L’Oréal glänzt im Q3: Luxusdüfte treiben das Wachstum

L’Oréal glänzt im Q3: Luxusdüfte treiben das Wachstum
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Der weltgrößte Kosmetikkonzern L’Oréal (ISIN: FR0000120321) hat im dritten Quartal eine beeindruckende operative Dynamik bewiesen und die Erwartungen des Marktes spürbar geschlagen. Trotz eines herausfordernden makroökonomischen Umfelds kletterten die Erlöse im Zeitraum von Juli bis September auf berichteter Basis um 11,9 Prozent auf 11,56 Milliarden Euro.

Auf bereinigter und vergleichbarer Basis (Like-for-Like) erzielte das im EuroStoxx 50 gelistete Unternehmen ein organisches Umsatzplus von 7,7 Prozent. Damit ließ der französische Branchenprimus die Konsensschätzungen der Analysten, die im Vorfeld je nach Erhebung lediglich mit einem organischen Zuwachs zwischen 5,4 und 5,9 Prozent gerechnet hatten, deutlich hinter sich.

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L’Oréal-Aktie im Fokus: Kursreaktion in Paris

An der Heimatbörse Euronext in Paris sorgten die vorgelegten Zahlen für spürbaren Rückenwind. Nachdem das Zahlenwerk bereits am Vorabend nach Börsenschluss für deutliche Aufschläge bei den in den USA gehandelten Hinterlegungsscheinen (ADRs) gesorgt hatte, setzte sich die freundliche Tendenz im europäischen Handel fort.

Am Vormittag legte die L’Oréal-Aktie im Pariser Handel zeitweise um rund dreieinhalb Prozent auf 427,40 Euro zu und stabilisierte damit den gesamten europäischen Konsumgütersektor. Gegen Mittag stieg die Aktie weiter an, gegen 12:30 Uhr notierte sie bei rund 433,75 Euro. Auf Sicht seit Jahresbeginn verzeichnet das Papier somit ein solides Kursplus von fast 19 Prozent.

Wachstumstreiber bei L’Oréal: Haarpflege und Parfüms boomen

Als besonders krisenfest erwies sich erneut das Geschäft mit erschwinglichen Luxusgütern – ein Phänomen, das in der Konsumgüterbranche oft als „Lipstick-Effekt“ bezeichnet wird. Alle vier zentralen Geschäftsbereiche des Konzerns trugen zum Wachstum bei:

  • Professionelle Produkte: Die Sparte für professionelle Haarpflege führte das Wachstum an und wuchs doppelt so schnell wie der Gesamtmarkt. Insbesondere Premium-Marken wie Kérastase und Redken verzeichneten dank neuer Produktlinien zweistellige Zuwachsraten.
  • L’Oréal Luxe: Die Luxussparte, die mehr als ein Drittel des Konzernumsatzes erwirtschaftet, legte auf vergleichbarer Basis um 7 Prozent zu und übertraf damit die Analystenprognose von 4,5 Prozent klar. Gefragt waren vor allem hochpreisige Couture-Düfte – etwa von Prada – sowie edle Hautpflegeprodukte.
  • Dermatologische Schönheit & Konsumgüter: Auch die Apothekenkosmetik (unter anderem CeraVe und La Roche-Posay) sowie das klassische Massengeschäft zeigten eine beschleunigte Dynamik. Zudem stiegen die E-Commerce-Erlöse um rund 17 Prozent.

Regional profitierte L’Oréal von einem starken Sommergeschäft in Europa sowie einem zwanzigprozentigen Wachstumssprung in der Region SAPMENA (Südasien, Pazifik, Naher Osten und Nordafrika). Ein wichtiges Signal für Anleger lieferte zudem Nordasien: In China erholt sich der Markt für Prestige-Kosmetik nach zwei schwierigen Jahren spürbar, was dem Konzern dort Zuwächse im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich bescherte. Lediglich in Lateinamerika musste das Unternehmen aufgrund von Bestands- und Vertriebsproblemen in Mexiko leichte Umsatzrückgänge hinnehmen.

Analysten loben defensive Stärke von L’Oréal

In ersten Reaktionen würdigten führende Investmentbanken die operative Exzellenz des Konzerns, wenngleich die hohe Bewertung der Aktie das weitere Kurspotenzial aus Sicht einiger Experten begrenzt.

Die US-Bank JPMorgan bestätigte ihre Einstufung auf „Neutral“ mit einem Kursziel von 375 Euro. Analystin Celine Pannuti hob hervor, dass L’Oréal ein starkes drittes Quartal absolviert und die Erwartungen auf breiter Front übertroffen habe, woraufhin sie ihre Gewinnschätzungen für den Konzern anhob.

Auch das Analysehaus Jefferies beließ das Rating auf „Hold“ bei einem Kursziel von 361 Euro. Analyst David Hayes bezeichnete den Quartalsbericht als beeindruckend. Die Aktie sei zwar ambitioniert bewertet, angesichts des überdurchschnittlichen organischen Marktwachstums von 7,7 Prozent gegenüber einem globalen Kosmetikmarkt, der derzeit um etwa 5 Prozent wächst, sei dieser Bewertungsaufschlag jedoch gerechtfertigt. Für das Gesamtjahr zeigte sich Konzernchef Nicolas Hieronimus zuversichtlich, abermals sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn zu wachsen.