SpaceX-Schock: Telekom-Aktie massiv unter Druck
Der US-amerikanische Telekommunikationsmarkt steht vor einem fundamentalen Umbruch. Elon Musks Weltraumunternehmen SpaceX bereitet sich darauf vor, durch den Erwerb von landesweiten Mobilfunkfrequenzen in den USA in das Kerngeschäft der etablierten Carrier einzudringen. Was bisher als ergänzende Satelliten-Partnerschaft galt, wandelt sich in den Augen der Investoren zunehmend zu einer ernsthaften Bedrohung für die Branchengrößen. Besonders im Fokus steht dabei T-Mobile US (ISIN: US8725901040) und in direkter Konsequenz deren margenstarke Muttergesellschaft, die Deutsche Telekom (ISIN: DE0005557508).
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Vom Partner zum direkten Konkurrenten
Bislang arbeiteten T-Mobile US und SpaceX bei der sogenannten „Direct-to-Cell“-Technologie konstruktiv zusammen, um Funklöcher in entlegenen Gebieten zu schließen. Mit dem geplanten Aufkauf eines 800-MHz-Frequenzpakets im Milliardenwert ändert sich die Ausgangslage jedoch drastisch. SpaceX positioniert seinen Dienst „Starlink Mobile“ damit nicht mehr länger nur als reine Backup-Struktur für bestehende Netzbetreiber, sondern als potenziell eigenständigen Mobilfunkanbieter, der künftig direkt um Endkunden buhlen könnte.
T-Mobile US und Deutsche Telekom (DE0005557508) geben nach
Die Reaktion an den Börsen fiel deutlich aus und verdeutlicht die große Nervosität der Anleger angesichts der neuen Wettbewerbssituation. Bereits zum Ende der vergangenen Woche verzeichneten die großen US-Carrier empfindliche Kursabschläge. Die Aktie von T-Mobile US geriet massiv unter die Räder und rutschte im US-Handel zeitweise um rund 12 Prozent auf ein Niveau von etwa 150 US-Dollar ab.
Dieser erhebliche Abwärtsdruck übertrug sich nahtlos auf den europäischen Handel am heutigen Montag. Da die US-Tochter als wichtigster Wachstumstreiber und Cashcow des Bonner Konzerns gilt, trennten sich Investoren auch hierzulande von ihren Papieren. Am Vormittag zeigte sich die Aktie der Deutschen Telekom spürbar belastet und fiel im Xetra-Handel auf einen Wert von rund 24,70 Euro zurück.
Management von T-Mobile US reagiert gelassen auf SpaceX
Trotz des rasanten Ausverkaufs an den Börsen übt sich das Management der klassischen Telekommunikationsriesen in demonstrativer Gelassenheit. Branchenexperten und auch T-Mobile-Führungskräfte merkten kürzlich öffentlich an, dass der Aufbau eines zuverlässigen Mobilfunknetzes nicht allein durch Frequenzlizenzen gelingt. Eine stabile Abdeckung in dicht besiedelten städtischen Gebieten, großen Gebäuden oder U-Bahnen erfordert weiterhin massive Investitionen in bodengebundene, terrestrische Infrastruktur, bei der Satelliten schlichtweg an ihre physikalischen Grenzen stoßen.
Fazit für Anleger: Die etablierten Telekommunikationsunternehmen verfügen über einen enormen technologischen und logistischen Vorsprung bei der terrestrischen Infrastruktur, den SpaceX vorerst kaum aufholen kann. Dennoch beweist der jüngste Kursrutsch, dass die Disruption im ländlichen Raum und der mittelfristig mögliche Preiskampf von den Märkten sehr ernst genommen werden. Aktionäre der Deutschen Telekom sollten die weitere Entwicklung rund um Starlink Mobile genau im Auge behalten.