Luxus-Beben: Goldman pusht Richemont und straft Hermès ab

Luxus-Beben: Goldman pusht Richemont und straft Hermès ab
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Der Luxussektor steht zum Start in die neue Handelswoche im Rampenlicht. In einer aufsehenerregenden Sektorstudie hat die US-Investmentbank Goldman Sachs die Karten in der Branche völlig neu gemischt. Während der Schweizer Schmuck- und Uhrenkonzern Richemont massiven Rückenwind erfährt, wird beim französischen Lederwarenspezialisten Hermès massiv auf die Euphorie-Bremse getreten. Die Analysten ziehen damit die Konsequenzen aus der weltweiten Eintrübung des Konsumklimas für bestimmte Hochpreis-Güter.

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Richemont-Aktie (ISIN: CH0210483332): Turnaround im Visier

Goldman Sachs hat die Beobachtung von Richemont mit einer klaren Kaufempfehlung („Buy“) wieder aufgenommen und ein ambitioniertes Kursziel von 225 Schweizer Franken (CHF) ausgerufen. Das Analysehaus zeigt sich überzeugt, dass Richemont im Schmuckgeschäft ideal positioniert ist, um von einem sich fortsetzenden Superzyklus in diesem Segment zu profitieren. Nach drei volatilen Nach-Corona-Jahren erwarten die Experten spätestens 2027 eine spürbare Trendwende und eine Rückkehr zu robusten organischen Wachstumsraten im mittleren einstelligen Prozentbereich.

Am Schweizer Leitmarkt (SIX) startete die Richemont-Aktie freundlich in den Handel, pendelte nach anfänglichen leichten Gewinnen am Vormittag dann weitgehend stabil um die Marke von 174 CHF. Damit besitzt das Papier, gemessen am frisch ausgerufenen Kursziel der US-Banker, noch immer ein beachtliches Aufwärtspotenzial von rund 30 Prozent.

Hermès-Aktie (ISIN: FR0000052292): Goldman stuft auf „Sell“ ab

Auf der anderen Seite des Luxus-Spektrums sieht sich das Traditionshaus Hermès mit kräftigem Gegenwind konfrontiert. Goldman Sachs stufte den lange Zeit gefeierten Luxus-Überflieger auf „Sell“ ab und senkte den Daumen mit einem Kursziel von 1.350 Euro. Die Ära des jahrelangen, geradezu selbstverständlichen zweistelligen Umsatzwachstums scheine sich dem Ende zuzuneigen, so die Begründung der Experten. Die enorm hohe Bewertung der Hermès-Aktie sei nach Ansicht der Analysten in Anbetracht einer nachlassenden Nachfrage – insbesondere bei Nicht-Lederwaren – kaum noch zu rechtfertigen.

Diese skeptische Einschätzung verfehlte ihre Wirkung an den Finanzmärkten nicht: Am Vormittag verzeichnete die Hermès-Aktie an der Euronext Paris spürbare Verluste und notierte bei rund 1.273,50 Euro (ein Minus von etwa 2 Prozent im Vergleich zum Vortagesschluss). Auch wenn das Papier damit aktuell sogar leicht unter dem neu formulierten Goldman-Kursziel handelt, zeigt die nervöse Kursentwicklung deutlich, dass viele Anleger zunehmend Kasse machen und die Bewertungen im Premium-Segment kritischer denn je hinterfragen.

Fazit für Anleger: Eine zweigeteilte Luxus-Welt

Die tiefgreifende Branchenstudie von Goldman Sachs verdeutlicht, dass die Zeiten pauschaler Erfolge im Luxussegment vorerst vorbei sind. Die Spreu trennt sich zunehmend vom Weizen: Während Marken mit einem klaren Fokus auf extrem hochwertigen Schmuck – wie etwa Richemonts Flaggschiff Cartier – als besonders widerstandsfähig gelten, geraten hoch bewertete Mode-Titel zügig unter Druck, sobald die Wachstumsstory auch nur kleinste Risse bekommt. Für Investments im Luxusbereich gilt es künftig noch gezielter auf die strategische Positionierung und die fundamentale Bewertung der jeweiligen Unternehmen zu achten.