Rheinmetall Aktie: Absturz – das ist der Worst Case
Rheinmetall hat die mit Spannung erwarteten Quartalszahlen präsentiert. Dabei ist genau das passiert, was aus Anlegersicht nicht hätte passieren sollen: Der Rüstungskonzern hat – erneut – die Ziele für das Gesamtjahr korrigiert. Zudem blieb auch der freie Cashflow hinter den Erwartungen zurück. Die Aktie bricht zum Handelsstart um 10 Prozent ein und notiert mit rund 850 Euro so tief wie seit Februar 2025 nicht mehr (Stand: 5. November 2026, ca. 9.15 Uhr).
Zwar ist das Unternehmen in den ersten 9 Monaten des Jahres deutlich gewachsen – Umsatz und Ergebnis konnten kräftig zulegen. Problematisch bleibt jedoch das Erwartungsmanagement: Aufgrund von Verzögerungen beispielsweise beim Boxer-Projekt Arminius ist die Umsatzprognose nicht zu halten und auch das Margenziel musste leicht nach unten korrigiert werden.
Es ist durchaus denkbar, dass der November der Monat der schlechten Nachrichten für Rheinmetall wird. Denn am 26. und 27. November findet der Kapitalmarkttag in Hamburg statt – ob die ambitionierten Ziele bis 2030 Bestand haben können, wird sich vermutlich hier zeigen.
Rheinmetall mit Rekordergebnis – und trotzdem mit Enttäuschungen
Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum hat der Konzern in Q3 mit rund 3,15 Milliarden Euro etwa 32 Prozent mehr Umsatz erzielt. Das operative Ergebnis kletterte sogar um knapp 62 Prozent auf 553 Millionen Euro. Während der Umsatz die Erwartungen leicht verfehlt hat, konnte das Ergebnis positiv überraschen.
Die Börse reagierte trotzdem mit deutlichen Abschlägen auf den Quartalsbericht. Denn die Senkung der Prognose überschattet die eigentlich starken Zahlen. Bereits im August hatte Rheinmetall die Ziele für das Gesamtjahr angepasst. Nun senkte das Unternehmen diese erneut: Statt 13,7 bis 14,2 Milliarden Euro soll der Umsatz nun bei rund 13,2 Milliarden Euro sowie die Marge bei 18,5 statt 19 Prozent landen.
Als Grund für die Anpassung nannte Rheinmetall beispielsweise Verzögerungen im milliardenschweren Boxer-Projekt Arminius (das Fachportal „Hartpunkt“ hatte bereits im Vorfeld der Zahlen berichtet) sowie Umsatzverschiebungen bei Artilleriemunition. Daneben bleibt der freie Cashflow ein Problem. Im Vorfeld wurde gehofft, dass dieser im dritten Quartal wieder positiv ausfallen würde. Zwar zeigt sich der Cashflow im Vergleich zum ersten Halbjahr stabiler, lag mit minus 82 Millionen Euro allerdings weiterhin im negativen Bereich.
Rheinmetall Aktie: Das könnte jetzt zum Problem werden
Dass die Rheinmetall Aktie nach den Q3-Zahlen so deutlich korrigiert, liegt vor allem am schwindenden Vertrauen der Anleger. Denn erneut wurden die hohen (und selbst gesetzten) Erwartungen nicht erfüllt, sodass der Konzern zum zweiten Mal die Prognose für das Gesamtjahr kassieren musste.
Nun könnten auch die mittelfristigen Ziele wackeln. Bisher plant das Unternehmen mit einem Jahresumsatz von rund 50 Milliarden Euro und einer Marge von über 20 Prozent bis 2030. Ob Rheinmetall an diesen Zielen festhalten kann – und wenn ja, wie diese erreicht werden sollen – könnte das entscheidende Thema beim anstehenden Kapitalmarkttag werden.
Für Anleger ist dieser Termin in 3 Wochen nach dem Q3-Bericht nun von entscheidender Bedeutung. Für ein Comeback der Rheinmetall Aktie sollte der Konzern vermutlich das Erwartungsmanagement anpassen. Der Plan könnte lauten: ambitioniert, aber realistisch.

Monatschart Rheinmetall Aktie, Quelle: https://oct.mymarkets.com