ASML-Aktie: Rekordgewinn im Q3 und höherer Ausblick

ASML-Aktie: Rekordgewinn im Q3 und höherer Ausblick
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Der niederländische Halbleiterausrüster ASML Holding N.V. (ISIN: NL0010273215) beweist eindrucksvoll, warum kein Weg an seinen hochkomplexen Lithographie-Systemen vorbeiführt. Angetrieben durch den weltweiten Ausbau der Infrastruktur für Künstliche Intelligenz (KI) präsentierte der Konzern aus Veldhoven für das dritte Quartal 2026 neue Bestmarken bei Umsatz und Ertrag. Angesichts prall gefüllter Auftragsbücher schraubte das Management zudem die Prognose für das Gesamtjahr nach oben.

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ASML-Zahlen im Detail: Umsatz und Marge übertreffen Erwartungen

Im abgelaufenen dritten Jahresviertel steigerte ASML den Nettoumsatz auf 11,66 Milliarden Euro, nach 9,33 Milliarden Euro im Vorquartal. Noch deutlicher fiel der Sprung beim Gewinn aus: Das Nettoergebnis kletterte um 136 Prozent im Vorjahresvergleich auf 4,96 Milliarden Euro, was einem unverwässerten Gewinn je Aktie (EPS) von 12,95 Euro entspricht. Darin enthalten ist auch ein positiver Bewertungseffekt in Höhe von rund 500 Millionen Euro aus der Beteiligung am KI-Unternehmen Mistral AI.

Ein wesentlicher Treiber für die hohe Profitabilität war das Service- und Upgrade-Geschäft für bereits installierte Anlagen (Installed Base Management). Dieser Bereich steuerte 3,29 Milliarden Euro zum Umsatz bei und übertraf die unternehmenseigenen Erwartungen um rund 400 Millionen Euro. Da Kunden verstärkt hochmargige Produktivitäts-Upgrades nachfragten, erreichte die Bruttomarge im dritten Quartal starke 57,5 Prozent und lag damit deutlich über der zuvor in Aussicht gestellten Spanne. Insgesamt lieferte ASML im Berichtszeitraum 113 neue und acht generalüberholte Lithographie-Systeme aus.

KI-Boom füllt Auftragsbücher von ASML bis 2030

Der ungebrochene Bedarf an Hochleistungschips für KI-Rechenzentren sorgt bei ASML für außergewöhnliche Planungssicherheit. Wie Konzernchef Christophe Fouquet erklärte, erhöhen die Chiphersteller kontinuierlich ihre kurz- und mittelfristigen Bedarfsprognosen. Dabei zeichnen sich bereits Engpässe ab: Das Management geht davon aus, dass die derzeit geplanten Produktionskapazitäten für die Jahre 2027 und 2028 nicht ausreichen werden, um die erwartete Kundennachfrage vollständig zu decken.

ASML prüft daher bereits Maßnahmen, um die Fertigungskapazitäten für 2028 über die bisher anvisierte Steigerung von 30 Prozent hinaus weiter auszubauen. Die hohe Visibilität zeigt sich auch im langfristigen Bestellverhalten: Einige Großkunden haben bereits Interesse signalisiert, Aufträge für die Jahre 2029 und sogar 2030 zu platzieren, um sich frühzeitig Produktionsslots für die kommenden Chip-Generationen zu sichern.

ASML hebt Jahresprognose für 2026 an

Als Reaktion auf die dynamische Geschäftsentwicklung hat der Vorstand die Zielspanne für das laufende Geschäftsjahr 2026 nach oben korrigiert und präzisiert. Für das Gesamtjahr rechnet ASML nun mit einem Nettoumsatz zwischen 44 und 45 Milliarden Euro, nachdem das untere Ende der Prognose zuvor bei 43 Milliarden Euro gelegen hatte. Die Bruttomarge für das Gesamtjahr wird bei rund 56 Prozent erwartet.

Auch für das laufende vierte Quartal zeigt sich der Konzern äußerst zuversichtlich. Im Schlussviertel soll der Nettoumsatz auf einen neuen Rekordwert zwischen 14,2 und 15,2 Milliarden Euro ansteigen, begleitet von einer stabil hohen Bruttomarge von etwa 57 Prozent. Zudem sollen Aktionäre am 4. November 2026 eine Zwischendividende von 1,88 Euro je Stammaktie erhalten.

ASML-Aktie und Analystenstimmen im Fokus

An der Börse sorgten die Zahlen trotz der operativen Bestmarken zunächst für eine volatile Reaktion. Während das Papier zur Wochenmitte unmittelbar nach der Vorlage an der Heimatbörse Euronext Amsterdam noch zulegen konnte, geriet der Titel am Donnerstag im Zuge einer allgemeinen Schwäche im europäischen Technologiesektor unter Druck und gab um gut vier Prozent nach. Am Freitagvormittag zeigt sich die ASML-Aktie jedoch wieder stabilisiert: Auf der Handelsplattform Tradegate notiert der Kurs am Vormittag bei 1.482,40 Euro und verzeichnet damit ein leichtes Plus von 0,1 Prozent.

Analysten werten das Zahlenwerk überwiegend positiv, wenngleich die hohen Bewertungsniveaus im Sektor teilweise zur Vorsicht mahnen. Deutsche Bank Research bestätigte am Freitag die Einstufung auf „Buy“ mit einem Kursziel von 2.150 Euro und hob insbesondere den starken Gewinn im dritten Quartal sowie den überzeugenden Ausblick auf das Schlussquartal hervor. Auch die Privatbank Berenberg rät mit einem Kursziel von 2.100 Euro weiterhin zum Kauf. Noch optimistischer zeigen sich die Experten der UBS (Kursziel: 2.400 Euro) und der Bank of America (Kursziel: 2.557 Euro), während Jefferies mit einem Ziel von 1.590 Euro auf mögliche zyklische Bewertungsrisiken in der Halbleiterbranche hinweist.