Commerzbank-Coup: UniCredit greift schon im Januar durch
Die italienische Großbank UniCredit beschleunigt ihr Tempo bei der anvisierten Übernahme der Commerzbank (ISIN: DE000CBK1001) massiv. Einem aktuellen Bericht der britischen „Financial Times“ zufolge plant UniCredit-Chef Andrea Orcel, deutlich früher als bislang kommuniziert die vollständige Kontrolle über das Frankfurter Traditionshaus zu übernehmen. Anstatt bis zum zweiten Quartal 2027 zu warten, könnte der Machtwechsel nun schon im Januar, spätestens jedoch im Februar 2027 vollzogen werden.
Machtkampf: Neue Führung für die Commerzbank
Die Strategie der Italiener ist kompromisslos: Sobald die noch ausstehenden Genehmigungen der europäischen Aufsichtsbehörden – insbesondere der Europäischen Zentralbank (EZB) – vorliegen, will Orcel eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen.
Das erklärte Ziel ist es, alle zehn Anteilseignervertreter im 20-köpfigen Aufsichtsrat der Commerzbank durch eigene Kandidaten zu ersetzen. Damit würde der bisherige Aufsichtsratschef Jens Weidmann seinen Posten ebenso räumen müssen wie voraussichtlich auch Commerzbank-Vorstandschefin Bettina Orlopp.
Absage an die deutsche Bundesregierung
Brisant ist in diesem Zusammenhang der offene Konflikt mit der Bundesregierung. Obwohl der Bund mit einem Anteil von gut 13 Prozent weiterhin zweitgrößter Aktionär der Bank ist, plant Orcel Berichten von Nachrichtenagenturen wie Reuters zufolge, die Forderung aus Berlin nach zwei garantierten Sitzen im künftigen Aufsichtsrat strikt abzulehnen.
Die UniCredit selbst (ISIN: IT0005239360) hat ihren Einfluss kontinuierlich ausgebaut und sich über Aktien und Derivate mittlerweile den faktischen Zugriff auf knapp 50 Prozent der Stimmrechte gesichert.
Geplanter Kahlschlag: 7.000 Stellen auf der Kippe
Sollte die Kontrollübernahme im frühen Jahr 2027 gelingen, steht der Commerzbank ein weitreichender Umbau bevor. Übereinstimmenden Berichten der „Financial Times“ und Reuters zufolge plant das Mailänder Management drastische Kostensenkungen. Allein in Deutschland könnten demnach rund 7.000 Vollzeitstellen wegfallen.
Zudem soll das internationale Geschäft massiv beschnitten werden. Unternehmens- und Firmenkredite im Volumen von etwa 20 Milliarden Euro außerhalb der Kernmärkte Deutschland und Polen stehen zur Disposition. Die Finanzierung des deutschen Mittelstands soll hingegen von den Streichungen unangetastet bleiben.
Commerzbank und UniCredit Aktien: So reagiert der Markt
Trotz der harten Auseinandersetzungen hinter den Kulissen zeigen sich die Investoren aktuell gelassen und stützen die Kurse beider Finanzinstitute. Die Commerzbank-Aktie verzeichnete am Dienstagmittag leichte Gewinne und notierte im Handel bei rund 42,77 Euro, was einem leichten Plus zum Vortag entspricht. Seit Bekanntwerden der ersten Übernahmeschritte der Italiener hat das Papier eine deutliche Rally hingelegt.
Auch die UniCredit-Aktie zeigte sich am Mittag freundlich und legte auf knapp über 84,90 Euro zu. Die Finanzmärkte honorieren offenkundig das Potenzial für massive Synergieeffekte und Kosteneinsparungen, auch wenn die politischen Widerstände aus Deutschland den Prozess in den kommenden Monaten noch verlangsamen könnten.
Für Anleger bedeutet das: Die Volatilität im europäischen Bankensektor dürfte in Anbetracht dieser historischen Weichenstellungen weiter hoch bleiben. Ein radikales Durchgreifen der UniCredit könnte den Umbauprozess zwar beschleunigen, bringt jedoch kurzfristig erhebliche Unruhe in den deutschen Bankenmarkt.

Jahreschart Commerzbank Aktie, Quelle: https://oct.mymarkets.com
Dieser Text wurde unter Einsatz von KI-Tools erstellt und redaktionell überarbeitet.