Lufthansa-Aktie nach Citi-Schock: Margensorgen
Nach einer imposanten Kursrallye, die das Papier zeitweise bis in die Nähe eines Dreijahreshochs bei über 10,28 Euro befördert hatte, weht der Deutschen Lufthansa (ISIN: DE0008232125) an der Börse wieder ein deutlich rauerer Wind entgegen. Auslöser für einen kräftigen Kursrücksetzer in dieser Woche war eine ungemütliche Verkaufsempfehlung der US-Großbank Citigroup. Obwohl sich der Kurs am heutigen Freitag leicht stabilisieren kann, bleiben die zugrunde liegenden strukturellen Sorgen der Investoren bestehen.
Citigroup zieht die Reißleine: Kursziel 8,70 Euro
Die Experten der Citigroup haben die Papiere der Kranich-Airline von „Neutral“ auf „Sell“ (Verkaufen) herabgestuft und sehen das Kursziel für die Aktie bei lediglich 8,70 Euro. Analyst Conor Dwyer begründete diesen drastischen Schritt vor allem mit der aus seiner Sicht stark ausgereizten Bewertung. Nach einem Kursanstieg von zeitweise rund 46 Prozent seit dem Frühjahr seien die positiven Aspekte im Kurs bereits vollständig eingepreist.
Besonders im direkten Branchenvergleich falle die Lufthansa ab. Die Citigroup empfiehlt Investoren stattdessen ein Engagement bei der International Airlines Group (IAG), der Muttergesellschaft von British Airways und Iberia. Die IAG weise eine deutlich günstigere Bewertung bei gleichzeitig höherer Profitabilität, einem stärkeren Cashflow und einer weitaus geringeren Schuldenlast auf.
Streikgefahr und Kerosinpreise belasten die Profitabilität
Die fundamentale Kritik der Analysten richtet sich primär gegen die operative Kostenstruktur der Lufthansa. Während das Management mittelfristig eine operative Marge von acht bis zehn Prozent anpeilt, halten die Experten der Citigroup auf absehbare Zeit eher ein Niveau von rund sechs Prozent für realistisch.
Ein wesentlicher Unsicherheitsfaktor bleiben die schwelenden Tarifkonflikte, wie der ungelöste Rentenstreit mit der Pilotengewerkschaft Cockpit, der immer wieder Streikgefahren heraufbeschwört. Hinzu kommen externe Belastungen: Die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten treiben die Ölpreise spürbar nach oben. Für das laufende Jahr 2026 wird an den Märkten bereits erwartet, dass die Kerosinausgaben der Airline um rund 1,7 Milliarden Euro steigen könnten. Operative Hürden, wie die kürzlich vollzogene Schließung der Regionaltochter CityLine und 25 Flugzeuge, die im laufenden Sommerbetrieb am Boden bleiben müssen, verkomplizieren die Ertragslage zusätzlich.
Aktuelle Kursentwicklung der Lufthansa-Aktie
Nachdem die Aktie infolge der Citigroup-Studie zur Wochenmitte zeitweise um mehr als fünf Prozent auf unter 9,40 Euro eingebrochen war, zeigt sich zum heutigen Freitag wieder eine leichte Erholungstendenz. Gegen Mittag notiert das Papier der Deutschen Lufthansa (ISIN: DE0008232125) an den hiesigen Handelsplätzen bei rund 9,58 Euro und verzeichnet damit moderate Tagesgewinne.
Gestützt wird diese kurzfristige Gegenbewegung unter anderem durch eine aktuelle Analyse der DZ Bank. Deren Analysten haben den fairen Wert für die Lufthansa-Aktie am Vormittag von 9,00 auf 10,00 Euro angehoben, beließen die Einstufung jedoch weiterhin auf „Halten“. Um die Ergebnisziele für 2026 zu erreichen, müsse das derzeit hohe Ticketpreisniveau im weiteren Jahresverlauf zwingend gehalten werden, betonte die DZ Bank. Die britische Bank Barclays bleibt derweil mit einem Kursziel von 7,75 Euro und der Einstufung „Underweight“ äußerst skeptisch.
Für Anleger bedeutet dies: Die vergleichsweise einfachen Gewinne der Erholungsrallye scheinen vorerst ausgereizt. Bis die Lufthansa beweisen kann, dass sie ihre Margenziele auch in einem raueren Umfeld aus geopolitischen Risiken, Streikkosten und steigenden Treibstoffpreisen verteidigen kann, dürfte die Aktie anfällig für weitere Volatilität und potenzielle Gewinnmitnahmen bleiben.

Jahreschart Lufthansa Aktie, Quelle: https://oct.mymarkets.com/
Jahreschart Deutz Aktie, Quelle: https://oct.mymarkets.com/
Dieser Text wurde unter Einsatz von KI-Tools erstellt und redaktionell überarbeitet.