Mercedes Aktie: Ein Schock – der eigentlich nicht überrascht

Mercedes Aktie: Ein Schock – der eigentlich nicht überrascht
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Nach der Präsentation der Q3-Zahlen ist die Aktie von Mercedes im gestrigen Handel um rund 4 Prozent eingebrochen. Aktuell notiert das Papier bei knapp 40 Euro und damit satte 34 Prozent niedriger als zu Jahresbeginn (Stand: 28. Oktober 2026, ca. 9.30 Uhr). Das ist der tiefste Stand seit dem Corona-Jahr 2020.

Zwar hat der Premium-Autobauer im dritten Quartal etwas mehr Gewinn erzielt als erwartet. Überschattet wurde der Quartalsbericht allerdings von der gekappten Prognose für das Gesamtjahr sowie von einem vergleichsweise schwachen Cashflow. Anleger sollten jedoch bedenken: Die Gewinnwarnung mag drastisch ausfallen, kommt aber nicht unbedingt überraschend. Die Hoffnung ruht nun auf einem Turnaround im Jahr 2027.

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Mercedes mit gemischten Zahlen und einer deutlichen Prognose-Anpassung

Im dritten Quartal hat der Autobauer ein EBIT von 1,77 Milliarden Euro (nach 750 Millionen Euro in Q3 von 2025) erzielt und damit die Erwartungen der Analysten übertroffen. Das war es allerdings fast schon mit guten Nachrichten bei Mercedes. Das EBIT-Wachstum ist vor allem auf die hohen Belastungen im Vorjahreszeitraum zurückzuführen.

Große Sorgen bereitet weiterhin das China-Geschäft. In Q3 hat Mercedes hier 31 Prozent weniger Autos verkauft, im margenstarken Premium-Segment läuft es nicht rund. Unter anderem deshalb hat der Konzern nun die Prognose für das Gesamtjahr angepasst: Statt einer bereinigten Umsatzrendite zwischen 3 und 5 Prozent rechnet Mercedes nun noch mit 2 bis 3 Prozent.

Das EBIT wird nun auf Vorjahresniveau erwartet, ursprünglich sollte es mal „deutlich über Vorjahresniveau“ liegen. Darüber hinaus wichtig für Anleger: Auch der freie Cashflow verfehlte mit 172 Millionen Euro die Erwartungen deutlich. Es wurde mit über 400 Millionen Euro gerechnet.

Mercedes Aktie am Tiefpunkt – ist das eine Chance?

Dass Mercedes in einer anderen China-Realität lebt und die früheren Margen und Verkaufszahlen im Reich der Mitte nicht mehr zurückkommen werden, ist bereits länger klar. Insofern kommt die Prognose-Kürzung für das Gesamtjahr prinzipiell nicht überraschend. Die Konkurrenz wie BMW hat diesen Schritt schon vor einigen Monaten hinter sich gebracht.

Denkbar ist, dass der Autobauer aus Stuttgart bis zum letzten Moment – also bis zum aktuellen Q3-Bericht – gewartet hat, um die schlechten Nachrichten für das Jahr 2026 zu verkünden. Denn für die Mercedes Aktie lief es wie für die gesamte Branche ohnehin schlecht in den letzten Quartalen. Nun besteht die Chance für einen Neustart im Jahr 2027.

Ob dieser gelingt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Mercedes wird es schaffen müssen, die dauerhafte China-Schwäche zu kompensieren und im margenschwächeren Geschäft mit Kompaktmodellen Marktanteile zu gewinnen. Die Fokussierung auf das Luxus-Segment hat nicht funktioniert. Daneben wird Mercedes weiter an der Kostenschraube drehen und beispielsweise die Werke in Osteuropa ausbauen. Ob das für den Turnaround reicht, wird sich zeigen. Anleger sollten noch eine große Portion Geduld mitbringen.

Jahreschart Mercedes Aktie, Quelle: https://oct.mymarkets.com/