Evonik Aktie: Die Rally hält
Mit 18 Euro notiert die Evonik Aktie so hoch wie zuletzt im Mai vor dem deutlichen Rücksetzer (Stand: 4. August 2026, ca. 11.30 Uhr). Nach der Präsentation der Quartalszahlen hat das Papier des Chemiekonzerns die Rally der letzten Wochen fortgesetzt und im Vormittagshandel gut 2 Prozent zugelegt.
Seit Jahresbeginn steht nun ein Plus von mehr als 35 Prozent auf der Kurstafel. Die meisten Zahlen des Q2-Berichtes waren bereits im Vorfeld bekannt, doch Anleger zeigen sich vom eingeschlagenen Weg des Unternehmens überzeugt. CEO Christian Kullmann bremst die Erwartungen und rechtfertigt das Sparprogramm – das kommt gut an.
Evonik profitiert von Sonderkonjunktur
Im 2. Quartal hat Evonik von geopolitischen Spannungen und eingeschränkten Lieferketten profitiert, da teils deutlich höhere Preise erzielt werden konnten. Bereits Ende Juni hatte das Unternehmen einige Eckdaten für die Sonderkonjunktur in Q2 präsentiert: Der Umsatz stieg um 11 Prozent auf rund 3,9 Milliarden Euro, das bereinigte EBITDA legte um rund 25 Prozent auf 630 Millionen Euro zu.
Im Rahmen des Quartals- bzw. Halbjahresberichtes bestätigte das Unternehmen nun die Ende Juni angehobene Prognose: Im Gesamtjahr soll das bereinigte EBITDA zwischen 2,0 und 2,2 Milliarden Euro landen (zuvor 1,9 Milliarden Euro). Der CEO Christian Kullmann betonte jedoch, dass es sich um Einmaleffekte handelt, die nichts an den fundamentalen Problemen der Branche ändern würden.
Evonik Aktie: Sparprogramm stützt
Das Unternehmen zeigt sich auch nach der Präsentation der vollständigen Zahlen alles andere als euphorisch und hält an dem spürbaren Sparkurs fest. Im Rahmen dessen sollen bis Ende des Jahres 2026 rund 2.800 Stellen abgebaut werden – und zwischen 2027 und 2029 sollen weitere 3.200 Stellen wegfallen.
Dieses Festhalten am Sparprogramm sowie der Verweis auf grundsätzliche Branchenprobleme dürfte am Markt als richtiges Signal gewertet werden. Für Anleger bleibt es daher spannend: Kann Evonik den Trend auch in Q3 fortsetzen, sind höhere Kurse wahrscheinlich. Bei einem Abflachen der Sonderkonjunktur sind jederzeit auch Rücksetzer denkbar. Allerdings: Die Bewertung mit einem Forward-KGV im niedrigen zweistelligen Bereich sowie eine attraktive Dividendenpolitik sind mittelfristig gute Argumente.

Jahreschart Evonik Aktie, Quelle: https://oct.mymarkets.com/