Rheinmetall Aktie: Hochmut kommt vor den Zahlen

Rheinmetall Aktie: Hochmut kommt vor den Zahlen
© nmann77 | stock.adobe.com
Inhaltsverzeichnis

Vor den richtungsweisenden Quartalszahlen kämpft die Aktie von Rheinmetall weiter mit der Marke von 1.000 Euro. Nach einem Bericht des Fachportals „Hartpunkt“ war das Papier zuletzt mehrere Prozent eingebrochen – die Großbestellung der Boxer (Projekt „Arminius“) könnte etwas später erfolgen und ein etwas geringeres Volumen aufweisen als von Rheinmetall erhofft.

Gestern Nachmittag hatte sich die Rheinmetall Aktie zunächst etwas erholt, zum heutigen Handelsstart notiert sie wieder tiefer bei knapp 990 Euro (Stand: 4. November 2026, ca. 9.15 Uhr). Nun rücken die Q3-Zahlen in den Fokus – kann das Unternehmen die Erwartungen erfüllen? Mittelfristig dürfte das Erwartungsmanagement wichtig für die Entwicklung der Aktie sein.

Gratis-Chartanalyse zu Rheinmetall: Jetzt kostenlos sichern →

Rheinmetall: Die Quartalszahlen dürften kurzfristig die Richtung vorgeben

Am morgigen 5. November präsentiert der Rüstungskonzern die lange erwarteten Quartalszahlen. Auf der einen Seite sollten Anleger auf die Entwicklung des Umsatzes und der EBIT-Marge achten. Rheinmetall rechnet – nach der leichten Senkung der Prognose im August – im Gesamtjahr mit einem Umsatz zwischen 13,7 und 14,2 Milliarden Euro (organisch 28 bis 31 Prozent mehr als im Vorjahr) sowie mit einer Marge von 19 Prozent.

Sollte das Unternehmen nach neun Monaten hier auf Kurs sein und die Zahlen mindestens bestätigen, könnte das auch der Rheinmetall Aktie Sicherheit geben. Daneben ist vor allem der freie Cashflow von Bedeutung. Unter anderem aufgrund sehr hoher Investitionen ist der Cashflow im ersten Halbjahr bei minus 1,6 Milliarden Euro gelandet – eine Wende in Q3 wäre hier ein starkes Signal für das Papier von Rheinmetall.

Rheinmetall Aktie mit Chancen – bei ambitionierten und gleichzeitig realistischen Zielen

Morgen stehen die Q3-Zahlen eindeutig im Mittelpunkt. Doch danach rückt auch der Kapitalmarkttag Ende November in den Mittelpunkt. Anleger erhoffen sich beispielsweise ein Update bei den Mittelfristzielen – diese sollten im besten Fall ambitioniert und gleichzeitig realistisch sein. Das Update beim bevorstehenden Boxer-Auftrag zeigt, dass Rheinmetall die Erwartungen teilweise zu hoch schraubt.

CEO Papperger hatte im August angekündigt, dass der „Deal“ noch Ende des Jahres über die Bühne gehen und das Volumen für Rheinmetall bei rund 12,4 Milliarden Euro liegen könnte. Laut „Hartpunkt“ könnte sich die Unterschrift nun bis Februar 2027 verzögern – und das Volumen der Festbestellung etwas geringer ausfallen.

Damit ist das Projekt für Rheinmetall natürlich weiterhin hochattraktiv. Dennoch hat das Unternehmen die Erwartungen hier so gesetzt, dass eine leichte Verzögerung und ein etwas geringeres Volumen am Markt wie eine Enttäuschung wahrgenommen werden. Für die Rheinmetall Aktie wäre es sicher hilfreich, wenn der Konzern vermehrt positive Überraschungen kommunizieren könnte – vielleicht ja schon morgen.

Jahreschart Rheinmetall Aktie, Quelle: https://oct.mymarkets.com