Lufthansa-Aktie unter Druck: Ölpreis belastet

Flugzeuge am Flughafen mit markanten blauen Heckflossen und einem Fahrzeug im Vordergrund.
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Die Luftfahrtbranche sieht sich erneut mit erheblichen Gegenwinden konfrontiert. Am heutigen Dienstag stehen die Papiere der Deutschen Lufthansa (ISIN: DE0008232125) an den europäischen Handelsplätzen spürbar unter Druck. Ausschlaggebend für die Kursverluste sind zunehmende Sorgen der Investoren hinsichtlich stark steigender Kerosinpreise, die in Kombination mit einer nachlassenden Reiselust die Profitabilität des Kranich-Konzerns bedrohen.

Teurer Treibstoff als akuter Margenfresser

Treibstoffkosten gehören traditionell zu den größten Ausgabenposten einer Fluggesellschaft. Jede größere Aufwärtsbewegung an den Rohstoffmärkten schlägt sich mit Verzögerung direkt in der Bilanz nieder. Genau dieses Szenario spielt sich aktuell ab: Angetrieben von globalen Angebotsängsten und geopolitischen Spannungen verzeichnet der Ölmarkt eine deutliche Rallye.

So kletterte der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent am späten Vormittag auf 92,18 US-Dollar – ein sattes Plus von 1,91 Prozent im Tagesverlauf. Diese anhaltende Preisdynamik am Rohölmarkt lässt die Kerosinkosten in die Höhe schnellen. Obwohl die Lufthansa über Instrumente zur Treibstoffpreisabsicherung (Hedging) verfügt, mehren sich bei Analysten renommierter Adressen wie Bloomberg und Reuters die Befürchtungen, dass die Margenziele im europäischen Luftverkehrssektor im laufenden und kommenden Quartal merklich belastet werden. Die Lufthansa-Aktie muss infolge dieser Marktdynamik heute Federn lassen und verbucht sichtbare Abschläge.

Schwächeres Marktumfeld bremst die Euphorie

Erschwerend kommt hinzu, dass sich das allgemeine Reisemarktumfeld eintrübt. Nachdem die Passagierzahlen in der Post-Pandemie-Phase gerade in Europa und Nordamerika förmlich explodiert waren, zeichnet sich nun eine spürbare Normalisierung bis hin zu einer rückläufigen Konsumlaune ab. Die hohe Inflation der vergangenen Jahre hat die Budgets vieler Privathaushalte ausgedünnt, was sich auf die Buchungszahlen für die lukrativen Herbst- und Wintermonate auswirkt.

Zudem sorgt der harte Wettbewerb durch Billigflieger und Kapazitätserweiterungen der Konkurrenz für sinkende Ticketpreise auf bestimmten Routen. Für die Deutsche Lufthansa bedeutet dies, dass die höheren Kerosinkosten nicht mehr so leicht über Preissteigerungen an die Endkunden weitergegeben werden können wie noch vor einem Jahr.

Wie Anleger sich nun positionieren sollten

Das aktuelle Marktumfeld erfordert von Luftfahrt-Investoren starke Nerven. Die Lufthansa-Aktie bleibt hochgradig abhängig von der weiteren Entwicklung der Ölpreise sowie der allgemeinen Konsumbereitschaft. Solange das Barrel Brent um die 90-Dollar-Marke oder höher pendelt, wird ein Deckel auf den Gewinnaussichten der Airline liegen. Anleger sollten daher in den kommenden Wochen genau beobachten, ob das Management der Lufthansa bei der anstehenden Vorlage der nächsten Verkehrszahlen die Kostenseite durch zusätzliche Effizienzprogramme abfedern kann, um gegenzusteuern.