Rheinmetall Aktie: Das reicht alles (noch) nicht
Den Kampf um die 1.000 Euro-Marke hat die Aktie von Rheinmetall Ende letzter Woche (vorerst) verloren. Das Papier notiert aktuell bei etwas mehr als 960 Euro – im Vergleich zu den Kursen aus Mitte Januar hat sich der Titel damit etwa halbiert (Stand: 30. September 2026, ca. 9.30 Uhr).
Immer wieder sendet Rheinmetall kleine Lebenszeichen. Zuletzt hat CEO Armin Papperger für etwas Schub gesorgt, indem er eigene Aktien im Volumen von rund 500.000 Euro gekauft hat. Das Signal: Der Chef hat Vertrauen. Aber für einen echten Aufschwung reicht es derzeit weiterhin nicht. Worauf sollten Anleger nun achten?
Kommt das Comeback von Rheinmetall?
Für den Absturz der Rheinmetall Aktie (Minus 40 Prozent seit Jahresbeginn und 20 Prozent seit Mitte August) gibt es handfeste Gründe. Zum einen läuft es derzeit schlecht für die gesamte europäische Rüstungsbranche, fast alle Titel korrigierten. Zum anderen hat Rheinmetall ein Cashflow-Problem: Die Auftragsbücher sind prall gefüllt, aber der Cashflow ist mit minus 1,62 Milliarden Euro im ersten Halbjahr spürbar ins Minus gerutscht.
Damit sich hier was ändert und auch die Rheinmetall Aktie wieder Stärke zeigen kann, muss der Konzern jetzt im besten Sinne des Wortes liefern. Sobald die Aufträge in Umsätze und Gewinne umgemünzt werden können (und der Cashflow steigt), dürfte das auch die Aktie stützen.
Einen echten Impuls könnte zudem eine Unterzeichnung des Boxer-Auftrags („Arminius“) im Dezember liefern. Das Volumen für Rheinmetall beträgt hierbei 12,4 Milliarden Euro und wäre gerade nach dem dramatischen Aus beim F126-Fregattenprogramm ein enorm wichtiges Signal.
Diese Termine sollten Anleger der Rheinmetall Aktie nun im Blick haben
Die Schwäche der Rheinmetall Aktie hält an. Doch trotz verständlicher Kritik und sichtbarer Probleme (Cashflow, verspätete Auslieferung, Branchenschwäche) sind die meisten Analysten optimistisch. Zuletzt haben beispielsweise die Berenberg Bank (1.600 Euro) und Bernstein Research (1.900 Euro) ihre Kursziele bestätigt.
Für Anleger sind in den nächsten Monaten folgende drei Termine wichtig: Am 5. November wird Rheinmetall die Q3-Zahlen präsentieren und rund drei Wochen später rückt der Kapitalmarkttag in Hamburg (25. bis 27. November) in den Fokus. Für den 9. Dezember ist die parlamentarische Behandlung zum Boxer-Auftrag („Arminius“) im Bundestag vorgesehen.
Gut möglich, dass die Rheinmetall Aktie rund um diese Termine einen Sprung nach vorne macht – sofern negative Überraschungen ausbleiben. Kurspotenzial ist definitiv vorhanden. Ob sich das Papier allerdings wirklich in absehbarer Zeit wieder in Richtung 2.000 Euro aufmachen kann, bleibt zumindest fragwürdig.

Jahreschart Rheinmetall Aktie, Quelle: https://oct.mymarkets.com/