UniCredit blitzt ab: Bund schützt Commerzbank
Die Übernahmeschlacht um die Commerzbank erreicht an diesem Dienstag ihren vorläufigen und hochdramatischen Höhepunkt. Um Mitternacht verstreicht die offizielle Frist für das umstrittene Tauschangebot der italienischen UniCredit.
Doch schon jetzt ist klar: Die Tür für eine schnelle Übernahme wurde aus Berlin lautstark zugeschlagen. Bundeskanzler Friedrich Merz und die Bundesregierung haben das Angebot formell zurückgewiesen und stemmen sich damit mit ganzer Kraft gegen eine feindliche Übernahme der Frankfurter Traditionsbank.
Regierungsveto und BaFin-Prüfung: Gegenwind für Mailand
Der deutsche Staat, der als zweitgrößter Aktionär rund zwölf Prozent der Anteile an der Commerzbank hält, hat der Offerte aus Italien eine unmissverständliche Absage erteilt. Die Begründung der Finanzagentur des Bundes fällt deutlich aus: Eine Annahme des Angebots komme wirtschaftlich schlichtweg nicht infrage, da es den Aktionären keine angemessene Prämie biete. Vielmehr unterstützt die Bundesregierung die Eigenständigkeit der Commerzbank, die als essenzieller Finanzierer des deutschen Mittelstands gilt.
Gleichzeitig gerät die UniCredit auch von regulatorischer Seite unter Druck. Die Finanzaufsicht BaFin prüft derzeit detailliert die von den Italienern vorgelegten Zahlen und Dokumente. Der Übernahmekampf, der in den vergangenen Tagen durch offene Drohungen der UniCredit – bis hin zu einer möglichen Auswechslung von Vorständen und Aufsichtsräten – eine neue Eskalationsstufe erreicht hatte, wird somit zunehmend zu einem handfesten Politikum.
Commerzbank-Aktie (DE000CBK1001) enteilt dem Übernahmepreis
Die kühle Reaktion der Bundesregierung spiegelt sich auch auf dem Börsenparkett wider, wo die Investoren das Angebot von UniCredit-Chef Andrea Orcel bereits nüchtern kalkulieren. Am frühen Dienstagnachmittag notiert die Commerzbank-Aktie (ISIN: DE000CBK1001) bei rund 36,43 Euro und verbucht damit leichte Gewinne. Das Papier der Frankfurter Bank liegt somit spürbar über dem rein rechnerischen Übernahmepreis, der sich aus dem Aktientausch-Angebot der Italiener ergibt. Für die Anteilseigner macht es aktuell schlicht keinen Sinn, ihre Papiere unter dem regulären Marktniveau an die UniCredit abzutreten.
Auch die Papiere der UniCredit (ISIN: IT0005239360) zeigen sich am Haupt-Handelsplatz unbeeindruckt von der Berliner Abfuhr und legen im Tagesverlauf zu. Sie notieren am frühen Nachmittag bei rund 77,67 Euro. Die Börse scheint sich bereits auf ein längeres strategisches Ringen oder eine Neubewertung der Lage einzustellen, was den Wert beider Banken vorerst stützt.
Ausblick: Was passiert nach Fristende um Mitternacht?
Wenn heute Nacht die Uhr abläuft, wird sich zeigen, wie viel Rückhalt die Mailänder Großbank tatsächlich bei den übrigen institutionellen und privaten Investoren einsammeln konnte. Zuletzt hieß es, die UniCredit habe sich über direkte Andienungen und komplexe Finanzderivate den Zugriff auf weitere Anteile gesichert.
Sollte UniCredit das Angebot nicht noch in letzter Minute verlängern oder gravierend nachbessern, hat die Commerzbank – gestützt durch das Veto des Bundes – die erste und wichtigste Abwehrschlacht erfolgreich bestanden. Für Anleger bleibt die Situation dennoch hochgradig spannend, da die grundsätzliche Konsolidierungsfantasie im europäischen Bankensektor auch bei einem vorläufigen Scheitern dieses Deals voll intakt bleiben dürfte.
Dieser Text wurde unter Einsatz von KI-Tools erstellt und redaktionell überarbeitet.