen. Die bisherige Prognose eines währungsbereinigten Umsatz- und Gewinnrückgangs von bis zu 12 Prozent – geschuldet einem starken Basiseffekt durch US-Rabattrückerstattungen im Vorjahr – wurde spürbar abgemildert. Dennoch reagierte der Markt alles andere als euphorisch.
Milliardenabschreibung belastet Novo-Nordisk-Aktie
Trotz der angehobenen Prognose erlebte die Novo-Nordisk-Aktie am Dienstag einen heftigen Kursrutsch von rund 6 Prozent. Grund hierfür waren unter anderem tiefe Einschnitte in der Medikamenten-Pipeline. Das Unternehmen musste im abgelaufenen Quartal nicht zahlungswirksame Abschreibungen in Höhe von 6,3 Milliarden dänischen Kronen auf immaterielle Vermögenswerte verbuchen. Ein Großteil davon – knapp 4 Milliarden Kronen – entfällt auf den Wirkstoffkandidaten Monlunabant, dessen klinische Entwicklung nach Sicherheitsbedenken auf dem Prüfstand steht. Zudem enttäuschte jüngst auch das Herzmedikament Ziltivekimab in einer entscheidenden Phase-3-Studie, da es das Risiko für schwere kardiovaskuläre Ereignisse nicht wie erhofft senken konnte.
Aktionärsklage um CagriSema zugelassen
Als wäre der Druck auf die Pipeline nicht genug, sieht sich Novo Nordisk in den USA nun auch mit juristischen Herausforderungen konfrontiert. Ein US-Bundesrichter in New Jersey ließ kürzlich eine Klage von Aktionären gegen den Konzern zu. Die Kläger werfen Novo Nordisk vor, im Vorfeld der Phase-3-Studie „REDEFINE-1“ zum neuen Adipositas-Präparat CagriSema wesentliche Änderungen am Studienprotokoll verschwiegen zu haben.
Demnach sei eine flexible Dosierung erlaubt worden, was letztlich dazu führte, dass nur ein Teil der Probanden die höchste Dosis erhielt – ein Detail, das den Investoren laut Klageschrift ein falsches Bild über die Verträglichkeit und die Erfolgschancen des Medikaments suggerierte. Novo Nordisk weist die Vorwürfe als unbegründet zurück und kündigte an, sich vehement gegen die Klage zu verteidigen.
Aktueller Kurs der Novo-Nordisk-Aktie
Nach den empfindlichen Verlusten des Vortages zeigt sich die Novo-Nordisk-Aktie zur Wochenmitte leicht stabilisiert. Am heutigen Vormittag notiert das Papier auf den deutschen Handelsplätzen bei rund 39,36 Euro und verbucht damit ein moderates Plus von gut 2,3 Prozent. Die kurzfristige Erholung deutet darauf hin, dass einige Investoren das ermäßigte Kursniveau zum Einstieg nutzen. Dennoch bleibt das Umfeld für den Pharmariesen angesichts der gemischten Studiendaten und der wachsenden Konkurrenz durch Wettbewerber wie Eli Lilly anspruchsvoll.