EuroStoxx 50: VW fliegt raus, Nokia und Engie rein

Nahaufnahme eines Volkswagen-Logos auf einem glänzenden Auto.
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De anhaltende Krise bei Europas größtem Autobauer fordert nun auch auf dem Börsenparkett ihren Tribut. Wie der Indexanbieter ISS Stoxx am Dienstagabend im Rahmen seiner regelmäßigen Überprüfung mitteilte, wird Volkswagen den europäischen Leitindex EuroStoxx 50 zum 21. September verlassen. Diese Entscheidung markiert einen weiteren bitteren Rückschlag für den traditionsreichen Konzern, dessen Marktkapitalisierung infolge eines massiven Kursverfalls zuletzt stark geschrumpft ist.

Tiefe Krise drückt die Volkswagen-Aktie

Die Index-Entscheidung fällt in eine ohnehin überaus turbulente Woche für Volkswagen. Medienberichte über drastische Sparmaßnahmen, mögliche Werksschließungen in Deutschland und eine drohende Auseinandersetzung mit den Arbeitnehmervertretern haben das Vertrauen der Anleger zuletzt schwer erschüttert. Der Abstieg aus der ersten europäischen Börsenliga spiegelt diesen schmerzhaften Prozess nun objektiv wider.

Auch auf dem Kurszettel zeigt sich die aktuelle Verunsicherung der Investoren deutlich: Am frühen Mittwochnachmittag rutschte die Volkswagen-Vorzugsaktie (ISIN: DE0007664039) im Xetra-Handel auf rund 74,02 Euro ab, was einem Tagesminus von über drei Prozent entspricht. Seit Jahresbeginn hat das Papier damit bereits fast 30 Prozent an Wert verloren. Das kontinuierlich sinkende Börsengewicht war letztlich ausschlaggebend dafür, dass sich der Autobauer nicht mehr in der obersten Liga der Eurozone halten konnte. Neben VW muss übrigens auch der niederländische Informationsdienstleister Wolters Kluwer den Index verlassen.

Nokia und Engie als neue Index-Profiteure

Wo es Verlierer gibt, gibt es an der Börse jedoch zumeist auch Gewinner. Den freigewordenen Platz von Volkswagen im EuroStoxx 50 übernimmt der französische Energieversorger Engie (ISIN: FR0010208488). Zudem rückt der finnische Netzwerkausrüster Nokia (ISIN: FI0009000681) als zweiter Neuling in den europäischen Leitindex auf.

Für beide Unternehmen ist der Aufstieg ein wichtiges Signal und ein Ritterschlag des Kapitalmarkts. Eine solche Indexaufnahme ist vor allem deshalb von hoher Relevanz, weil viele institutionelle Investoren, Indexfonds und ETFs den EuroStoxx 50 physisch nachbilden. Sie sind nun gezwungen, ihre Portfolios bis zum Stichtag am 21. September umzuschichten.

Was bedeutet das für Anleger?

Die durch den Index-Aufstieg ausgelöste Nachfrage könnte den Aktien von Engie und Nokia in den kommenden Wochen zusätzlichen Rückenwind verleihen. Die entsprechenden Papiere rücken nun unweigerlich stärker in den Fokus von internationalen Großinvestoren. Für Volkswagen-Aktionäre hingegen bleibt das Marktumfeld kurzfristig herausfordernd, da mit dem Index-Abstieg indexbasierte Gelder aus der Aktie abfließen werden. Nun muss das Management in Wolfsburg rasch überzeugende Antworten auf die strukturellen Probleme liefern, um das Vertrauen des Kapitalmarkts langfristig zurückzugewinnen.