Rheinmetall kappt Umsatzziele nach Aus für F126-Fregatte
Ein Paukenschlag aus dem Bundesverteidigungsministerium bringt aktuell Bewegung in die Bilanzen von Rheinmetall. Nachdem Verteidigungsminister Boris Pistorius das milliardenschwere Rüstungsprojekt für die F126-Fregatten Ende Juni endgültig gestoppt hat, muss der Düsseldorfer Rüstungsriese seine ambitionierten Umsatzziele für das laufende Geschäftsjahr nach unten korrigieren.
F126-Stopp zwingt Rheinmetall zur Prognosesenkung
Der Ausfall des prestigeträchtigen Marineauftrags hinterlässt konkrete Spuren im Ausblick des DAX-Konzerns. Wie Rheinmetall nun bestätigte, wird das Umsatzziel für 2026 am oberen und unteren Ende der Spanne um jeweils rund 300 Millionen Euro gekappt. Der Vorstand rechnet nun mit Erlösen zwischen 13,7 und 14,2 Milliarden Euro.
Hintergrund der Anpassung ist ein regelrechtes Rüstungsdrama: Ursprünglich war die niederländische Werft Damen mit dem Bau der F126-Kriegsschiffe beauftragt. Wegen eklatanter Verzögerungen und drohender Kostenexplosionen zog Berlin jedoch die Reißleine. Rheinmetall hatte sich zuvor mit seiner erworbenen Marinesparte NVL als Retter und potenzieller Generalunternehmer in Stellung gebracht – für kolportierte Summen im zweistelligen Milliardenbereich. Der Bund entschied sich jedoch gegen dieses Angebot und plant stattdessen den Kauf kleinerer MEKO A-200 Fregatten vom Konkurrenten Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS).
Trotz des schmerzhaften Umsatzdämpfers gibt es für Investoren auch beruhigende Nachrichten: Die Profitabilität bleibt von dem Rückschlag weitgehend unberührt. Die erwartete operative Ergebnismarge soll im Gesamtjahr weiterhin stabil bei rund 19 Prozent liegen. Das Kerngeschäft um Munition, Waffen und Panzer brummt unvermindert auf Hochtouren und federt den Rückschlag im noch jungen Marine-Segment effektiv ab.
Rheinmetall-Aktie (DE0007030009): So reagiert der Markt am Freitag
An der Börse sorgte die offizielle Prognosesenkung zunächst für Verunsicherung. Nach einem wechselhaften Handelstag schlossen die Papiere gestern spürbar im Minus. Doch die Anleger scheinen den Rücksetzer rasch verdaut zu haben und bewerten die neuen Ziele eher als Ausdruck einer soliden, konservativen Planung.
Im heutigen Vormittagshandel am Freitag zeigt sich das Papier bereits wieder in Erholungslaune: Auf der Handelsplattform Tradegate notiert die Rheinmetall-Aktie (ISIN: DE0007030009) am Vormittag bei 1.169,80 Euro und verzeichnet damit ein moderates Plus von knapp 1,5 Prozent. Analysten betonen zudem, dass der Auftragsbestand des Unternehmens trotz der entgangenen Fregattenmilliarden noch immer die immense Marke von 100 Milliarden Euro überschreitet.
Das plötzliche Aus für die F126-Fregatten ist zweifellos ein strategischer Dämpfer für die Marine-Ambitionen von Rheinmetall. Doch die fundamental starke Ausrichtung in den Bereichen Heeresausrüstung und Luftverteidigung hält den Konzern operativ weiterhin auf Kurs.