China-Krise bei Mercedes: Aktie leidet unter Absatzflaute

Silbernes Mercedes-Benz-Logo mit Regentropfen auf metallischer Oberfläche.
© Kirill Gorlov | stock.adobe.com
Inhaltsverzeichnis

Der deutsche Premium-Autobauer Mercedes-Benz durchlebt derzeit eine äußerst herausfordernde Phase. Im dritten Quartal 2026 musste der Stuttgarter Konzern einen spürbaren Rückgang seiner weltweiten Auslieferungen hinnehmen. Die anhaltende Konsumzurückhaltung sowie der erbitterte Preiskampf mit heimischen Herstellern auf dem chinesischen Markt belasten die Bilanzen schwer und hinterlassen auch beim Aktienkurs deutliche Spuren.

Doch wie reagiert die Konkurrenz? Gratis Chartanalyse zur BMW-Aktie!

Mercedes-Benz: Herber Dämpfer im wichtigsten Einzelmarkt

Die jüngsten Quartalszahlen sprechen eine klare Sprache: Insgesamt sanken die Pkw-Auslieferungen von Mercedes-Benz zwischen Juli und September weltweit um 8 Prozent auf 407.200 Fahrzeuge. Ursächlich für dieses schwache Abschneiden ist in erster Linie der Gegenwind in China. Dort brachen die Verkäufe im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um dramatische 31 Prozent auf nur noch 86.800 Einheiten ein.

Besonders schmerzhaft für den Konzern ist der Rückgang im margenstarken Top-End-Segment. Die Verkäufe von Luxusmodellen wie der S-Klasse oder der Submarke Maybach fielen um 21 Prozent auf 53.900 Fahrzeuge. Chinesische Autokäufer halten sich in einem wirtschaftlich unsicheren Umfeld spürbar zurück. Zudem dringen lokale Autobauer mit technologischen Innovationen und aggressiver Preispolitik zunehmend auch in das margenträchtige Premiumsegment vor, was die Marktanteile der etablierten europäischen Hersteller gefährdet.

Lichtblick Elektroautos: BEV-Verkäufe federn Verluste ab

Trotz der düsteren Zahlen aus Asien gibt es auch positive Entwicklungen. Außerhalb Chinas konnte Mercedes-Benz ein solides Wachstum erzielen: In den USA stiegen die Verkäufe im dritten Quartal um 6 Prozent, in Europa wurde ein Plus von 5 Prozent verzeichnet.

Den größten Erfolg verbuchte das Unternehmen jedoch bei den rein batterieelektrischen Fahrzeugen (BEV). Hier kletterten die weltweiten Verkäufe (Pkw und Vans) um beeindruckende 52 Prozent auf 78.100 Einheiten im Vergleich zum Vorjahresquartal. Damit steuert die Elektro-Sparte erfolgreich gegen den Abwärtstrend im traditionellen Verbrennersegment, auch wenn sie den massiven China-Einbruch derzeit noch nicht vollständig kompensieren kann.

Mercedes-Benz Aktie (DE0007100000) unter Verkaufsdruck

An der Börse sorgten die durchwachsenen Absatzdaten für spürbare Zurückhaltung bei den Investoren. Die Mercedes-Benz Aktie (ISIN: DE0007100000) geriet in den vergangenen Tagen merklich unter Abgabedruck und fiel im Wochenverlauf zeitweise bis auf ihr 52-Wochen-Tief von 38,91 Euro zurück. Am Donnerstagvormittag notierte das Papier an den deutschen Handelsplätzen bei rund 39,40 Euro und verbuchte damit erneut leichte Verluste.

Finanzexperten warnen davor, dass der Margendruck im wichtigen asiatischen Markt auch im weiteren Jahresverlauf eine große Herausforderung bleiben wird. Für Anleger wird nun entscheidend sein, ob und wie schnell das Management mit Kostensenkungsprogrammen auf die erodierende Preismacht in China reagieren kann. Gelingt es dem Konzern jedoch, die dynamisch wachsenden Elektro-Auslieferungen in Europa weiter profitabel auszubauen, könnte das dem Aktienkurs mittelfristig wieder neuen Stabilitätsrückhalt verleihen.