BNP Paribas: Rekordhandel und Milliarden-Rückkauf

BNP Paribas: Rekordhandel und Milliarden-Rückkauf
© mino21 | stock.adobe.com
Inhaltsverzeichnis

Die französische Großbank BNP Paribas (ISIN: FR0000131104) hat im dritten Quartal 2026 die Markterwartungen deutlich übertroffen. Angetrieben von einem außergewöhnlich starken Wertpapier- und Aktienhandel konnte das nach Bilanzsumme größte Geldhaus der Eurozone seinen Gewinn kräftig steigern. Für Anleger hält der Zwischenbericht zudem eine erfreuliche Nachricht bereit: Dank einer robusten Kapitalausstattung startet das Institut bereits im November ein neues, milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm.

Mit Rendite ins neue Jahr gehen? Das sind unsere Top-Aktien für 2027! →

BNP Paribas im dritten Quartal: Aktienhandel als Wachstumsmotor

Im abgelaufenen Jahresviertel kletterte der Nettogewinn der BNP Paribas im Vorjahresvergleich um 13,5 Prozent auf 3,46 Milliarden Euro. Damit ließ das Pariser Traditionsinstitut die durchschnittlichen Analystenschätzungen, die im Vorfeld bei 3,23 Milliarden Euro gelegen hatten, souverän hinter sich. Auch auf der Einnahmenseite überzeugte die Bank: Die Gesamterträge legten um 9,5 Prozent auf rund 13,76 Milliarden Euro zu, während der operative Gewinn aufgrund einer strikten Kostendisziplin überproportional um knapp 18 Prozent auf rund 4,76 Milliarden Euro anzog.

Als wichtigster Ergebnistreiber erwies sich erneut die Investmentbanking-Sparte (Corporate & Institutional Banking), deren Umsätze insgesamt um fast 17 Prozent zulegten. Herausragend entwickelte sich dabei das Geschäft mit dem Aktienhandel und den sogenannten Prime Services (Dienstleistungen für institutionelle Großkunden und Hedgefonds): Hier schnellten die Erträge um beeindruckende 50 Prozent auf 1,46 Milliarden Euro nach oben. Damit stellte die BNP Paribas im abgelaufenen Quartal sogar das durchschnittliche Wachstumstempo der großen US-Investmentbanken an der Wall Street in den Schatten. Das Handelsgeschäft mit festverzinslichen Wertpapieren, Währungen und Rohstoffen (FICC) zeigte sich indes stabil.

Neues Aktienrückkaufprogramm der BNP Paribas startet im November

Für den langjährigen Vorstandschef Jean-Laurent Bonnafé ist das starke Abschneiden im Kapitalmarktgeschäft eine Bestätigung seines strategischen Kurses, diesen Bereich konsequent auszubauen. Auf Basis der hohen Profitabilität und einer harten Kernkapitalquote (CET1), die zum Ende des dritten Quartals bei soliden 12,9 Prozent lag und bis zum Jahresende über die Marke von 13 Prozent steigen soll, beteiligt das Management die Aktionäre direkt am Geschäftserfolg.

Nachdem die Europäische Zentralbank (EZB) grünes Licht gegeben hat, kündigte die BNP Paribas ein neues Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 1,3 Milliarden Euro an. Die Rückkäufe sollen bereits Anfang November anlaufen. Gleichzeitig bekräftigte die Konzernführung ihre Jahresziele für 2026 sowie die mittelfristigen Wachstumsambitionen bis 2028. Details zur darauffolgenden Entwicklungsphase sollen am 2. Februar kommenden Jahres im Rahmen des neuen Strategieplans „2030 Plan“ präsentiert werden.

Kursreaktion der BNP Paribas-Aktie und gemischte Sparten-Entwicklung

Trotz des starken Zahlenwerks und der angekündigten Kapitalrückführung fiel die unmittelbare Reaktion an der Börse verhalten aus. An ihrem Heimatmarkt Euronext Paris notierte die Aktie der BNP Paribas am Vormittag leicht schwächer um rund 0,4 Prozent bei 86,65 Euro. Auch im deutschen Handel auf der Plattform Tradegate zeigte sich das Papier am Abend mit einem leichten Abschlag von 0,4 Prozent bei 87,52 Euro nahezu unverändert.

Marktbeobachter führen die gedämpfte Kursreaktion darauf zurück, dass viele Investoren die starken Handelsergebnisse bereits im Vorfeld eingepreist hatten. Zudem sorgten kleinere Bremsspuren in anderen Konzernbereichen für Zurückhaltung. Während das klassische Privatkundengeschäft von höheren Zinsen profitierte und ein moderates Umsatzplus von 4 Prozent verzeichnete, stand die Fahrzeugleasing-Tochter Arval infolge sich normalisierender Preise auf dem Gebrauchtwagenmarkt weiterhin unter Margendruck.

Auch die anhaltenden Diskussionen um die Staatsverschuldung in der Eurozone und steigende Anleiherenditen in Frankreich beschäftigen die Akteure im europäischen Bankensektor. Das Management der BNP Paribas trat entsprechenden Sorgen jedoch entgegen und betonte, dass das Engagement in französischen Staatsanleihen mit rund 19 Milliarden Euro begrenzt sei und der Heimatmarkt Frankreich im vergangenen Jahr weniger als zehn Prozent zum Vorsteuergewinn des global breit diversifizierten Konzerns beigetragen habe. Analysten wie die US-Bank JPMorgan bestätigten nach der Zahlenvorlage ihre positive Einschätzung („Overweight“) und hoben das Kursziel für den französischen Branchenprimus leicht auf 120 Euro an.