Aroundtown sichert Prognose und baut GCP-Anteil strategisch aus

Vergrößertes Logo von Aroundtown auf einem Monitor mit Lupe fokussiert.
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Der luxemburgische Gewerbeimmobilienkonzern Aroundtown hat seine Geschäftszahlen für das erste Halbjahr vorgelegt und im Zuge dessen die Prognose für das Gesamtjahr bestätigt. In einem von anhaltend hohen Zinsen und Zurückhaltung auf dem Transaktionsmarkt geprägten Branchenumfeld meldete das Unternehmen eine weitgehend stabile operative Entwicklung. Besonders im Fokus steht dabei der strategische Ausbau der Beteiligung an der auf Wohnimmobilien spezialisierten Tochtergesellschaft Grand City Properties (GCP), der das Renditeprofil des Konzerns langfristig absichern soll.

Operatives Geschäft und bilanzielle Neuausrichtung

Die Nettomieteinnahmen verharrten in den ersten sechs Monaten bei 591 Millionen Euro und lagen damit exakt auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Dass Rückgänge durch vereinzelte Immobilienverkäufe vollständig kompensiert werden konnten, verdankt der Konzern einem flächenbereinigten Mietwachstum von 2,7 Prozent. Vor allem die Segmente Wohnen und Hotel entwickelten sich überdurchschnittlich gut, wie aus dem Bericht hervorgeht. Das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis (Adjusted EBITDA) blieb mit 500 Millionen Euro ebenfalls stabil.

Eine spürbare Belastung ergab sich hingegen auf der Finanzierungsseite. Der für die Immobilienbranche maßgebliche operative Gewinn (Funds from Operations I, kurz FFO I) gab im Vorjahresvergleich um vier Prozent auf 144 Millionen Euro nach, was 0,13 Euro je Aroundtown-Aktie (ISIN: LU1673108939) entspricht. Die gestiegenen Zinsaufwendungen konnten nur teilweise durch geringere Kuponzahlungen bei Hybridanleihen aufgefangen werden. Das Nettoergebnis verringerte sich im Berichtszeitraum von 578 Millionen Euro im Vorjahr auf 218 Millionen Euro, was in erster Linie auf geringere buchhalterische Bewertungsgewinne zurückzuführen ist. Die halbjährliche externe Portfoliobewertung ergab im Vergleich zum Jahresende jedoch stabile Werte.

Parallel zur operativen Bewirtschaftung treibt das Management den Konzernumbau voran. Nach einem freiwilligen Umtauschangebot und gezielten Zukäufen über die Börse hat Aroundtown seine Beteiligung an GCP von zuvor 62,5 Prozent auf nun 84 Prozent aufgestockt. Die Aufstockung zielt darauf ab, die Ertragsbasis künftig stärker auf den krisenresistenteren Wohnimmobiliensektor abzustützen.

Marktreaktion und aktives Schuldenmanagement

An den Finanzmärkten wurden die Ergebnisse weitgehend neutral bis leicht positiv aufgenommen, da die Resultate die Erwartungen vieler Analysten trafen. Dennoch spiegelt die bisherige Jahresperformance der Aktie mit einem Minus von zeitweise rund 25 Prozent das schwierige makroökonomische Umfeld wider. Aktuell pendelt der Kurs im Bereich der Marke von 2,00 Euro. Börsianer honorieren insbesondere das stringente Risikomanagement und die Fortschritte auf der Refinanzierungsseite.

Um das Profil der Fälligkeiten zu glätten, war Aroundtown am Kapitalmarkt hochgradig aktiv. Im ersten Halbjahr nahm das Unternehmen rund 550 Millionen Euro an neuen Anleihen auf und kaufte parallel für etwa 475 Millionen Euro bestehende Bonds zurück. Im Anschluss an den Berichtszeitraum folgte eine noch größere Refinanzierungsrunde, bei der unbesicherte Anleihen im Volumen von einer Milliarde Euro emittiert wurden, während Schuldtitel im Wert von 1,8 Milliarden Euro getilgt oder zurückgekauft wurden.

Der Verschuldungsgrad (Loan-to-Value, LTV) stieg per Ende Juni leicht auf 43 Prozent an, verglichen mit 41 Prozent zum Jahreswechsel. Dennoch verfügt Aroundtown mit einer Quote unbelasteter Vermögenswerte von 69 Prozent über ausreichend bilanzielle Flexibilität. Zudem wurden im ersten Halbjahr Immobilien im Wert von 350 Millionen Euro annähernd zum Buchwert veräußert. Weitere Objekte im Wert von 400 Millionen Euro befinden sich aktuell im Verkaufsprozess.

Branchenumfeld und strategischer Ausblick

Für den weiteren Jahresverlauf sieht sich der Vorstand in seiner strategischen Ausrichtung bestätigt. Die Jahresprognose wird aufrechterhalten, was auf eine Fortsetzung der soliden operativen Mietentwicklung hindeutet. Im Fokus steht weiterhin die Generierung von Liquidität durch nicht-strategische Verkäufe sowie die Stärkung des Wohnsegments über GCP, wo perspektivisch eine Beteiligungsquote von knapp 90 Prozent angestrebt wird.

Ein strukturelles Risiko bleibt die anhaltend schwache Nachfrage im deutschen Büromarkt. Die Zurückhaltung vieler Unternehmen bei der Anmietung neuer Flächen zwingt Bestandshalter wie Aroundtown dazu, verstärkt in Umnutzungs- und Sanierungsprojekte zu investieren. Der Transformationsprozess hin zu einem krisenresistenteren Portfolio erfordert weiteres Kapital und Managementkapazitäten, während der gesamte europäische Immobilienmarkt auf mögliche positive Impulse durch die Zinspolitik der Zentralbanken blickt.