VW in der Krise: Gewinneinbruch & radikaler Sparkurs

Nahaufnahme eines Volkswagen-Logos auf einem glänzenden Auto.
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Der Wolfsburger Automobilkonzern Volkswagen navigiert aktuell durch äußerst unruhige Fahrwasser. Wie die jüngsten Zahlen für das zweite Quartal belegen, hinterlassen das schwächelnde China-Geschäft und ein intensiver globaler Wettbewerb tiefe Spuren in der Bilanz. In der Folge sieht sich der Vorstand zu drastischen Schritten gezwungen, um die langfristige Profitabilität des Autobauers zu sichern.

Schwaches China-Geschäft drückt den Konzerngewinn

Die jüngste Bilanz spricht eine deutliche Sprache: Der Gewinn nach Steuern sank im abgelaufenen zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund 33 Prozent auf 1,54 Milliarden Euro. Hauptverantwortlich für diese Delle ist der einstige Renditegarant China. Auf dem wichtigsten Einzelmarkt der Welt brachen die Auslieferungen drastisch ein – um mehr als ein Drittel auf nur noch gut 424.000 Fahrzeuge. Verschärft wird die Lage durch den aggressiven Preiskampf einheimischer Elektroauto-Hersteller sowie anhaltende geopolitische Spannungen und internationale Handelszölle.

Umsatzprognose nach unten korrigiert

Angesichts dieser widrigen Rahmenbedingungen zog VW-Chef Oliver Blume die Reißleine und kappte die Umsatzprognose für das laufende Gesamtjahr. Statt des ursprünglich anvisierten Wachstums rechnet das Management nun im schlechtesten Fall mit einem Umsatzrückgang von bis zu drei Prozent. Zwar verweisen Analysten, unter anderem von J.P. Morgan, auf einen durchaus soliden freien Cashflow, doch das Kerngeschäft liefert auf operativer Ebene derzeit nicht die von Investoren erhofften Margen.

Radikales Sparprogramm: Stehen deutsche Werke vor dem Aus?

Um die Kostenstruktur in den Griff zu bekommen, liegt der Fokus nun auf einem massiven Umbau. Das Management prüft intensive Sparmaßnahmen, die weit über das bisherige Maß hinausgehen. Übereinstimmenden internationalen Medien- und Finanzberichten zufolge stehen angesichts von Kostennachteilen in zweistelliger prozentualer Höhe sogar Werksprüfungen in Deutschland im Raum. Ein Stellenabbau in großem Stil soll die Wettbewerbsfähigkeit von Volkswagen strukturell absichern und die zu hohen Produktionskosten am Heimatstandort nachhaltig eindämmen.

Volkswagen-Aktie (DE0007664039) unter Druck

An der Börse spiegeln sich die jüngsten Hiobsbotschaften im Kursverlauf der Volkswagen-Vorzugsaktie (ISIN: DE0007664039) wider. Am Vormittag des heutigen Handelstages notierte das Papier auf dem Handelsplatz Xetra bei rund 71,46 Euro und verzeichnete damit weitere Kursabschläge von rund zwei Prozent. Damit setzt sich der übergeordnete Abwärtstrend, der die Aktie in die Nähe des 52-Wochen-Tiefs drückte, weiter fort. Für Anleger bleibt in den kommenden Wochen die entscheidende Frage, wie schnell das Management die angekündigten Restrukturierungen umsetzen kann, um die Gewinnmargen wieder auf ein attraktives und wettbewerbsfähiges Niveau zu heben.