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BASF-Aktie: Wie kommt der Chemie-Gigant durch die Krise?

BASF-Aktie: Wie kommt der Chemie-Gigant durch die Krise?
Inhaltsverzeichnis

BASF steht als Gas-Großverbraucher und als einer der wichtigsten Industriekonzerne Deutschlands seit dem russischen Angriffskrieg in der Ukraine vor besonderen Herausforderungen. Denn: Alleine in 2021 wurden am Hauptstandort Ludwigshafen rund 37 Terawattstunden (TWh) Erdgas verbraucht.

Kein Wunder also, dass der Chemie-Riese aus dem Dax seit Beginn des Krieges im Februar große Sorge vor einer Gasknappheit hat – BASF ist auf absehbare Zeit auf zuverlässige Erdgas-Lieferungen angewiesen, um seine Produktion aufrechtzuerhalten. Wie schlagen sich BASF und die Aktie in der Krise und wie könnte es weitergehen?

BASF bisher mit stabilen Zahlen

Durch das Verringern der Ammoniak-Produktion konnte BASF einen Teil seines Gasverbrauches senken. Darüber hinaus arbeite man in Ludwigshafen daran, geschätzt 7-8 Prozent des gesamten Gasverbrauches durch Alternativen und Strom aus erneuerbaren Energien zu ersetzen.

Daneben setzt BASF weiterhin auf einen engen Draht mit der Politik, die mit allen Mitteln eine Gasmangellage verhindern möchte. Die gestiegenen Preise für Energie (von 800 Millionen Euro auf 1,1 Milliarden Euro im zweiten Quartal 2022) konnte der Konzern zum guten Teil an die Kunden weitergeben. Für Q2 stand daher ein EBIT von ca. 2,35 Milliarden Euro zu Buche – etwa so viel wie im Vorjahreszeitraum.

BASF-Aktie: Schwieriger Ausblick, Probleme zum Teil eingepreist

Ob das im zweiten Halbjahr 2022 so weitergeht, ist noch unklar – Ende Oktober werden die Zahlen zum 3. Quartal erwartet. Durch die Unsicherheiten der europäischen Energieversorgung fällt BASF auch die Budgeterstellung für das Jahr 2023 schwer.

Seit Jahresbeginn hat die BASF-Aktie mehr als 30 Prozent eingebüßt. Die Sorgen des Chemie-Riesen sind an der Börse also bereits eingepreist. Kurzfristig bleibt dennoch vieles unsicher für BASF, denn bisher kann man auch eine Gasmangellage im Winter 2022/2023 und darüber hinaus nicht ausschließen – das hätte bedeutende Folgen für den Konzern. Inwieweit BASF die steigenden Energiekosten weiterhin auffangen kann, wird sich ebenfalls erst in den nächsten Monaten zeigen.

Grüner Wasserstoff: BASF geht in Richtung Zukunft

Doch langfristig gibt es auch positive Meldungen: BASF möchte grünen Wasserstoff herstellen und bekommt dabei staatliche Förderung in Höhe von 135 Millionen Euro von der Bundesregierung. Die EU hat vor wenigen Tagen das OK dafür gegeben. Am Standort Ludwigshafen soll es mit einer Elektrolyse-Anlage ab 2025 losgehen und BASF plant weitere Standorte. Durch Kooperationen mit Linde oder RWE soll zum Beispiel erneuerbarer Strom in Ludwigshafen produziert werden. Beim wichtigen Zukunftsfeld grüner Wasserstoff ist BASF also mit von der Partie. Langfristig dürften solche Projekte auch der BASF-Aktie wieder Auftrieb geben.