Evonik im Visier: RAG-Stiftung pokert mit BASF

Schild mit lila Evonik-Logo und dem Schriftzug "Leading Beyond Chemistry". Hintergrund aus Glas.
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Der Branchenprimus BASF streckt seine Fühler nach dem Essener Spezialchemiekonzern Evonik aus. Die Schlüsselrolle in diesem Übernahmekampf nimmt dabei die RAG-Stiftung ein.

RAG-Stiftung und die Evonik-Aktie: Warten auf das bessere Angebot

Der erste Vorstoß aus Ludwigshafen stieß in Essen auf taube Ohren. Ein kolportiertes, unverbindliches Angebot von 22,15 Euro je Evonik-Aktie – was einer Gesamtbewertung von rund 10,3 Milliarden Euro entspräche – wurde vom Evonik-Management und der RAG-Stiftung als unzureichend zurückgewiesen.

Dennoch ist eine Transaktion keineswegs vom Tisch. Die RAG-Stiftung, die derzeit noch knapp 44 Prozent der Evonik-Anteile hält, hat in der Vergangenheit ohnehin signalisiert, ihren Anteil langfristig auf rund 25 Prozent reduzieren zu wollen. Die grundsätzliche Bereitschaft für einen Anteilsverkauf ist also vorhanden, es hakt derzeit lediglich am Preis. Marktbeobachter und Analysten spekulieren bereits, dass eine aufgestockte Offerte im Bereich von 24 Euro je Aktie formelle Verhandlungen auslösen könnte.

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Politische Brisanz im Ruhrgebiet

Die mögliche Übernahme hat nicht nur finanzielle, sondern auch gewaltige industriepolitische Dimensionen. Die RAG-Stiftung finanziert aus den Dividendenerträgen ihrer Evonik-Beteiligung die sogenannten „Ewigkeitsaufgaben“ des deutschen Steinkohlebergbaus, wie etwa die Grubenwasserhaltung. Dementsprechend rufen die Fusionsfantasien auch die Politik auf den Plan.

Erste warnende Stimmen aus Nordrhein-Westfalen mahnen an, dass bei einer Übernahme durch BASF Standorte und Arbeitsplätze im Ruhrgebiet gesichert werden müssen. Eine rasche Entscheidung gilt daher als unwahrscheinlich; Branchenkenner rechnen damit, dass sich ein möglicher Deal mitsamt der langwierigen behördlichen Prüfungen bis ins Jahr 2028 ziehen könnte.

BASF-Aktie und Evonik-Aktie im aktuellen Fokus

Für Anleger stellt sich nun die Frage, wie der Kapitalmarkt die Situation bewertet. Strategisch würde die Eingliederung von Evonik für BASF durchaus Sinn ergeben: Die Ludwigshafener könnten dadurch ihr margenstarkes Spezialchemiegeschäft ausbauen, breiter diversifizieren und sich robuster gegen den wachsenden Druck aus China aufstellen.

Am Aktienmarkt werden die Nachrichten als Auftakt zu einem längeren Poker gewertet. Die BASF-Aktie (ISIN: DE000BASF111) zeigte sich von der ersten Zurückweisung weitgehend unbeeindruckt und notierte am Donnerstagvormittag bei 49,41 Euro.

Das Papier des umworbenen Konzerns Evonik (ISIN: DE000EVNK013) verzeichnete im Zuge der jüngsten Übernahmespekulationen deutliche Zugewinne und pendelte sich im jüngsten Handel im Bereich von 20,30 Euro ein. Damit liegt der Kurs noch immer ein gutes Stück unter dem ersten, abgelehnten Angebotspreis – ein klares Zeichen dafür, dass die Börse eine erfolgreiche und vor allem schnelle Übernahme noch nicht vollständig einpreist.

Jahreschart Evonik Aktie, Quelle: https://oct.mymarkets.com

Dieser Text wurde unter Einsatz von KI-Tools erstellt und redaktionell überarbeitet.