Bayer Aktie: Der Startschuss – folgt der Sprint?

Auf dem Bild ist ein Gebäude mit einem großen, kreisförmigen Bayer-Logo auf dem Dach zu sehen.
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Von einem Wendepunkt spricht Bayer-CEO Bill Anderson bezogen auf das Wachstum der Pharmasparte im Rahmen der starken Q3-Zahlen. Gleichzeitig ist die Aktie des DAX-Konzerns bereits im Vorfeld des Quartalsberichtes über die Marke von 50 Euro gesprungen – und notiert zum Handelsstart am Vormittag deutlich höher bei rund 53 Euro (Stand: 3. November 2026, ca. 9.15 Uhr).

Auch wenn Bayer unterm Strich ein geringeres Ergebnis je Aktie eingefahren hat, konnten sich die Zahlen sehen lassen. Dank der sehr guten operativen Performance hat das Unternehmen auch die Prognose für das Gesamtjahr angehoben. Das könnte der Startschuss für eine Rally sein. Damit das Papier aber wirklich lossprinten kann, sollte auch die endgültige Entscheidung bezüglich des 7,25 Milliarden Dollar schweren Glyphosat-Sammelvergleichs positiv für Bayer ausfallen.

Bayer legt zu – und erhöht die Jahresziele

Unter anderem aufgrund von Zins- und Steuereffekten hat Bayer im 3. Quartal ein bereinigtes Ergebnis je Aktie von 0,31 Euro erreicht und damit die Erwartungen (im Schnitt 0,36 Euro je Aktie) recht deutlich verfehlt. Das war es allerdings auch im Prinzip mit schlechten Nachrichten. Sowohl beim Umsatz (10,05 Milliarden Euro – erwartet wurden etwa 9,9 Milliarden Euro) als auch beim EBITDA vor Sondereinflüssen (1,62 Milliarden Euro – die Schätzung lag bei 1,43 Milliarden Euro) hat das Unternehmen positiv überrascht.

Als Konsequenz hat Bayer die Prognose für das Gesamtjahr angehoben und plant nun mit einem währungsbereinigten EBITDA vor Sondereinflüssen von 9,8 bis 10,3 Milliarden Euro (bisher lautete das Ziel: 9,6 bis 10,1 Milliarden Euro). Zudem entwickelte sich der Cashflow besser als erwartet, sodass die Nettoverschuldung zum Jahresende ebenfalls geringer sein dürfte – statt 29 bis 30 Milliarden Euro rechnet Bayer nun mit 28 bis 29 Milliarden Euro.

Bayer Aktie mit Chancen, wenn das Thema Glyphosat in den Hintergrund rückt

Vor allem aufgrund der starken Entwicklung der Pharmasparte (beispielsweise das Krebsmedikament Nubeqa und das Nierenmedikament Kerendia) geht Bayer gestärkt in den Jahresendspurt. Dass die operative Entwicklung an der Börse gut ankommt, zeigt der deutliche Kurssprung zum Handelsstart. Für eine echte Jahresendrally fehlt allerdings noch ein entscheidender Schritt – und der bezieht sich einmal mehr auf die Glyphosat-Klagen in den USA.

Zwar hat Bayer vor den Q3-Zahlen einen Etappensieg in einem Prozess gegen 3 Klägerinnen erreicht, die Monsanto fehlerhaftes Produktdesign, Fahrlässigkeit und vorsätzliche Täuschung vorgeworfen hatten – die Vorwürfe konnten nicht ausreichend belegt werden. Mit dem Sammelvergleich über 7,25 Milliarden Dollar steht das große Brett allerdings noch bevor. Die finale Entscheidung des Richters steht weiterhin aus. Fällt diese zugunsten Bayers aus, wäre eine positive Kursreaktion der Bayer Aktie sehr wahrscheinlich.

Jahreschart Bayer Aktie, Quelle: https://oct.mymarkets.com