Übernahmepoker: Bietet BASF 25 Euro je Evonik-Aktie?

BASF-Werk in Ludwigshafen
© KI-generiert
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Im Ringen um eine mögliche Mega-Fusion in der deutschen Chemieindustrie kommt neue Bewegung in die Fronten. Nachdem der Spezialchemiekonzern Evonik Industries (ISIN: DE000EVNK013) eine erste unverbindliche Offerte des Ludwigshafener Branchenprimus BASF (ISIN: DE000BASF111) als zu niedrig zurückgewiesen hatte, signalisiert der DAX-Konzern nun offenbar Bereitschaft für ein höheres Übernahmeangebot.

Anleger verfolgen die Entwicklungen gespannt, da ein Zusammenschluss die europäische Chemielandschaft inmitten eines harten globalen Verdrängungswettbewerbs grundlegend neu ordnen würde.

BASF und Evonik: Einsicht in die Bücher als zentrale Bedingung

Übereinstimmenden Berichten der Nachrichtenagenturen Reuters und dpa-AFX sowie der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zufolge erwägt das Management in Ludwigshafen, im Werben um den Essener Konkurrenten finanziell nachzulegen. Bei einem ersten Vorstoß Ende September hatte BASF rund 22,15 Euro je Evonik-Aktie in Aussicht gestellt. Dies entsprach einem Eigenkapitalwert von rund 10,3 Milliarden Euro beziehungsweise – inklusive bestehender Verbindlichkeiten – einem gesamten Unternehmenswert von über 14 Milliarden Euro.

Sowohl die Führung von Evonik als auch die RAG-Stiftung, die als Ankeraktionärin rund 43 Prozent der Anteile hält, stuften dieses erste Gebot jedoch als unzureichend ein. Damit BASF das Angebot aufstockt, knüpft der Konzern den Schritt an eine klare Bedingung: Vor einer neuen Offerte verlangen die Ludwigshafener einen vertieften Einblick in die Geschäftsbücher (Due Diligence) von Evonik, um potenzielle Synergien und Werthaltigkeiten im Detail verifizieren zu können.

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Analysten halten bis zu 25 Euro für die Evonik-Aktie für möglich

Am Kapitalmarkt wird bereits intensiv darüber spekuliert, wo die Schmerzgrenze für beide Parteien liegt. Während die Nachrichtenagentur Bloomberg zuletzt über interne Überlegungen bei BASF berichtete, den gebotenen Börsenwert näher an die Marke von 11 Milliarden Euro heranzuführen, gehen einige Branchenexperten noch einen Schritt weiter. So hält etwa Berenberg-Analyst Sebastian Bray in einer aktuellen Einschätzung ein nachgebessertes Angebot in einer Spanne von 24 bis 25 Euro je Evonik-Aktie für denkbar.

An der Börse sorgen die anhaltenden Spekulationen sowie die gleichzeitige politische Debatte im Düsseldorfer Landtag um den Erhalt der nordrhein-westfälischen Industriestandorte für eine abwartende Haltung. Nach den deutlichen Aufschlägen der vergangenen Wochen verzeichneten beide Werte am Donnerstag gegen Mittag im Xetra-Handel leichte Gewinnmitnahmen: Die Aktie von Evonik notierte rund 1,1 Prozent schwächer bei 20,90 Euro – lag damit aber weiterhin deutlich über dem Niveau von gut 18 Euro vor dem Bekanntwerden des Übernahmeinteresses. Die BASF-Aktie gab im selben Zeitraum auf Xetra moderat um 0,4 Prozent auf 52,27 Euro nach.

Beschäftigungsgarantien bis 2032 und strategischer Umbau

Um den Widerstand der Arbeitnehmervertreter sowie der Landespolitik in Nordrhein-Westfalen zu mildern, sendet BASF zudem deutliche Signale des Entgegenkommens. Den Insiderberichten zufolge ist der Weltmarktführer bereit, sämtliche bestehenden Vereinbarungen zur Standortsicherung und Beschäftigung bei Evonik vollumfänglich zu respektieren. In Deutschland sind beim Essener Spezialchemiekonzern betriebsbedingte Kündigungen vertraglich noch bis zum Jahr 2032 ausgeschlossen.

Darüber hinaus zeigt sich BASF offen dafür, die bereits von Evonik angestoßenen Pläne zur Portfoliobereinigung weiterzuverfolgen. Dazu gehört insbesondere die Prüfung eines möglichen Verkaufs des Basischemie-Geschäfts Oxeno sowie des Chemieparkbetreibers Syneqt.

Für BASF liegt der strategische Reiz der Übernahme vor allem darin, das margenstärkere und weniger konjunkturanfällige Spezialchemiegeschäft signifikant auszubauen, während die gesamte europäische Chemiebranche unter hohen Energiekosten und der wachsenden Konkurrenz durch chinesische Anbieter wie Sinopec leidet. Ob die RAG-Stiftung und der Evonik-Vorstand den geforderten Blick in die Bücher gewähren, dürfte in den kommenden Wochen über den Erfolg der größten deutschen Chemie-Transaktion seit Jahren entscheiden.

Jahreschart BASF Aktie, Quelle: https://oct.mymarkets.com

Dieser Text wurde unter Einsatz von KI-Tools erstellt und redaktionell überarbeitet.