Wacker Chemie kippt 2030-Ziele: Fokus auf Rendite

Wacker Chemie kippt 2030-Ziele: Fokus auf Rendite
© Dennis | stock.adobe.com
Inhaltsverzeichnis

Auf dem Capital Markets Day in London am heutigen Donnerstag hat Wacker Chemie für einen Paukenschlag gesorgt. Der MDAX-Konzern hat seine bisherigen, langfristigen Umsatz- und Margenziele für das Jahr 2030 offiziell kassiert. Anstelle der einst ehrgeizigen Marke von 10 Milliarden Euro Umsatz und einer operativen Marge von über 20 Prozent rückt nun das neue Strategieprogramm „REFOCUS“ in den Mittelpunkt.

Neue Strategie REFOCUS für die Wacker Chemie Aktie

Mit der grundlegenden Neuausrichtung reagiert das Management um Vorstandschef Christian Hartel auf die veränderte geopolitische und wirtschaftliche Lage, anhaltend hohe Energiekosten in Europa sowie den massiven Wettbewerbsdruck in der Branche. Die neuen Ambitionen fallen pragmatischer aus: Wacker Chemie strebt künftig ein profitables, selektives Wachstum über dem globalen Durchschnitt an. Dabei soll eine strukturelle EBITDA-Marge von 15 Prozent (plus/minus 2 Prozentpunkte) abgesichert werden. Zudem wird eine Kapitalrendite (ROCE) von nachhaltig über 10 Prozent angepeilt.

Sparprogramm PACE bringt Hunderte Millionen

Ein zentraler Baustein der neuen Strategie ist eine strikte Kostendisziplin. Das bereits initiierte Spar- und Effizienzprogramm „PACE“ soll ab dem Jahr 2028 jährlich mehr als 300 Millionen Euro zum Ergebnis beitragen. Hierfür strafft der Konzern unter anderem seine Verwaltungs- und Produktionsstrukturen. Bis 2028 sollen so allein in Deutschland rund 1.600 Stellen sozialverträglich abgebaut werden.

Gleichzeitig zieht das Management bei den Kapitalausgaben (Capex) deutlich die Zügel an. Nach einer Phase zuletzt hoher Ausgaben sollen die jährlichen Investitionen auf einen Rahmen von 300 bis 400 Millionen Euro begrenzt werden. Frei werdendes Kapital fließt dabei gezielt in renditestarke Wachstumsbereiche wie die Elektromobilität, den Gesundheitssektor und hochreines Polysilizium für die Halbleiterindustrie.

Analysten skeptisch: Wacker Chemie Kurs gibt nach

Am Aktienmarkt sorgte das Streichen der ambitionierten Langfristziele zunächst für Ernüchterung. Am frühen Nachmittag verzeichnete die Wacker Chemie Aktie deutliche Verluste von zwei bis drei Prozent und rutschte zeitweise auf gut 86 Euro ab. Zwar lieferte das Unternehmen den Anlegern klare, nachvollziehbare Einsparziele, doch die nun fehlende zeitliche Perspektive für weitere deutliche Margensprünge sorgte bei vielen Marktteilnehmern für Zurückhaltung.

Auch internationale Analysten reagierten umgehend auf das Strategie-Update. Die US-Bank JPMorgan stufte die Papiere auf „Underweight“ ab und bemängelte insbesondere das Fehlen wesentlicher struktureller Neuerungen im stark beachteten Solar-Polysilizium-Geschäft. Das Analysehaus Jefferies beließ die Einstufung der Aktie hingegen auf „Hold“. Für Anleger bleibt Wacker Chemie in den kommenden Monaten ein anspruchsvolles Investment, bei dem die schnelle und konsequente Umsetzung der neuen Kostenziele ganz genau beobachtet werden dürfte.

Jahreschart Wacker Chemie Aktie, Quelle: https://oct.mymarkets.com/

Dieser Text wurde unter Einsatz von KI-Tools erstellt und redaktionell überarbeitet.