Gucci-Probleme: Kering-Aktie bricht ein – 125 Läden vor dem Aus

Gucci-Probleme: Kering-Aktie bricht ein – 125 Läden vor dem Aus
© Luciano Luppa | stock.adobe.com
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Der französische Luxusgüterkonzern Kering (ISIN: FR0000121485) kommt auf seinem tiefgreifenden Sanierungskurs weiterhin nicht aus den Negativschlagzeilen heraus. Die anhaltende Nachfrageschwäche bei der italienischen Vorzeigemarke Gucci zwingt das Management nun zu einem noch schärferen Sparkurs.

Nach der Vorlage enttäuschender Umsatzzahlen für das dritte Quartal kündigte der Konzern eine deutliche Ausweitung seiner Filialschließungen an, woraufhin die Aktie im heutigen Freitagshandel massiv unter die Räder geriet.

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Kering verschärft Sparkurs: 125 Filialen schließen bis Jahresende

Um dem anhaltenden Gegenwind zu trotzen und die operative Marge zu stützen, setzt Kering verstärkt den Rotstift beim eigenen Vertriebsnetz an. Wie Finanzchefin Armelle Poulou im Rahmen der jüngsten Quartalspräsentation erklärte, wird das Ziel für die Netto-Filialschließungen im Gesamtjahr 2026 von zuvor geplanten 100 auf nunmehr mindestens 125 Standorte angehoben.

Bereits in den bisherigen Monaten des laufenden Geschäftsjahres hat der Konzern sein globales Einzelhandelsnetz um 105 Geschäfte verkleinert. Laut Poulou verfolge das Unternehmen die Umsetzung des Restrukturierungsplans mit „äußerster Disziplin“. Während unrentable Boutiquen geschlossen werden, will sich das Management verstärkt darauf konzentrieren, die Produktivität und Attraktivität der verbleibenden Standorte durch gezielte Modernisierungen und ein verbessertes Kundenerlebnis zu steigern.

Sorgenkind Gucci belastet Kering-Bilanz schwer

Der Hauptgrund für den rigorosen Konsolidierungskurs liegt in der ungebrochenen Schwäche des wichtigsten Gewinnbringers: Gucci. Die italienische Traditionsmarke, die rund die Hälfte zum operativen Konzernergebnis von Kering beisteuert, verzeichnete im dritten Quartal 2026 einen währungsbereinigten Umsatzrückgang von sechs Prozent auf rund 1,29 Milliarden Euro. Besonders alarmierend aus Anlegersicht ist die Entwicklung in den direkt betriebenen Gucci-Boutiquen, in denen die Erlöse auf vergleichbarer Basis sogar um neun Prozent schrumpften. Lediglich ein starkes Plus im Großhandels- und Lizenzgeschäft verhinderte ein noch deutlicheres Minus der Kernmarke.

Insgesamt sanken die Erlöse des Kering-Konzerns im abgelaufenen Jahresviertel auf vergleichbarer Basis um ein Prozent auf 3,35 Milliarden Euro. Nach neun Monaten steht ein Konzernumsatz von 10,57 Milliarden Euro zu Buche, was auf berichteter Basis einem Rückgang von zwei Prozent entspricht. Hauptverantwortlich für die Misere bleibt die ausbleibende Laufkundschaft. Insbesondere auf dem wichtigen chinesischen Festland und in Japan halten sich Konsumenten weiterhin spürbar zurück, während sich gleichzeitig auch in Nordamerika eine Abkühlung der Nachfrage bemerkbar macht.

Lichtblicke im Portfolio reichen nicht aus

Zwar zeigten andere Konzernsparten im dritten Quartal durchaus eine robuste Entwicklung – so konnten etwa die Schmuckmarken (darunter Boucheron, Pomellato und Qeelin) sowie die Sparte Kering Eyewear solide Zuwächse verbuchen –, doch reichen diese positiven Impulse bei Weitem nicht aus, um die strukturellen Bremsspuren bei Gucci zu kompensieren.

Auch für den weiteren Jahresverlauf gab sich Finanzchefin Poulou äußerst zurückhaltend. Eine konkrete Prognose, ob Kering im laufenden Jahr noch die Rückkehr auf den Wachstumspfad gelingen wird, wollte sie auf Nachfrage nicht abgeben und verwies stattdessen auf die Vorlage der Jahreszahlen. Zudem warnte das Unternehmen, dass die operative Marge im zweiten Halbjahr das Niveau der ersten Jahreshälfte von 12,8 Prozent voraussichtlich nicht übertreffen wird.

Kering-Aktie im freien Fall: Anleger ziehen die Reißleine

An der Börse sorgten die verfehlten Markterwartungen bei Gucci sowie der gedämpfte Margenausblick für einen massiven Ausverkauf. Am heutigen Freitag verzeichnete die Kering-Aktie am Heimatmarkt Euronext Paris gegen Mittag einen dramatischen Kurseinbruch von rund 13 Prozent auf etwa 186 Euro und bildete damit das klare Schlusslicht im französischen Leitindex CAC 40.

Marktbeobachter und Analysten, unter anderem von Deutsche Bank Research, betonen, dass eine nachhaltige Trendwende für den Gesamtkonzern zwingend von einer überzeugenden Stabilisierung bei Gucci abhängt. Für den seit dem vergangenen Jahr amtierenden Konzernchef Luca de Meo, der Kering mit einem mehrjährigen Transformationsplan wieder auf Kurs bringen und die Gewinnmargen perspektivisch verdoppeln will, erweist sich der Turnaround angesichts der globalen Kaufzurückhaltung im Luxussektor als steiniger Weg. Im Sog der schwachen Kering-Vorlage gaben vor dem Wochenende auch die Papiere von Branchenkollegen wie LVMH (ISIN: FR0000121014) und Richemont (ISIN: CH0210483332) leicht nach.

Jahreschart Kering Aktie, Quelle: https://oct.mymarkets.com/

Dieser Text wurde unter Einsatz von KI-Tools erstellt und redaktionell überarbeitet.