Rheinmetall Aktie: Der Absturz unter 1.000 Euro
Es klingt fast unglaublich: In den letzten Monaten hat sich der Kurs der Rheinmetall Aktie nahezu halbiert. Während das Papier Mitte Januar noch zeitweise über 1.900 Euro notierte, rutschte Rheinmetall im heutigen Vormittagshandel zum Teil unter die Marke von 1.000 Euro – erstmals seit Februar 2025 (Stand: 24. Juni 2026, ca. 10 Uhr).
Um krasse 14 Prozent ist die Aktie des Rüstungs-Riesen heute zum Handelsstart eingebrochen. Der Grund ist ein inzwischen bestätigter Medienbericht darüber, dass Rheinmetall doch nicht den milliardenschweren Auftrag der Bundeswehr für neue Fregatten erhält. Das ist ein echter Rückschlag für die zuletzt gestärkte Marinesparte des Konzerns. Anleger müssen feststellen: Gute Nachrichten wirken sich derzeit kaum auf den Kurs der Rheinmetall Aktie aus, schlechte hingegen spürbar.
Neue Fregatten: Statt Rheinmetall nun doch TKMS
Der Bau der Fregatten F126 war schon seit Jahren geplant, doch nun ist das Projekt endgültig gescheitert. Das Bundesministerium der Verteidigung hat bestätigt, dass „der Bau von insgesamt sechs Fregatten des Typs F126 nicht weiterverfolgt wird“ (Quelle: Pressemitteilung des BMVG). Nachdem der niederländischen Damen-Werft der Auftrag entzogen wurde, sollte Rheinmetall mit der übernommenen Marinesparte Naval Vessels Lürssen (NVL) neuer Generalunternehmer werden – ein rund 12 Milliarden Euro schwerer Vertrag.
Doch jetzt wurde die Reißleine gezogen und der Bau der geplanten Fregatten vollständig gestoppt. Als Ersatz sind acht Fregatten des Typs MEKO A-200 von TKMS (ThyssenKrupp Marine Systems) vorgesehen. TKMS ist eindeutig der Gewinner dieser Entwicklung, die TKMS Aktie kletterte heute um 9 Prozent – und Rheinmetall steht vor allem mit dem Kauf der Werft Naval Vessels Lürssen als strategischer Verlierer da.
Rheinmetall Aktie: Die Reaktion ist eindeutig
Dass das Projekt gescheitert ist und Rheinmetall überraschend doch kein Generalunternehmer für den Bau der Fregatten wird, ist eine deutliche Niederlage für den DAX-Konzern. Zwar ist der Auftragsbestand von Rheinmetall trotzdem gigantisch und das Unternehmen ist in vielen Verteidigungs-Bereichen Marktführer.
Dennoch trifft die Entscheidung den Konzern empfindlich. Zum einen, da es sich hierbei nicht um Peanuts, sondern um einen geschätzten 12-Milliarden-Vertrag handelt. Zum anderen, da die Marinesparte strategisch in den Vordergrund gerückt wurde und nun den wichtigsten Auftrag „verliert“. Für Anleger kann der Kurseinbruch und das Abrutschen unter die Marke von 1.000 Euro mittelfristig allerdings auch eine Chance darstellen.

Jahreschart Rheinmetall Aktie, Quelle: https://oct.mymarkets.com/